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Communicator-Preis 2026
Informatikerin Ute Schmid wird für ihr Engagement in der KI-Vermittlung ausgezeichnet

Professorin Dr. Ute Schmid von der Universität Bamberg erhält den Communicator-Preis 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes, ausgezeichnet für ihr jahrzehntelanges Engagement in der KI-Vermittlung.

Aktualisiert: 17.04.2026

Von: academics
News Köpfe der Wissenschaft Informatik / IT

Artikelinhalt

„Langjährige Brückenbauerin“ KI als gesellschaftliche Aufgabe KI für kleine und mittlere Unternehmen erlebbar machen

„Langjährige Brückenbauerin“

Porträt Ute Schmid

Professorin Dr. Ute Schmid © Jürgen Schabel

Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes geht in diesem Jahr an Professorin Dr. Ute Schmid, Leiterin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg. Laut Pressemitteilung würdigte die Jury des Communicator-Preises aus Kommunikationsexpert:innen unter dem Vorsitz von DFG-Vizepräsident Professor Dr. Johannes Grave die Wissenschaftlerin als „langjährige und beständige Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI)“.

Die Jury hob hervor, dass Ute Schmid nicht erst seit dem breiten Anwendungsboom der letzten Jahre, sondern schon seit den 1990er-Jahren mit ihrem kommunikativen Engagement die Grundlagen für eine sachkundige Debatte und eine souveräne, reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen gelegt hat. Der mit 50.000 Euro dotierte Communicator-Preis wird im Rahmen der DFG-Jahresversammlung am 29. Juni in Bonn vergeben.

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KI als gesellschaftliche Aufgabe

Neben der rein technologischen Perspektive auf Funktionsweise und Entwicklungspotenziale von KI gehe es Ute Schmid bei ihren Kommunikationsaktivitäten auch immer um die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive, so die Jury. Diese nimmt die Frage in den Blick, welche Auswirkungen Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf Individuen und Gesellschaften haben. Dabei folgten die Kommunikationsaktivitäten Schmids stets dem übergeordneten Ziel, Teilhabe zu ermöglichen und KI als eine gestaltbare gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. 

Die Jury unterstrich insbesondere die zielgruppenspezifische Formatvielfalt, mit der die Preisträgerin Erkenntnisse aus der Wissenschaft vermittle. Sie richte sich sowohl an Lehrer:innen und Schüler:innen der Grundschule als auch an Entscheidungsträger:innen in Politik, Wissenschaft, Gremien oder mittelständischen Unternehmen. 

So ermutige Schmid mit zahlreichen Fortbildungen für Lehrkräfte wie dem Online-Kurs „Data Literacy“ zu einer frühen Auseinandersetzung mit KI-Themen im Bildungsbereich. Beispielhaft hierfür steht etwa ein von Ute Schmid konzipiertes analoges Lernspiel für Grundschüler:innen zum Thema „Maschinelles Lernen“, das von der Spielzeugfirma Haba professionell umgesetzt wurde. Mit dem Lehrbuch „Künstliche Intelligenz selber programmieren“ wendet sich Schmid an Jugendliche. In diesem wird neben einer altersgerechten Vermittlung von Konzepten und Methoden der KI Schritt für Schritt erklärt, wie KI-Algorithmen in der Programmiersprache Python umgesetzt werden können. 

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KI für kleine und mittlere Unternehmen erlebbar machen

Um die Chancen und Funktionsweisen von KI in kleinen und mittleren Unternehmen erlebbar zu machen, hat die Preisträgerin das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderte KMU-KI-Erfahrungszentrum initiiert und Sensibilisierungs-Workshops entwickelt. Kernstück des Erfahrungszentrums ist eine mit einem Spezialanlagenbauer umgesetzte Produktionsanlage, die mit verschiedenen Robotern und Sensorik ausgestattet ist. Anhand dieser Anlage können vielfältige Möglichkeiten des maschinellen Lernens sowie von Mensch-Roboter-Kollaborationen anschaulich demonstriert werden. 

„Neben klassischen Medienauftritten, zahlreichen Vorträgen und populärwissenschaftlichen Publikationen adressiert Ute Schmid die nicht wissenschaftliche Zielgruppe passgenau in dialogisch konzipierten Workshops“, heißt es in der Begründung der Jury. Schmid leiste ferner notwendige Aufklärungsarbeit im Bereich KI-generierter Desinformationskampagnen oder zum Thema Vermenschlichung von KI.

„Das Ansinnen, den gesellschaftspolitischen Diskurs aktiv mitzugestalten, setzt Ute Schmid im Bereich der Politikberatung mit beeindruckendem Engagement um“, so die Jury. Als Sachverständige, Impulsgeberin und Mitverfasserin zahlreicher Stellungnahmen stelle sie ihre Expertise in Gremien wie dem Deutschen Ethikrat oder der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages zur Verfügung.

(fk)

Über den Communicator-Preis

Der „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ wird seit dem Jahr 2000 verliehen und gilt als der wichtigste Preis seiner Art in Deutschland. Ausgezeichnet werden Wissenschaftler:innen, die in ihrer Wissenschaftskommunikation besonders kreativ sind, innovative, auch mutige Wege gehen und ihre Zielgruppen auf geeignete und wirksame Weise ansprechen. Sie sollen zudem die gesellschaftliche Dimension ihrer Forschung erkennen und ihr Wissen in öffentliche Debatten, Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen einbringen. Das Preisgeld soll die Ausgezeichneten in ihrem Engagement unterstützen und auch die Umsetzung neuer Projekte ermöglichen. Die Jury wählte die diesjährige Preisträgerin in einem mehrstufigen Auswahlprozess aus 70 Bewerbungen und Vorschlägen aus. Die Preisvergabe Ende Juni erfolgt durch DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker und Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes.

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

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  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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