Stiftungen
Die größten Stiftungen Deutschlands: Fast 7 Milliarden Euro für das Gemeinwohl
Die 60 größten Stiftungen in Deutschland haben 2024 mehr als 6,8 Milliarden Euro für das Gemeinwohl ausgegeben. Bei den Tätigkeitsbereichen dieser Stiftungen zeigen sich deutliche Schwerpunkte in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, soziale Dienste und Bildung.
Aktualisiert: 12.02.2026
Wissenschaft und Forschung gehören zu den Schwerpunkten
© academics Grafik
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat wieder seine Liste der größten Stiftungen in Deutschland herausgegeben. Laut einer Mitteilung haben die 60 finanzstärksten Stiftungen im Jahr 2024 insgesamt 6,8 Milliarden Euro für die Erfüllung ihrer Satzungszwecke ausgeschüttet. Die Tätigkeitsbereiche der Stiftungen zeigen deutliche Schwerpunkte: Wissenschaft und Forschung, Soziale Dienste und der Bildungsbereich prägen inhaltlich die Arbeit der größten Stiftungen in Deutschland. Einige sind als Sozialträgerstiftungen operativ tätig und erbringen mit ihren umfangreichen Angeboten in Pflege, Jugend- und Altenhilfe, Beratung sowie Bildung zentrale Leistungen der freien Wohlfahrtspflege.
Die Auswertung berücksichtigt nur jene großen Stiftungen, die freiwillig ihre Finanzkennwerte angegeben haben. Die Summe, die der gesamte Stiftungssektor jährlich für das Gemeinwohl aufbringt, ist daher deutlich höher.
„Die gelisteten Stiftungen machen mit ihren freiwilligen Angaben sichtbar, welche Gestaltungskraft im deutschen Stiftungssektor steckt. Mit ihrer Transparenz gehen sie als gute Beispiele voran“, so Friederike v. Bünau, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Gerade in der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte um die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen leisten sie somit einen wichtigen Beitrag, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit von Stiftungen stärken kann.“
Die größten Stiftungen öffentlichen Rechts
Die Liste mit den Stiftungen und ihren Zwecken ist vielfältig: Bei den Stiftungen des öffentlichen Rechts stehen der KENFO (Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung) mit 804,9 Millionen Euro Zweckausgaben und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit 408,5 Millionen Euro an der Spitze. Letztere betreibt und erhält Museen, Bibliotheken und Archive von nationaler und internationaler Bedeutung und macht kulturelles Erbe für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die 15 größten Stiftungen öffentlichen Rechts nach Eigenkapital
| Stiftung | Eigenkapital in Mio. Euro |
|---|---|
|
KENFO – Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung |
19.679,3 |
|
St. Korbinian-Stiftung der Erzdiözese München und Freising |
705,5 |
|
Bischof Arbeo Stiftung |
680,7 |
|
St. Antonius-Stiftung der Erzdiözese München und Freising |
678,1 |
|
Pfarrpfründestiftung der Erzdiözese Freiburg |
*569,6 |
|
Allgemeiner Hannoverscher Klosterfonds |
552,8 |
|
Stiftung Schönau |
526,7 |
|
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft |
480,8 |
|
Pfälzer Katholische Kirchenschaffnei in Heidelberg |
431,1 |
|
Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein |
289,0 |
|
Stiftung Fachhochschule Osnabrück |
101,2 |
|
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung |
94,0 |
|
Breisgauer Katholischer Religionsfonds |
78,1 |
|
Spitalstiftung Konstanz |
*61,9 |
|
LOTTO-Stiftung Berlin |
16,9 |
*) Kennwert nicht oder nur bedingt vergleichbar, da nicht nach standardisierter Definition berechenbar (z.B. weil einzelne Posten in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung nicht aufgeschlüsselt vorlagen)
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen ©academicsDie größten Stiftungen privaten Rechts
Bei den Stiftungen privaten Rechts liegt die RAG-Stiftung an erster Stelle: Mit 996,8 Millionen Euro stellt sie die langfristige Finanzierung von Umwelt- und Sicherheitsverpflichtungen sicher, die aus dem früheren Steinkohlenbergbau resultieren. Ziel ist es, die sogenannten Ewigkeitslasten des Bergbaus dauerhaft zu tragen. Es folgt die VolkswagenStiftung: Im Jahr 2024 setzte sie 706,9 Millionen Euro zur Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre ein.
Die 15 größten Stiftungen privaten Rechts nach Eigenkapital
| Stiftung | Eigenkapital in Mio. Euro |
|---|---|
|
Robert Bosch Stiftung GmbH |
5.255,6 |
|
Deutsche Bundesstiftung Umwelt |
2.932,1 |
|
VolkswagenStiftung |
2.756,9 |
|
Baden-Württemberg Stiftung |
2.292,2 |
|
Joachim Herz Stiftung |
*2.085,0 |
|
Bertelsmann Stiftung |
1.362,2 |
|
Else Kröner-Fresenius-Stiftung |
*1.200,0 |
|
Software AG – Stiftung |
1.081,1 |
|
Carl-Zeiss-Stiftung |
897,4 |
|
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung |
843,0 |
|
Gemeinnützige Hertie-Stiftung |
823,8 |
|
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius |
*810,4 |
|
Max-Planck-Förderstiftung |
*725,0 |
|
Körber-Stiftung |
*562,8 |
|
Stiftung Liebenau |
554,0 |
*) Kennwert nicht oder nur bedingt vergleichbar, da nicht nach standardisierter Definition berechenbar (z.B. weil einzelne Posten in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung nicht aufgeschlüsselt vorlagen)
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen ©academicsZur Methodik
Die Grundlage der Liste bilden Finanzdaten aus Geschäfts- und Jahresberichten. Diese sind entweder öffentlich zugänglich oder der Bundesverband erhält sie auf Anfrage bei den Stiftungen. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Stiftungen sind dabei von großer Bedeutung, da die Veröffentlichung der Zahlen für die meisten Stiftungen auf freiwilliger Basis erfolgt. Die Liste orientiert sich an den Kennwerten Eigenkapital (Buchwert), Nettovermögenswert, Zweck- sowie Gesamtausgaben. Bei der Auswertung der Berichte und der Standardisierung der Kennwerte stützt sich der Bundesverband Deutscher Stiftungen auf die aktuellen Empfehlungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur Rechnungslegung von Stiftungen (IDW FAB RS 5, 2024).
Über den Bereich Daten und Analyse
Der Bereich Daten und Analyse im Bundesverband Deutscher Stiftungen analysiert den Stiftungssektor auf datenbasierter Grundlage und nach wissenschaftlichen Standards. Er liefert regelmäßige Berichte und Analysen und somit wichtige Erkenntnisse für Stiftungen, Politik und Gesellschaft. Damit schließt er eine Lücke und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Sektors.
(mas)