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Jurastudium mit KI – erste digitale Prüfung an der Uni Potsdam

An der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam fand die erste digitale Jura-Klausur stat – sowohl bei der Prüfung als auch der Bewertung. Die inhaltliche Qualität des KI-Feedbacks soll nun weiter untersucht werden.

Aktualisiert: 11.01.2026

Von: academics
News Rechtswissenschaften Informatik / IT Akademische Laufbahn

Prüfung und Bewertung mit KI-Unterstützung

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© academics Grafik

Am 9. Januar 2026 fand die erste digitale Klausur an der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam statt. Ca. 30 Studierende des ersten Semesters schrieben im PC-Pool mit der Prüfungssoftware EDUTIEK (Einfache DUrchführung Text-Intensiver E-Klausuren) Übungsklausuren und konnten dabei ein kostenloses Online-Gesetzbuch (lexmea.de) verwenden. Neben der herkömmlichen menschlichen Korrektur wird auch eine KI-unterstützte erprobt, die von dem bundesweiten Forschungsnetzwerk „DigitalProjekt“ entwickelt wird. Ziel ist es, Bewertungen von juristischen Prüfungen mithilfe unterstützender KI-Systeme objektiver und damit fairer zu machen.

„Aktuell sieht der Prüfungsalltag in den Rechtswissenschaften bis einschließlich des Ersten Staatsexamens noch ganz anders aus: Papier und Stift sowie zahlreiche gedruckte Gesetzestexte, die sich die Studierenden kaufen müssen“, sagt Prof. Dr. Susanne Hähnchen, die die Probeklausur zum Grundkurs von Prof. Dr. Julia Kraft organisiert hat. „Die heutige Erprobung markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu bestmöglicher digitaler Unterstützung im Jurastudium.“

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, Bielefeld, Köln, München und Passau begleitet Susanne Hähnchen die Klausur in dem bundesweiten Forschungsnetzwerk „DigitalProjekt“ auch wissenschaftlich. Im Zentrum der wissenschaftlichen Untersuchungen stehen dabei die durch unterschiedlich konzipierte KI-Systeme generierten Noten (summatives Feedback) sowie Korrekturanmerkungen (formatives Feedback).

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„KI-Korrekturen bieten deutliche Vorteile“

Erstmals wird es dabei nicht nur um den Vergleich des summativen Feedbacks zwischen menschlicher und KI-Korrektur gehen, wie bei den beiden Probeklausuren in Bielefeld und München. Diese haben die Forschenden des Netzwerks um Susanne Hähnchen und Michael B. Strecker von der Humboldt-Universität zu Berlin bereits ausgewertet und ihre Ergebnisse nun in der Zeitschrift „Ordnung der Wissenschaft“ veröffentlicht.

„Wir konnten zeigen, dass KI-Korrekturen bereits jetzt bedeutende Vorteile bieten, sowohl mit Blick auf objektive Noten als auch auf die Individualität und den Umfang des formativen Feedbacks für die Studierenden“, sagt Erstautor Michael B. Strecker. „Studierende schreiben in der Examensvorbereitung unzählige Übungsklausuren, bei denen es weniger auf die genaue Note als vielmehr auf hilfreiches inhaltliches Feedback ankommt. Hier versprechen KI-Systeme schnelle, kostengünstige Übungsmöglichkeiten.“ Examensrelevante Bewertungen sollten zumindest in der Letztverantwortung nach Ansicht der Projektbeteiligten stets Menschen vornehmen. „Auch hier bieten KI-Korrekturen langfristig das Potenzial, den korrigierenden Personen zu signalisieren wie ‚streng‘ oder ‚gutmütig‘ sie korrigieren, um so zu mehr Objektivität beizutragen“, so Hähnchen.


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Inhaltliche Qualität des KI-Feedbacks soll weiter untersucht werden

Im Nachgang zur ersten KI-unterstützten Jura-Probeklausur an der Universität Potsdam soll nun nach dem bereits erfolgten Vergleich der Notengebung durch KI und Menschen vertieft die inhaltliche Qualität des formativen Feedbacks untersucht werden.

„Der Mehrwert digitaler Prüfungen für Hochschulen ist bereits eingehend analysiert worden. Die Möglichkeiten von KI-Systemen zur Unterstützung der Bewertung zu untersuchen, ist daher folgerichtig. Wenngleich im ersten Schritt noch die Sicherstellung der inhaltlichen Güte formativer KI-Feedbacks fokussiert werden muss, so ist bereits absehbar, dass sich für IT-Einrichtungen der Hochschulen die Frage nach der fachdisziplinübergreifenden Skalierbarkeit und den damit verbundenen Aufwendungen zeitnah stellen wird“, sagt Alexander Schulz, der Leiter des Zentrums für Informationstechnologie und Medienmanagement (ZIM) der Uni Potsdam, das die universitären PC-Schulungsräume für diese Prüfung temporär in eine Technology-Enhanced-Assessment-Hall (TEA-Hall) konvertiert hat.

Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

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    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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