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Ruhestand Beamte: Altersgrenzen für den Eintritt in den Ruhestand

VON MARTIN HELLFEIER UND CHRISTOPH PINSDORF

Wann dürfen Beamte in den Ruhestand?

Altersgrenzen für den Eintritt in den Ruhestand© Salome - Fotolia.com Die Regelungen des Bundes und der Länder für den Ruhestand Beamter im Überblick

Übersicht über die Regelungen in Bund und Ländern.

Das föderale System der Bundesrepublik Deutschland erlaubt dem Bund und den Ländern, die Altersgrenzen für den Eintritt der Beamten in den Ruhestand eigenständig zu regeln.

Der Bund und die meisten Länder haben mittlerweile die Lebensarbeitszeit ihrer Beamten auf das vollendete 67. Lebensjahr hinaufgesetzt. Für Beamte, die vor dem 1. Januar 1964 geboren sind, gelten in diesem Fall nach Geburtsjahr gestaffelte Sonderregelungen.

Professoren treten je nach Landesrecht in der Regel mit Ablauf des Semesters in den Ruhestand, in dem sie die für sie geltende Altersgrenze erreichen.

In der folgenden Tabelle werden die Regelungen des Bundes und der Länder über die Regelaltersgrenze für Professoren, zur Verlängerung der Dienstzeit über die Regelaltersgrenze hinaus sowie zur Möglichkeit eines vorzeitigen Ruhestandseintritts auf Antrag mit Stand Mai 2014 dargestellt.


Ruhestand Beamte: Übersicht


Bund / Land Regelaltersgrenze; Möglichkeit der Verlängerung der Dienstzeit; Antragsruhestand ohne Schwerbehinderung
Bund Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze wie folgt angehoben:
Geburtsjahr Anhebung um Monate Altersgrenze
    Jahr Monate
1947 1 65 1
1948 2 65 2
1949 3 65 3
1950 4 65 4
1951 5 65 5
1952 6 65 6
1953 7 65 7
1954 8 65 8
1955 9 65 9
1956 10 65 10
1957 11 65 11
1958 12 66 0
1959 14 66 2
1960 16 66 4
1961 18 66 6
1962 20 66 8
1963 22 66 10
Verlängerung der Dienstzeit bei Professoren höchstens bis zum vollendeten 75. Lebensjahr; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 51 Abs. 1, 2 BBG; § 132 Abs. 7 BBG; § 52 Abs. 3 BBG).
Baden-Württemberg Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit höchstens bis zum vollendeten 70. Lebensjahr; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 36 Abs. 1 LBG i.V.m. Art. 62 § 3 Abs. 2 des Dienstrechtsreformgesetzes vom 9. November 2010 (DRG); § 39 LBG i.V.m. § 45 Abs. 2 LHG; § 40 Abs. 1 Nr. 1 LBG).
Bayern Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 64. Lebensjahr (Art. 62 BayBG i.V.m. Art. 143 Abs. 1 BayBG; Art. 63 Abs. 1, 2 BayBG; Art. 64 Nr. 1 BayBG).
Berlin Mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Verlängerung der Dienstzeit höchstens bis zum vollendeten 68. Lebensjahr; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 99 LBGi. V. m. § 38 Abs. 1 LBG; § 38 Abs. 2 LBG; § 39 Abs. 3 Nr. 2 LBG).
Brandenburg Mit Vollendung des 67. Lebensjahres. Für die Beamten, die vor dem 1. Januar 1949 geboren sind, ist das vollendete 65. Lebensjahr die Regelaltersgrenze. Für die Beamten, die nach dem 31. Dezember 1948 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle unter Aussparung der Zeilen für die Geburtsjahrgänge 1947 und 1948 (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 108 LBGi. V. m. § 45 Abs. 1 LBG; § 44 Abs. 3 BbgHG, § 45 Abs. 3 LBG; § 46 Abs.1 LBG).
Bremen Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 35 Abs. 1, 2 BremBG; § 35 Abs. 4 BremBG; § 36 Abs. 1 BremBG).
Hamburg Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 117 HmbBG i.V.m. § 35 Abs. 1, 2 HmbBG; § 16 Abs. 7 HmbHG, § 123 HmbBG i.V.m. § 35 Abs. 4 Nr. 1 HmbBG; § 36 Abs. 1 Nr. 2 HmbBG).
Hessen Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit höchstens bis zum vollendeten 70. Lebensjahr; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 62.Lebensjahr(§ 33 Abs. 1,3 HBG; § 34 Abs. 1,2 HBG; § 35 Nr. 2 HBG).
Mecklenburg-Vorpommern Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 35 Abs.1,2 LBGM-V; § 35 Abs. 3 LBGM-V; § 36 Abs.1 LBGM-V).
Niedersachsen Professoren erreichen die Altersgrenze abweichend von der im NBG festgelegten regelmäßigen Altersgrenze (Vollendung des 67. Lebensjahres) mit der Vollendung des 68. Lebensjahres. Dies gilt nicht für Professoren, die am 1. Januar 2007 das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 27 Abs. 2 NHGi. V. m. § 72 Abs.8 NHG; § 36 NBG; § 37 Abs.1 Nr.1 NBG).
Nordrhein-Westfalen Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre, jedoch nicht über das vollendete 70. Lebensjahr hinaus; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 121 Abs. 1 LBG i.V.m. § 31 Abs. 1, 2 LBG; § 32 Abs. 1, 2 LBG; § 33 Abs. 3 Nr. 1 LBG).
Rheinland-PfalzMit Vollendung des 65. Lebensjahres. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 107 LBGi. V. m. § 37 Abs.1 LBG; § 38 LBG; § 39 Abs.1 LBG).
SaarlandMit Vollendung des 65. Lebensjahres. Verlängerung der Dienstzeit höchstens bis zum vollendeten 68. Lebensjahr; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63.Lebensjahr(§ 41 Abs. 1UGi. V. m. § 43 Abs.1 SBG; § 43 Abs. 3 SBG; § 44 Nr.1 SBG).
Sachsen Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 140 SächsBG i.V.m. § 46 Abs. 1, 2 SächsBG; § 59 Abs. 1 SächsHSFG i.V.m. § 47 SächsBG; § 48 Nr. 1 SächsBG).
Sachsen-Anhalt Mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr. Abweichend hiervon können bis zum 31. Dezember 2016 Beamtinnen und Beamte auf Lebenszeit auf Antrag in den Ruhestand versetzt werden, wenn sie das 60. Lebensjahr vollendet haben (§ 46 Abs. 1 HSG LSA i.V.m. § 39 Abs. 1 LBG LSA; § 39 Abs. 2 LBG LSA; § 40 Abs. 1 LBG LSA).
Schleswig-HolsteinMit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (§ 35 Abs. 1,2 LBG; § 35 Abs.4 LBG; § 36 Abs. 1 LBG).
Thüringen Mit Vollendung des 67. Lebensjahres; Beamte auf Lebenszeit, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Beamte auf Lebenszeit, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze nach Maßgabe der beim Bund abgebildeten Tabelle (s.o.) entsprechend angehoben. Verlängerung der Dienstzeit um höchstens drei Jahre; Eintritt in den Ruhestand auf Antrag frühestens ab dem vollendeten 62. Lebensjahr (§ 120 ThürBG i.V.m. § 43 Abs. 1, 2 ThürBG; § 43 Abs. 5, 6 ThürBG; § 44 Abs. 1 ThürBG).

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Aus Forschung & Lehre :: Juni 2014

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