Nachhaltigkeit
80 Prozent der Hochschulen verankern Nachhaltigkeit strukturell – CHE-Studie zeigt große Bandbreite
Nachhaltigkeit ist an deutschen Hochschulen längst nicht mehr nur punktuell, projektabhängig oder personenbezogen verankert. Eine aktuelle Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt: Bereits an vier von fünf Hochschulen in Deutschland ist Nachhaltigkeit auch strukturell verankert. Rund 70 Prozent seien Mitglied in einer entsprechenden Organisation und ein Viertel veröffentliche regelmäßig einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht.
Aktualisiert: 14.05.2026
Mehr als Klimaschutz: UN-Ziele im Fokus
© academics Grafik
Nachhaltigkeit umfasse dabei mehr als Klima- und Umweltschutz, betont das CHE. Entsprechend den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung gehe es beispielsweise auch um die Bekämpfung von Ungleichheiten und Armut, den breiten Zugang zu hochwertiger Bildung sowie den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.
Breite Verankerung, vielfältige Wege
Bereits an knapp 79 Prozent der deutschen Hochschulen ist Nachhaltigkeit laut CHE-Befragung strukturell verankert, weitere 16 Prozent arbeiteten aktuell daran. Besonders weit seien Universitäten mit 88 Prozent sowie generell staatliche Hochschulen mit 84 Prozent. Dies zeige eine Befragung von 282 Hochschulverwaltungen im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2026. Wie die Verankerung konkret aussehe, sei jedoch sehr unterschiedlich, berichtet das CHE. Häufig liege die Zuständigkeit für das Thema bei einem Prorektorat oder Vizepräsidium, bei Nachhaltigkeitsbeauftragten oder in der Verwaltung.
Rund 80 Prozent der Hochschulen verfügten über eine Koordinationsstelle oder Steuerungsgruppe. "Nachhaltigkeit ist an deutschen Hochschulen angekommen", fasst Cort-Denis Hachmeister, Autor des DatenCHECKs, die Ergebnisse der Analyse zusammen. "Die Hochschulen verankern das Thema heute in großer Breite. Unterschiede gibt es vor allem bei der Frage, wo und wie sie das organisatorisch tun."
Laut Hachmeister hätten größere Hochschulen oft mehr Ressourcen, um feste Strukturen aufzubauen. "Kleinere Hochschulen können dafür mit kurzen Wegen und passgenauen Lösungen punkten", so der CHE-Experte.
Größe ist nicht alles
Große Hochschulen:
Mehr Ressourcen für feste Strukturen und dedizierte Stellen
Kleine Hochschulen:
Kurze Wege und passgenaue Lösungen ermöglichen flexibles Handeln
Gemeinsam statt einsam – Netzwerke als Erfolgsfaktor
Rund 70 Prozent der Hochschulen seien laut Studie Mitglied in mindestens einer Organisation oder Initiative mit Bezug zu nachhaltiger Entwicklung oder verfügten über eine entsprechende Akkreditierung.
Am häufigsten genannt werde die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN) – gut ein Viertel der Hochschulen sei dort Mitglied. Hinzu kämen unter anderem Fairtrade-Auszeichnungen sowie weitere teilweise regionale Netzwerke und Zusammenschlüsse. Die Auswertung zeige: Viele Hochschulen entwickelten ihr Engagement nicht isoliert, sondern im Austausch mit anderen weiter.
Von der Vision zur Strategie
Auch strategisch sei das Thema vielerorts angekommen, berichtet das CHE. 41 Prozent der Hochschulen verfügten über eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie, 32 Prozent über ein Nachhaltigkeitsleitbild. Am häufigsten werde nachhaltige Entwicklung im Hochschulentwicklungsplan verankert.
Ein Viertel der Hochschulen veröffentliche laut Studie mittlerweile regelmäßig einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Dazu kämen weitere Instrumente wie Klimaschutzkonzepte, Treibhausgasbilanzen oder Verankerungen in Grundordnungen und Hochschulverträgen.
"Viele Wege führen bei der Nachhaltigkeit an Hochschulen zum Ziel", sagt Cort-Denis Hachmeister.
Zahlen auf einen Blick
79 % der Hochschulen haben Nachhaltigkeit strukturell verankert
16 % arbeiten aktuell daran
88 % der Universitäten sind bereits strukturiert aktiv
84 % der staatlichen Hochschulen haben Strukturen geschaffen
80 % verfügen über eine Koordinationsstelle oder Steuerungsgruppe
70 % sind Mitglied in mindestens einer Nachhaltigkeitsorganisation
41 % haben eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie
25 % veröffentlichen regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht
Cort-Denis Hachmeister, Autor des DatenCHECKs, CHE Centrum für Hochschulentwicklung