Antisemitismus- und Holocaustforschung
Call for Applications: Eva-Reichmann-Preis
Das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin vergibt 2026 erstmals den mit 3.000 Euro dotierten Eva-Reichmann-Preis | Bewerbungsfrist: 15. April 2026
Aktualisiert: 20.03.2026
Der Eva-Reichmann-Preis 2026
© academics Grafik
Das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin an der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften schreibt 2026 erstmals den Eva-Reichmann-Preis für eine herausragende Studie auf dem Gebiet der Antisemitismus- und Holocaustforschung aus.
Mit dem Preis wird eine wissenschaftliche Studie in Form eines Buches (keine Sammelbände, keine Übersetzungen) auf dem Gebiet der Antisemitismus- und Holocaustforschung ausgezeichnet, die thematisch und methodisch heraussticht und neue Forschungsansätze anregt. Bislang ehrt keine deutsche Einrichtung derartige Studien. Der Eva-Reichmann-Preis wirkt dem entgegen und will die Anerkennung und Sichtbarkeit von wissenschaftlichen Studien auf dem Gebiet der Antisemitismus- und Holocaustforschung in Deutschland erhöhen.
Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert. Es können Arbeiten auf Deutsch und Englisch eingereicht werden. Die Preisverleihung wird am 9. November 2026 stattfinden. Der/die Preisträger:in wird das ausgezeichnete Werk anlässlich des jährlichen Gedenkens an den Novemberpogrom in einem öffentlichen Vortrag an der Technischen Universität Berlin vorstellen. Bewerbungsfrist ist der 15. April 2026.
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Richtlinien Eva-Reichmann-Buchpreis
- Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der TU Berlin verleiht 2026 erstmals den Eva-Reichmann-Buchpreis für eine herausragende Studie auf dem Gebiet der Antisemitismus- und Holocaustforschung.
- Der Preis wird auf die Dauer von zunächst fünf Jahren jährlich vergeben.
- Der Preis zeichnet eine herausragende wissenschaftliche Studie – in Form eins Buches (keine Sammelbände, keine Übersetzungen) – auf dem Gebiet der Antisemitismus- und Holocaustforschung aus, die thematisch und methodisch heraussticht und neue Forschungsansätze anregt.
- Es können deutsch- und englischsprachige Arbeiten eingereicht werden.
- Für die Ausschreibung 2026 können Bücher mit einem Copyright-Jahr von 2025 (muss im Buch genannt sein) eingereicht werden. Wir nehmen auch unveröffentlichte Manuskripte an, die bereits von einem Verlag angenommen wurden.
- Bewerbungsschluss ist jeweils der 15. April des Jahres.
- Zwei Exemplare bitte per Post an: Zentrum für Antisemitismusforschung, c/o Eva-Reichmann-Buchpreis, TU Berlin, Kaiserin-Augusta-Allee 104-106, 10553 Berlin- Germany oder eine PDF/EBPU per E-Mail an: sekretariat(at)asf.tu-berlin.de, Betreff: Eva-Reichmann-Buchpreis
- Der Eva-Reichmann-Buchpreis ist mit 3.000 € dotiert. Die Preisträgerin / der Preisträger erhält eine Urkunde und das Preisgeld. Der wissenschaftliche Preis wird auf freiwilliger Grundlage gewährt. Ein Anspruch auf Gewährung besteht nicht.
- Der Preis wird nicht vergeben, wenn keine auszeichnungswürdige Arbeit eingereicht wurde.
- Der Preis wird am 9. November des jeweiligen Jahres im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am ZfA an der TU Berlin vergeben. Wenn der 9. November auf einem Wochenendtag fällt, findet die Veranstaltung zeitnah statt.
- Die Preisträgerin / der Preisträger wird per E-Mail benachrichtigt.
- Mitglieder der TU Berlin sind vom Verfahren ausgeschlossen.
- Die in den Richtlinien vorgesehenen Regelungen können jederzeit vom Direktorium des ZfA an der TU Berlin geändert, ergänzt oder aufgehoben werden.
➥ Weiterführende Informationen zur Ausschreibung und zur Bewerbung auf den Eva-Reichmann-Preis finden Sie auf der Infoseite der TU Berlin
Vita Eva Reichmann (1897 – 1998)
Eva Reichmann, geb. Jungmann, wurde 1897 in Lublinitz (Schlesien) geboren. Die promovierte Soziologin war von 1924 an beim Centralverein für deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit verfasste sie zahlreiche Beiträge für die C.V.-Zeitung „Der Morgen“, zu deren Herausgebern Reichmann von 1933 bis 1938 gehörte. Nachdem ihr zusammen mit ihrem Mann im Jahr 1939 die Flucht aus NS-Deutschland gelungen war, setzte sie ihre publizistischen Tätigkeiten in London fort und wurde zur Leiterin der Forschungsabteilung der Wiener Library ernannt. Außerdem gehörte Reichmann zu den Gründungsmitgliedern des Leo-Baeck-Institutes in London. In ihren wissenschaftlichen Arbeiten setzte sie sich mit der Situation der deutschen Juden und dem Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft auseinander. Reichmann hat früh die Erfahrungen von jüdischen Flüchtlingen und Überlebenden dokumentiert und erforscht. Nach Kriegsende setzte sie sich für einen andauernden Dialog zwischen Juden und Christen ein. Im Jahr 1998 starb Eva Reichmann im Alter von 101 Jahren in London.
(che)