Fußballforschung
WM 2026: Bielefelder Forschende messen Fußballfieber per Smartwatch – Jetzt registrieren!
Wie reagieren Fußballfans körperlich auf Tore, Elfmeter und Niederlagen? Forschende der Universität Bielefeld wollen das zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 herausfinden – mit Hilfe von Garmin-Smartwatches. Gesucht werden Fans verschiedener Nationalteams, die bereit sind, ihre Vitaldaten zu teilen. Eine Vorgängerstudie zum DFB-Pokalfinale 2025 belegte bereits den direkten Zusammenhang zwischen Spielgeschehen und körperlichen Reaktionen.
Aktualisiert: 29.05.2026
Vom Pokalfinale zur Weltmeisterschaft
© academics Grafik
Forschende der Universität Bielefeld untersuchen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026, wie Fans verschiedener Nationalteams körperlich auf Spielereignisse reagieren. Eine Vorgängerstudie zum DFB-Pokalfinale 2025 belegte erstmals den direkten Zusammenhang zwischen Spielgeschehen und Vitalfunktionen wie Puls und Stresslevel bei Fans. Kooperationspartner ist die Wissenswerkstadt Bielefeld.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Zur WM 2026 sucht das Bielefelder Forschungsteam Fußballfans verschiedener Nationalteams, die eine Garmin-Smartwatch tragen.
- Die Studie ermittelt, ob und wie Spielereignisse und Nationalität die körperliche Reaktion von Fans beeinflussen.
Die neue Untersuchung baut laut Universität Bielefeld auf Ergebnissen auf, die das Studienteam rund um das DFB-Pokalfinale 2025 gewonnen hat. Zwölf Wochen lang erfassten die Forschenden Vitaldaten von 229 Fans des DSC Arminia Bielefeld per Smartwatch. Das Ergebnis: Stadionbesuchende kamen auf durchschnittlich 94 Herzschläge pro Minute, TV-Zuschauende nur auf 79. Nach Toren lagen die Pulswerte vor Ort bis zu 36 Prozent höher. Der Stresspegel stieg bereits 14 Stunden vor Anpfiff. Die Ergebnisse wurden in den Scientific Reports des Springer Nature-Verlags veröffentlicht.
Was wird untersucht?
Die Wissenschaftler:innen wollen laut Mitteilung wissen, wie Fußballfans weltweit Siege und Niederlagen ihrer Mannschaft körperlich erleben. Dazu suchen sie Fans, die die Daten ihrer Smartwatches mit ihnen teilen. „Uns interessiert, ob Fans verschiedener Nationalteams unterschiedlich stark auf dasselbe Spielereignis reagieren, zum Beispiel, ob ein Tor für deutsche Fans anders messbar ist als für türkische oder brasilianische“, erklärt Professor Dr. Christian Deutscher, Co-Projektleiter an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft.
„Die WM ist dafür das ideale Forschungsfeld, weil sie Fans aus aller Welt gleichzeitig vor vergleichbare emotionale Situationen stellt.“ Erfasst werden nach Angaben der Universität Herzfrequenz, Stress, Bewegung und Schlaf – automatisch per Smartwatch. Während der Weltmeisterschaft würden die Teilnehmenden außerdem befragt, welche Spiele sie live verfolgt haben – und ob sie dabei vorm Fernseher, am Liveticker oder beim Public Viewing mitgefiebert haben.
Professorin Dr. Christiane Fuchs, Co-Projektleiterin, Universität Bielefeld
Wie kann man teilnehmen?
Wer mitmachen möchte, registriert sich laut Universität online unter uni-bi.de/worldcupfever, gibt Aufenthaltsland, Geschlecht und Nationalität an, benennt das favorisierte Team und schätzt ein, wie intensiv sie oder er sich als Fan erlebt. Sobald genug Fans eines Nationalteams zusammenkommen, verschicken die Forschenden individualisierte Einladungen zum Verbinden der Smartwatch.
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Smartwatch des Herstellers Garmin, einem der Marktführer. Die Forschenden greifen über einen datenschutzkonformen Zugang anonymisiert auf Daten von Fans zu, die sich freiwillig für die Studie angemeldet haben. "Die lange Akkulaufzeit ermöglicht uns lückenlose Datenreihen über mehrere Tage", sagt Professorin Dr. Christiane Fuchs, Co-Projektleiterin und Leiterin der Data-Science-Gruppe an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.
Wie schon die Vorgängerstudie begleitet die Wissenswerkstadt Bielefeld nach eigenen Angaben auch das WM-Fußballfieber-Projekt. „Smartwatches sind im Alltag angekommen – warum also nicht nutzen, was die Menschen ohnehin am Handgelenk tragen?“, sagt Jens Franzke, Pressesprecher der Wissenswerkstadt. „Genau solche Projekte wollen wir unterstützen: niedrigschwellig, alltagsnah und mit echtem wissenschaftlichem Mehrwert.“
Die Studienreihe zum Fußballfieber ist laut Universität am Fokusbereich QUAMU der Universität Bielefeld angesiedelt, der sich mit der Quantifizierung von Unsicherheit und dem Umgang mit Unsicherheit befasst.
(klw)
Teilnahme in 4 Schritten
1. Anmelden
Einmalige Registrierung unter uni-bi.de/worldcupfever
2. Voraussetzung
Garmin-Smartwatch erforderlich
3. Einladung abwarten
Sobald genug Fans eines Teams angemeldet sind, kommt die Einladung per E-Mail
4. Freigabe erteilen
Datenübertragung einmalig in der Garmin-Connect-App freigeben – danach läuft alles automatisch
Was wird erfasst?
Herzfrequenz, Stresslevel, Bewegung, Schlaf