Was macht ein Architekt?
Berufsbild Architekt: Aufgaben und Tätigkeiten
Architekten und Architektinnen arbeiten in Planungsbüros, in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst. Wie wird man Architekt:in, welche Aufgaben und Karriereperspektiven bringt der Beruf?
Aktualisiert: 13.10.2026
Kurz erklärt
Architekt:innen planen, entwerfen und begleiten Bauprojekte — vom ersten Konzept über Genehmigung und Ausführungsplanung bis zur Bauüberwachung. Je nach Spezialisierung arbeiten sie im Hochbau, in der Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung. Neben Kreativität spielen Technik, Kostenkontrolle, Baurecht, Nachhaltigkeit und Projektmanagement eine zentrale Rolle.
Was macht ein Architekt oder eine Architektin?
© stockbusters / iStock.com
Architekt:innen sind zuständig für die beratende, gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Gebäuden und anderen Bauwerken. Ebenso können sie Aufgaben im Rahmen der Stadtplanung übernehmen und ihren fachlichen Input zur Gestaltung ganzer Straßenzüge und Wohnviertel inklusive Außenanlagen geben. Dabei geht es nicht nur um Neubauten, sondern in immer stärkerem Maße auch um die Sanierung und den Umbau von bestehenden Gebäuden. Architekt:innen leisten insofern auch einen gesellschaftlichen Beitrag, da sie vielfach in öffentlichem Interesse arbeiten.
Das Spektrum der Bauwerke und damit verbundenen Aufgaben ist dabei groß: Es erstreckt sich vom Bau von Wohnhäusern und Bürogebäuden über den Bau von Schulen, Hallen, Krankenhäusern, Museen oder Bibliotheken bis hin zu Sanierungsfragen, zum Gebäudemanagement oder zum Denkmalschutz.
Die vier Fachrichtungen der Architektur
Architekten und Architektinnen spezialisieren sich üblicherweise mindestens in einer der vier Fachrichtungen der Architektur: Hochbau, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung. Mit rund 120.000 von insgesamt etwa 140.000 Architekt:innen in Deutschland ist der absolute Großteil im Hochbau beschäftigt, die anderen Fachrichtungen bewegen sich vom Anteil her im einstelligen Prozentbereich.
- Hochbau: In diesen Bereich fällt die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Gebäuden und Bauwerken für jegliche Nutzung.
- Innenarchitektur: Dieser Bereich umfasst den Innenausbau, die Einrichtung und die Ausstattung von Neubauten und Bestandsbauten, teils mit besonderem Fokus auf Funktionsweisen und Abläufe, beispielsweise in Krankenhäusern.
- Landschaftsarchitektur: Hier geht es nicht etwa um die Gestaltung von Gartenflächen, sondern um die Gestaltung von öffentlichen Freiräumen und Außenanlagen, auch unter Berücksichtigung von Umweltaspekten.
- Stadtplanung: Stadtplaner erarbeiten einen Masterplan zur Nutzung einer Fläche. Sie entwickeln Szenarien, bereiten Entscheidungen vor und beraten die Politik: Wo soll ein Park entstehen, wo neue Straßen, wie hoch sollten Gebäude gebaut werden und vieles mehr. Die Aufgaben von Landschaftsarchitektinnen und Stadtplanern überschneiden sich in manchen Fällen.
Wo arbeiten Architekten und Architektinnen?
Der Großteil der Architekt:innen arbeitet nach Angaben der Bundesarchitektenkammer (BAK)
- in Architektur- oder Planungsbüros,
- in der freien Wirtschaft oder – immerhin rund ein Viertel –
- im öffentlichen Dienst.
Knapp zwei Drittel von ihnen sind als Angestellte oder Beamt:innen tätig, der Rest auf selbstständiger Basis.
In der Wirtschaft warten beispielsweise Jobs in Baufirmen oder bei Fertighausherstellern auf Architekt:innen, ebenso wie in Immobilienfirmen oder bei Bauträger- und Wohnungsbaugesellschaften. Als Projektmanager:in können Architekten und Architektinnen bei zahlreichen Firmen unterkommen, die neue Immobilien bauen möchten oder Bestände modernisieren wollen. Aber auch bei Versicherungen oder Banken ergeben sich zuweilen Einsatzmöglichkeiten für Architekten.
Im öffentlichen Dienst gibt es beispielsweise Jobs bei Bauämtern oder anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung wie Landesbetrieben, Liegenschafts- und Baubetreuung. Für die Position eines Stadtbaurats oder einer Stadtbaurätin kommen Architekt:innen ebenfalls infrage.
Alternative Berufe für Architekten und Architektinnen
Nicht alle Absolvent:innen eines Architekturstudiums arbeiten auch in der Branche. So besteht beispielsweise in der Gaming-Industrie eine steigende Nachfrage nach Architekt:innen, die bei der Entstehung virtueller Welten unterstützen sollen. Und auch als Bühnenbildner:in am Theater sind Architekt:innen und speziell Innenarchitekt:innen beliebt.
Architektin oder Architekt werden: Voraussetzungen
Um Architekt:in zu werden, ist ein anerkannter Studienabschluss an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) bzw. Fachhochschule oder Universität notwendig. Der Großteil der Studierenden schließt laut BAK mit dem Master ab, ein kleinerer Teil beendet die Studienzeit bereits nach dem Bachelor. Im Anschluss erfolgt noch eine zweijährige Praxiszeit in einem Architektenbüro, in den meisten Bundesländern auch noch verpflichtende Fortbildungen.
Danach können angehende Architekt:innen bei einer Architektenkammer den Antrag auf Eintragung als volles Kammermitglied stellen. Denn wer sich in Deutschland als Architekt:in bezeichnen möchte, muss bei einer Architektenkammer eingetragen sein. Die Berufsbezeichnung „Architekt“ bzw. „Architektin“ ist durch die Architektengesetze der Bundesländer geschützt.
In Deutschland gibt es laut BAK rund 100.000 Absolvent:innen eines Architekturstudiums, die sich planerisch betätigen, aber keine Kammermitglieder sind und sich daher auch nicht als Architekten bezeichnen dürfen.
Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer
Tätigkeitsfelder und Aufgaben von Architekten und Architektinnen
Die Tätigkeiten von Architekt:innen haben sich in den letzten Jahren deutlich diversifiziert. Zu den Arbeitsfeldern gehören üblicherweise
- die Projektsteuerung und -koordination,
- die Bauplanung und -leitung,
- die Aufklärung über baurechtliche Fragen,
- die Abstimmung mit den Behörden,
- kontinuierliche Kosten- und Qualitätskontrolle
- und die Betreuung des Bauobjekts nach der Bauphase.
Architekt:innen können ebenso beispielsweise Visualisierungen von Gebäuden am Computer entwerfen, technische Zeichnungen und Pläne anfertigen, Modelle bauen, bei der Bauausführung die Objektüberwachung übernehmen oder als Nachhaltigkeitsberater arbeiten.
Lukrativ und beliebt ist zudem das Sachverständigenwesen. Darunter fällt beispielsweise das Bewerten von Schäden an Gebäuden für Versicherungen und das Erstellen von Energie- und Nachhaltigkeitsgutachten. Für diese Tätigkeiten sind in der Regel Weiterbildungen notwendig.
Arbeitsmarktsituation: Berufsaussichten und Gehalt
Die Berufsaussichten für Architekt:innen sind grundsätzlich stabil, aber stärker von der Baukonjunktur abhängig als noch vor einigen Jahren. Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland laut der Bundesarchitektenkammer 142.347 Architekt:innen, Innenarchitekt:innen, Landschaftsarchitekt:innen und Stadtplaner:innen in den Länderarchitektenkammern eingetragen.
Langfristig bleibe der Bedarf an qualifizierten Architekt:innen hoch, insbesondere durch Sanierung, Klimaschutz, Wohnraumbedarf und öffentliche Infrastruktur. Kurzfristig hängt die Nachfrage jedoch stark von Baukonjunktur, Zinsentwicklung, Investitionsbereitschaft und regionaler Auftragslage ab. Gute Chancen haben laut BAK vor allem Fachkräfte, die gestalterische Kompetenz mit technischem Know-how, digitaler Planung und Projektmanagement verbinden.
Gleichzeitig belasten gestiegene Baukosten, zurückhaltende Investitionen und eine angespannte Auftragslage viele Büros. Eine bundesweite Konjunkturbefragung der Bundesarchitektenkammer und weiterer Branchenorganisationen zeigte 2026, dass 35 Prozent der Architekturbüros einen weiteren Rückgang der Aufträge erwarteten. Auch die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die wirtschaftlichen Erwartungen in Architektur und Bauingenieurwesen in einem Online-Bericht als „zwiespältig“: Die Auftragslage und Baugenehmigungen entwickelten sich zwar teilweise aufwärts, gestiegene Baupreise und die schwächere Baukonjunktur belasteten jedoch die Branche.
Die Gehälter von Architekten und Architektinnen hängen von zahlreichen Faktoren wie dem Arbeitgeber, der Region, der Berufserfahrung oder auch dem und Verantwortungsbereich ab. In Architektur- und Planungsbüros sind Gehälter meist frei verhandelbar; einen allgemein verbindlichen Tarif gibt es in der Regel nicht. Eine grobe Gehaltsorientierung bietet die Gehaltsmatrix der BAK, die auf Gehaltsangaben von mehr als 5.000 angestellten Kammermitgliedern in Planungsbüros beruht. Demnach liegen die Median-Einstiegsgehälter in kleinen (maximal 10 Angestellte), mittleren (10-49 Angestellt) und großen (mindestens 50 Angestellte) bei ca. 40.000 bis 42.000 Euro. In der Spitze sind in leitenden Positionen durchaus sechsstellige Gehälter möglich.
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