Berufsbild Ingenieur:in
Was macht ein Ingenieur: Aufgaben, Fachbereiche, Perspektiven
Die Einsatzgebiete von Ingenieurinnen und Ingenieuren sind vielfältig, die Spezialisierungsmöglichkeiten ebenso. Alles zum Beruf des Ingenieurs, der Ausbildung und den Chancen auf dem Arbeitsmarkt erfahren Sie hier.
Aktualisiert: 04.02.2026
Aufgaben: Was macht ein Ingenieur oder ein Ingenieurin?
Die Antwort auf die Frage, was ein Ingenieur oder eine Ingenieurin eigentlich macht, kann in einem Satz zusammengefasst werden: Er oder sie findet technische Lösungen für technische Probleme. Ob in den Bereichen Klimaschutz, Energie, Umwelt, Mobilität, Digitalisierung oder Medizin – es sind Ingenieur:innen, die innovative Technologien entwickeln, dank derer sich die Welt verändert.
Das alles passiert auf der Grundlage von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es wird also nicht nur naturwissenschaftlich geforscht, sondern auch praktisch angewandt und experimentiert. So planen Ingenieur:innen beispielsweise Konstruktionen unter Berücksichtigung der technischen Vorgaben, berechnen Statiken, begleiten und überwachen die Umsetzung ihrer Projekte und kümmern sich um den Aufbau, die Inbetriebnahme und die Instandhaltung von Bauten oder Anlagen. Sie arbeiten also häufig sowohl im Büro als auch an dem Ort, an dem die Projekte realisiert werden.
Einige Ingenieur:innen haben sich spezialisiert und dementsprechend einen anderen Aufgabenbereich: So ist eine Vertriebsingenieurin beispielsweise viel unterwegs, um bestimmte Produkte zu verkaufen. Ein Wirtschaftsingenieur wiederum arbeitet an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft.
Die verschiedenen Ingenieurberufe
Die Ingenieurberufe lassen sich sowohl nach der Ausbildung und der Branche unterteilen als auch nach den Tätigkeitsbereichen. Ein Beispiel: Eine studierte Maschinenbauingenieurin wird sich in vielen Fällen mit der Fertigung von Maschinen beschäftigen. In diesem Zweig kann sie aber in der Forschung und Entwicklung tätig sein, in der Konstruktion oder beispielsweise auch im Vertrieb.
Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) teilt in seiner regelmäßig erscheinenden Publikation „Ingenieurmonitor“ die Ingenieurberufe in acht Kategorien ein:
- Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur
- Energie- und Elektrotechnik
- Maschinen- und Fahrzeugtechnik
- Metallverarbeitung
- Kunststoffherstellung und chemische Industrie
- Rohstofferzeugung und -gewinnung
- Technische Forschung und Produktionssteuerung
- Informatik (an Hochschulen in der Regel den Ingenieurwissenschaften zugeordnet)
Die Abgrenzung ist jedoch nicht immer eindeutig. So kann das Berufsprofil einer Maschinenbauingenieurin oder eines Maschinenbauingenieurs, der über langjährige spezifische Berufserfahrung in der Elektrotechnik verfügt, größere Übereinstimmung mit einem Elektrotechnikingenieur aufweisen als beispielsweise mit einem Maschinenbauingenieur, der im Fahrzeugbau beschäftigt ist.
Innerhalb dieser Berufsfelder lässt sich dann noch der Tätigkeitsbereich unterscheiden: So kann beispielsweise ein:e Bauingenieur:in in der Planung oder Konstruktion arbeiten, als Entwicklungs- oder Vertriebsingenieu:rin oder auch als Software- oder Serviceingenieur:in.
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Wie wird man Ingenieur:in?
Wer sich überhaupt Ingenieur oder Ingenieurin nennen darf, ist in den Ingenieurgesetzen der Bundesländer geregelt. Voraussetzung ist immer der Abschluss eines grundständigen technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studienganges an einer anerkannten staatlichen oder privaten Hochschule in Deutschland. 129.500 Absolventinnen und Absolventen schlossen 2024 laut Statistischem Bundesamt ein ingenieurwissenschaftliches Hochschulstudium in Deutschland ab, davon 69.053 mit dem Bachelor.
Ein Bachelorabschluss ist bereits berufsqualifizierend, trotzdem verzichten zahlreiche Ingenieur:innen nicht auf den Master und schließen dann noch eine Promotion an. Vor allem wer in der Forschung und Entwicklung wissenschaftlich arbeitet, hat in der Regel mindestens einen Abschluss auf Masterniveau gemacht.
Zu den beliebtesten ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen zählen laut VDI Informatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen. Das Statistische Bundesamt hat für das Wintersemester 2024/25 an deutschen Hochschulen folgende Studierendenzahlen erfasst:
- Informatik: 107.193
- Maschinenbau: 58.639
- Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt: 46.664
- Elektrotechnik/Elektronik: 36.148
- Bauingenieurwesen: 44.908
Die Studierendenzahlen sind dabei laut VDI seit Jahren deutlich rückläufig – zwischen 2016 und 2023 um über 11 Prozent.
Arbeitsmarkt für Ingenieure und Ingenieurinnen: Wie sind die Perspektiven?
Durften sich angehende Ingenieur:innen vor der Coronapandemie nach Abschluss ihres Studiums relativ sicher sein, kurzfristig einen Job zu finden, der zudem mit einem vergleichsweise hohem Gehalt honoriert wird, ist der Arbeitsmarkt in diesem Bereich derzeit unter Druck: Wie der VDI/IW-Ingenieurmonitor (Q3 2025) ergab, stieg die Arbeitslosigkeit bei den IT- und Ingenieurberufen insgesamt um 17,6 Prozent. Während Branchen wie IT, Kunststoffproduktion und chemische Industrie deutlich von Stellenabbau betroffen sind – in Informatikberufen um 37,7 Prozent –, gibt es in der Metallverarbeitung demnach einen leichten Zuwachs an offenen Stellen.
Dennoch besteht ein Fachkräftemangel laut VDI in vielen Branchen fort. Bei den Bauingenieurberufen herrscht ein Engpass mit 306 offenen Stellen pro 100 Arbeitslosen. Mittel- und langfristig gesehen dürfte die Nachfrage nach Ingenieurinnen und Ingenieuren nach Einschätzung des VDI weiter steigen. Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel bedürfen vieler technischer Expert:innen, die den Umbruch in die Tat umsetzen. In den 14 Jahren zwischen 2015 und 2029 werden laut VDI rund 700.000 Ingenieure altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden.
Fachkräfte aus dem Ausland
Ohne Zuwanderung wäre die Fachkräftesicherung kaum noch gewährleistet, so der VDI: Zwischen 2012 und März 2025 ist der Anteil ausländischer Beschäftigter in Ingenieurberufen laut Ingenieurmonitor insgesamt von 6 Prozent auf 11,4 Prozent gestiegen: Besonders stark vertreten sind darunter Beschäftigte aus Indien mit einer Anzahl von 13.997 (zum Vergleich: 2012 waren es noch 2.120), gefolgt von den Herkunftsländern Türkei und Italien.