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Graduiertenkollegs
DFG fördert zehn neue Graduiertenkollegs mit 70 Millionen Euro – erstmals HAW beteiligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der frühen wissenschaftlichen Karriere zehn neue Graduiertenkollegs ein. Wie die DFG mitteilt, hat der zuständige Bewilligungsausschuss in Bonn die Förderung für zunächst fünf Jahre mit insgesamt rund 70 Millionen Euro beschlossen. Die neuen Verbünde starten ab Herbst 2026.

Aktualisiert: 11.06.2026

Von: academics
News Studium Forschungsförderung Promotion HAW

Artikelinhalt

Fakten im Überblick Breite thematische Vielfalt Internationale Kooperationen (IGRK)

Fakten im Überblick

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der frühen wissenschaftlichen Karriere zehn neue Graduiertenkollegs ein. Wie die DFG mitteilt, hat der zuständige Bewilligungsausschuss in Bonn die Förderung für zunächst fünf Jahre mit insgesamt rund 70 Millionen Euro beschlossen. Die neuen Verbünde starten ab Herbst 2026.

Die wichtigsten Fakten:

  • 10 neue Graduiertenkollegs ab Herbst 2026
  • 70 Millionen Euro Förderung für erste Förderperiode (5 Jahre)
  • 3 Internationale Graduiertenkollegs mit Partnern in Australien und Frankreich
  • Erstmals eine Hochschule für angewandte Wissenschaften als mitantragstellende Einrichtung
  • 11 Graduiertenkollegs erhalten Verlängerung für weitere Förderperiode

Was sind Graduiertenkollegs?

Wie die DFG erläutert, bieten Graduiertenkollegs Doktorand:innen die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Aktuell fördert die DFG nach eigenen Angaben insgesamt 212 Graduiertenkollegs, darunter 28 Internationale Graduiertenkollegs.

➥ Auch interessant: Strukturiert promovieren – alle Infos

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Breite thematische Vielfalt

Laut der DFG reichen die Themen der neuen Graduiertenkollegs von multidimensionalen Biomaterialien über Chinas geoökonomischen Aufstieg bis zur urbanen Zukunft. In der Fördersumme von rund 70 Millionen Euro ist eine Programmpauschale in Höhe von 22 Prozent für indirekte Projektausgaben enthalten. Die thematische Bandbreite der neuen Graduiertenkollegs sei groß.

An der RWTH Aachen beispielsweise will das GRK „Adaptive weiche Materie durch Programmierung kolloidaler Gele mit biologischen Bausteinen (EMERGE)" unter Leitung von Professor Dr. Andrij Pich die Grundlage für Gele mit lebensähnlichen Funktionen schaffen. Ziel ist es, neue Nano- und Mikrogele zu entwickeln, die sich beispielsweise nach einer Beschädigung selbst regenerieren können.

Das GRK „Versöhnung und ihre Äquivalente im transkulturellen Vergleich" an der Universität Bonn unter Leitung von Professorin Dr. Christine Gisela Krüger zielt laut DFG darauf ab, Konzepte, Strategien und Praktiken von Versöhnung systematisch zu erforschen. Dabei sollen sowohl europäische als auch außereuropäische Kulturen in den Blick genommen werden.

An der Universität Göttingen untersucht das GRK „Chinas geoökonomischer Aufstieg und der Aufbau struktureller Macht (China-GRASP)" unter Leitung von Professorin Dr. Anja Jetschke die politische Ökonomie Chinas aus der interdisziplinären Sicht der Politik- und Wirtschaftswissenschaft und der Area Studies. Die Forscher:innen wollen laut DFG die Bedingungen bestimmen, die diesen Prozess fördern oder hemmen, und die politischen wie ökonomischen Konsequenzen analysieren.

An der TU Dortmund beschäftigt sich das GRK unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Hannsjörg Freund mit toleranten Prozessen für die biobasierte Chemieproduktion.

An der Universität Erlangen-Nürnberg will das GRK „Human-in-the-Loop Co-Design interaktiver Systeme (coHu)" unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Philipp Beckerle neue Werkzeuge und Methoden für sichere und nutzerfreundliche Mensch-System-Interaktionen entwickeln.

Das GRK an der Universität Marburg unter Leitung von Professorin Dr. Stefanie Bock untersucht der Pressemitteilung zufolge „Geschlecht und Vergeschlechtlichungen in völkerstrafrechtlichen Kontexten" und will die Wechselwirkungen zwischen Völkerstrafrecht und Geschlecht näher betrachten.

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Premiere für Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Erstbeteiligung einer HAW:

Wie die DFG betont, ist bei einem der neuen Graduiertenkollegs erstmals eine Hochschule für angewandte Wissenschaften als mitantragstellende Einrichtung beteiligt: Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist gemeinsam mit der Universität Bonn Antragstellerin beim GRK „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten".

Thema des GRK:

Laut DFG untersucht das Kolleg Transformationen in Städten des Globalen Südens, die an einem Fluss oder einer Meeresküste gelegen sind. Im Zentrum stehen drei große Herausforderungen: Klimawandel, öffentliche Gesundheit und urbane Nachhaltigkeit.

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Internationale Kooperationen (IGRK)

Drei der neuen Graduiertenkollegs sind laut DFG als Internationale Graduiertenkollegs konzipiert. Das deutsch-australische IGK „Multidimensionale Biomaterialien [MB]²" an der Universität Bayreuth unter Leitung von Professor Dr. Thomas Scheibel kooperiert mit der Monash University, der Swinburne University of Technology und der University of Melbourne. Forscher:innen der Chemie, Physik, Zellbiologie, Materialwissenschaften und Medizintechnik wollen der Pressemitteilung zufolge gemeinsam neue und breiter einsetzbare Biomaterialien entwickeln, die durch spezifische Wechselwirkungen zwischen Zellen und Material mehrere Funktionen in sich vereinen.

Das deutsch-französische IGK „Mikrodomänen bei Herzerkrankungen" an der Universität Hamburg unter Leitung von Professor Dr. Viacheslav Nikolaev arbeitet laut DFG mit der Universität Paris-Saclay zusammen. Das Ziel ist es, die Mechanik der Mikrodomänen im Hinblick auf kardiovaskuläre Erkrankungen besser zu verstehen und so die Entwicklung spezifischer Herzmedikamente zu ermöglichen, die zielgerichteter als bislang wirken könnten.

Das deutsch-australische IGK „Reparaturkulturen" an der Universität Potsdam unter Leitung von Professorin Dr. Anja Schwarz kooperiert mit der University of Melbourne. Den klassisch modernen Begriffen „Fortschritt" oder „Innovation" setzen die Wissenschaftler:innen laut DFG den Begriff „Repair" entgegen und wollen so bestehende Narrative kritisch hinterfragen sowie eine konstruktive, zukunftsorientierte Perspektive eröffnen.

(klw)

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