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Gender AI Gap
IAB-Studie: Frauen nutzen KI viel seltener als Männer – „dringender Handlungsbedarf“

Frauen nutzen Künstliche Intelligenz deutlich seltener als Männer – selbst wenn Faktoren wie Alter, Bildung und Einkommen berücksichtigt werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21. Die Forschenden sehen dringenden Handlungsbedarf und empfehlen Unternehmen, KI aktiv und mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen zu implementieren.

Aktualisiert: 27.04.2026

Von:
Karolina Werner (klw) ,
academics
News Diversität & Gleichbehandlung Führung und Management Frauen in der Wissenschaft Künstliche Intelligenz

Artikelinhalt

KI als zentrale Gleichstellungsfrage 16 Prozentpunkte Unterschied in der KI-Nutzung Betriebliche Implementierung als Schlüssel zur Gleichstellung Weiterbildung wirkt – besonders bei Frauen Gender AI Gap: Die Studie im Überblick

KI als zentrale Gleichstellungsfrage

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Künstliche Intelligenz verändere den Arbeitsmarkt fundamental, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21. Wer sie einsetze, steigere seine Effizienz, erweitere seine Handlungsspielräume und verbessere seine Karrierechancen. Es sei deshalb laut den Studienautoren eine zentrale Gleichstellungsfrage unserer Zeit, ob Frauen an dieser Dynamik gleichberechtigt teilhaben oder strukturell ins Hintertreffen geraten. Die Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz“ untersucht nach eigenen Angaben, ob sich neue Ungleichheiten abzeichnen und wie ihnen begegnet werden kann.

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16 Prozentpunkte Unterschied in der KI-Nutzung

Laut der Analyse der im Juli 2024 erhobenen bevölkerungsrepräsentativen D21-Digital-Index-Daten zeigt sich ein signifikanter Unterschied in der KI-Nutzung zwischen Frauen und Männern von 16 Prozentpunkten. Selbst wenn Unterschiede im Alter, in der Bildung und dem Haushaltseinkommen berücksichtigt werden, bleibe der Unterschied mit 13 Prozentpunkten groß und signifikant, so die Studie.

Besonders alarmierend sei laut den Forschenden der Befund für junge Erwerbstätige: In der Generation Z+, also den Jahrgängen 1996 bis 2010, nutze die Hälfte aller Männer KI intensiv, bei den Frauen derselben Altersgruppe seien es weniger als ein Drittel. „Gerade da, wo es um zukünftige Karrierechancen geht, ist der Gender AI Gap am größten: Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, berichtet IAB-Forscherin Carola Burkert. „Denn ähnlich wie beim Gender Pay Gap drohen sich diese Muster ohne gezielte Intervention zu verfestigen“, ergänzt IAB-Forscherin Katharina Diener.

Jobs mit KI

Betriebliche Implementierung als Schlüssel zur Gleichstellung

Laut Studie nutzen Beschäftigte in Unternehmen, die KI aktiv einsetzen, digitale Anwendungen erproben und entsprechende Weiterbildungsangebote bereitstellen, KI deutlich häufiger – und der Gender AI Gap verliere dort statistisch an Bedeutung. „KI-Strategien sollten anwendungsorientiert implementiert werden. Wichtig ist, dass die Einführung von KI als nützlich für die Erledigung von unliebsamen Arbeitsaufgaben erlebt wird“, erklärt IAB-Forschungsbereichsleiterin Britta Matthes.

Die Bereitstellung digitaler Geräte und einer entsprechenden Infrastruktur allein reiche nach Angaben der Forschenden nicht aus. Zwar erhöhten demnach die Notwendigkeit, das Internet beruflich zu nutzen, oder digitale Anforderungen im Job die KI-Nutzung insgesamt, schließen den Gender AI Gap aber nicht, wie die Studie zeigt. Laut den Analysen profitierten Männer oft sogar stärker von solchen Bedingungen.

„Gerade da, wo es um zukünftige Karrierechancen geht, ist der Gender AI Gap am größten: Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Denn ähnlich wie beim Gender Pay Gap drohen sich diese Muster ohne gezielte Intervention zu verfestigen.“

Carola Burkert und Katharina Diener, IAB-Forscherinnen

Weiterbildung wirkt – besonders bei Frauen

Laut Studienergebnissen erhöhe sowohl selbst initiierter als auch arbeitgeberfinanzierter Wissenserwerb die Wahrscheinlichkeit der KI-Nutzung signifikant. Besonders bemerkenswert sei den Forschenden zufolge, dass Frauen überdurchschnittlich stark von selbst initiiertem Kompetenzerwerb profitieren – ihre KI-Nutzung steige um 15 Prozentpunkte, bei Männern seien es 8 Prozentpunkte.

Arbeitgeberfinanzierte Weiterbildungen reduzieren laut Studie den Gender AI Gap für intensive KI-Nutzung sogar auf nur noch 1 Prozentpunkt. Soziales Lernen, also Hilfe durch Kolleginnen und Kollegen, Familie oder Freundinnen und Freunde, vergrößere hingegen die Lücke, wie die Analyse zeigt: Männer profitierten hier signifikant, Frauen nicht. Informelle Netzwerke reproduzierten damit laut den Forschenden bestehende Ungleichheiten. „Wer betriebliche Weiterbildung nicht gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ausgangssituationen seiner Beschäftigten ausrichtet, verstärkt am Ende ungewollt die Ungleichheiten statt sie zu beseitigen“, betont Sandy Jahn, Referentin Strategic Insights & Analytics der Initiative D21.

(klw)

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Gender AI Gap: Die Studie im Überblick

Titel: Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz

Herausgeber: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und Initiative D21

Datengrundlage: 4.806 Personen im erwerbsfähigen Alter (14–69 Jahre)

Befragungszeitraum: Juli 2024

Zentrale Ergebnisse:

  • 16 Prozentpunkte Unterschied in der KI-Nutzung zwischen Frauen und Männern
  • Nach Kontrolle von Alter, Bildung, Einkommen: 13 Prozentpunkte Unterschied
  • Generation Z+: 50 % der Männer vs. unter einem Drittel der Frauen nutzen KI intensiv
  • Arbeitgeberfinanzierte Weiterbildung reduziert Gap auf 1 Prozentpunkt

Zur Studie

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