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Forschungspreise
1.000-Köpfe-plus-Programm: Alexander von Humboldt-Stiftung baut ihr Preisportfolio aus

Preisgeld der Alexander von Humboldt-Professur wird verdoppelt +++ Neuer Forschungspreis: Humboldt Research Professorship +++ Thomas Becher (Universität Bern, Elementarteilchenphysik) und Gustau Camps-Valls (Universitat de València, Maschinelles Lernen/Earth Sciences) erhalten den Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreis

Aktualisiert: 29.12.2025

Von: academics
News Akademische Laufbahn Physik MINT Naturwissenschaften

Preisgeld der AvH-Professur wird verdoppelt

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© academics Grafik

Die Alexander von Humboldt-Stiftung kann dank der Finanzierung durch das 1.000-Köpfe-Plus-Programm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ihr Portfolio weiter ausbauen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stiftung hervor.

Das Preisgeld für die Alexander von Humboldt-Professur wird demnach von maximal 5 Millionen Euro auf bis zu 10 Millionen Euro erhöht. Außerdem wird der Förderzeitraum standardmäßig auf sieben Jahre verlängert. Bisher konnte nach fünf Jahren ein Antrag auf Verlängerung um zwei Jahre gestellt werden. Wie bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der ersten Geförderten des 1.000-Köpfe-Plus-Programms am 18. Dezember in Berlin betont wurde, soll damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Humboldt-Professur gesteigert werden. 

Dazu dienen auch die Erhöhung der Verwaltungspauschale für die nominierenden Hochschulen auf 20 Prozent des Preisgeldes und flexiblere Gehaltsregelungen für die Humboldt-Professor:innen. Die Alexander von Humboldt-Professur ermöglicht deutschen Universitäten so weiterhin als höchstdotierter Forschungspreis Deutschlands langfristige Kooperationen mit internationalen Spitzenforscher:innen. Damit trägt sie nachhaltig zur Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes bei.

Neuer Forschungspreis: Humboldt Research Professorship 

Zudem schreibt die Alexander von Humboldt-Stiftung einen neuen Forschungspreis aus, das Humboldt Research Professorship. Robert Schlögl, Präsident der Humboldt-Stiftung: „Mit dem flexiblen Förderformat Humboldt Research Professorships können Hochschulen in Deutschland hochkarätige Wissenschaftler:innen aus dem Ausland ansprechen, die international verankert sind und ihre Expertise hier langfristig einbringen möchten. Wir danken dem BMFTR für die Finanzierung des neuen Programms, das Spielräume für Universitäten eröffnet, international heiß umkämpfte Themen mit exzellenten Köpfen zu besetzen – ein entscheidender Schritt, um Spitzenkräfte an Deutschland zu binden.“

Ab sofort können deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen herausragende Forschende aus dem Ausland für Humboldt Research Professorships nominieren. Ziel ist es, im Unterschied zur Humboldt-Professur, internationale Spitzenforschende für innovative Forschungsprojekte in Deutschland zu gewinnen, ohne dass sie ihre Stelle oder Arbeitsgruppe im Ausland aufgeben müssen. Die Humboldt Research-Professor:innen können während der Förderung ihre eigene Professur und Arbeitsgruppe im Herkunftsland parallel weiterführen. Die Förderregularien ermöglichen zugleich auch einen Wechsel nach Deutschland, langfristige Bleibeperspektiven sind durchaus möglich und können im jeweiligen Einzelfall vor Ort verhandelt werden.  

Das neue Förderformat schließt eine Lücke im Portfolio der Stiftung zwischen den Humboldt-Forschungspreisen und der Humboldt-Professur. Es wird ein Preisgeld von 1,5 Millionen Euro für theoretisch arbeitende und 3 Millionen Euro für experimentell arbeitende Forschende für einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt. Aufnehmende Institutionen erhalten flexible Gestaltungsmöglichkeiten für die Integration und institutionelle Anbindung, beispielsweise durch Modelle von Shared Professorships oder Lab-to-Lab-Professorships. Mit der Förderung ist die Erwartung verbunden, dass die Preisträger:innen langfristige Kooperationen mit Fachkolleg:innen in Deutschland initiieren, eine internationale Arbeitsgruppe in Deutschland aufbauen und leiten sowie weitere kreative und erfolgversprechende Forschungsformate entwickeln.

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Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreis: die Preisträger

Die Alexander von Humboldt-Stiftung zeichnet Thomas Becher und Gustau Camps-Valls mit dem Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreis aus. Beide Wissenschaftler erhalten für ihre bahnbrechende Forschung je 100.000 Euro.

Der Carl-Zeiss-Humboldt-Forschungspreis richtet sich an Forschende der Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), die eine Kooperation mit Fachkolleg:innen in den Förderländern der Carl-Zeiss-Stiftung anstreben (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen). Verliehen wird der Forschungspreis an Wissenschaftler:innen, die mit ihrer Forschung ihr Fachgebiet auch über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig geprägt haben.

Thomas Becher, Elementarteilchenphysik

Thomas Becher, der an der Universität Bern forscht, ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler im Bereich der theoretischen Elementarteilchenphysik. Seine bahnbrechenden Beiträge in verschiedenen Forschungsfeldern der modernen Teilchenphysik haben durch ihre Originalität die Entwicklung des Fachgebietes nachhaltig geprägt. Er erforscht die fundamentalen Wechselwirkungen der Materie, indem er die experimentellen Untersuchungen am Teilchenbeschleuniger (LHC) des Europäischen Kernforschungszentrums CERN mit theoretischen Arbeiten begleitet.

Thomas Becher wurde von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz nominiert. Während seiner geplanten Gastaufenthalte bei Matthias Neubert in Mainz sowie bei Martin Beneke an der TU München möchte er sich vertieft dem Problem der Faktorisierung widmen. Ziel ist es zu zeigen, dass man die komplizierten Vorgänge in Protonenkollisionen sauber in zwei Teile aufspalten kann: einen Teil, der charakterisiert, wie die elementaren Bausteine im Proton verteilt sind, und einen Teil, der beschreibt, was beim Zusammenstoß dieser Bausteine passiert. Becher möchte beweisen, dass diese Faktorisierung auch für komplexere Messgrößen gilt, welche die detaillierte Struktur der Kollision auflösen. Diese Forschung liefert die Grundlagen für die Vorhersagen von Prozessen am LHC und spielt damit eine wichtige Rolle in der Suche nach „neuer Physik“ jenseits des Standardmodells der Elementarteilchenphysik.

Gustau Camps-Valls, Maschinelles Lernen/Earth Sciences

Gustau Camps-Valls, Professor für Elektrotechnik an der Universitat de València, ist Pionier der Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Erdbeobachtung. Er hat die Entwicklung fachbezogener KI maßgeblich vorangetrieben, indem er maschinelles Lernen mit physikalischen Gesetzen kombiniert hat, um die Vorhersagemodellierung komplexer Systeme zu verbessern. Organisationen und Klimawissenschaftler:innen weltweit haben seine Methoden übernommen. Seine Algorithmen für maschinelles Lernen werden beispielsweise von der Europäischen Weltraumorganisation ESA und von Wetterzentren zur Verarbeitung von Satellitendaten und zur Datenfusion genutzt.

Nominiert wurde er vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Währende seiner Forschungsaufenthalte in Deutschland möchte er mit seinem Gastgeber Markus Reichstein aktuelle Forschungsfragen an der Schnittstelle von KI und Klima angehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Anwendung von Methoden des maschinellen Lernens zur Untersuchung von Extremereignissen, insbesondere im humanitären Kontext. Dabei soll das Fachwissen von Camps-Valls genutzt werden, um Klimaextreme wie Dürren und Hitzewellen sowie deren Auswirkungen auf Ökosysteme und Gemeinschaften mithilfe von Beobachtungsdaten und Modellausgaben umfassend zu analysieren.

(mas)

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher:innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer:innen – unter ihnen 63 mit Nobelpreis.

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Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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