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Europäisches Patentamt
Neue EPA-Studie zeigt: Nur 13,8 Prozent der Erfinder:innen sind weiblich

Trotz leichter Fortschritte sind Frauen in innovationsgetriebenen Berufen laut einer aktuellen Studie des Europäischen Patentamts (EPA) weiterhin stark unterrepräsentiert. Nur 13,8 Prozent der Erfinder:innen in Europa sind demanch weiblich, bei Deep-Tech-Startups liegt der Gründerinnen-Anteil sogar unter 10 Prozent. Besonders betroffen: technische Bereiche wie Maschinenbau und Kommunikationstechnologie.

Aktualisiert: 23.03.2026

Von: academics
News MINT Diversität & Gleichbehandlung Frauen in der Wissenschaft Ingenieurwesen

Artikelinhalt

Studie zu Frauen in MINT-Berufen Zahlen im Überblick Leaky Pipeline Gender Gap nach EU-Ländern Gender Gap nach Branchen Strukturelle Barrieren und Finanzierungshürden Karriere in Innovation und Patentrecht

Studie zu Frauen in MINT-Berufen

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© academics Grafik

Das Europäische Patentamt (EPA) hat am 3. März 2026 eine umfassende Studie zu Frauen in MINT-Berufen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Trotz leichter Fortschritte sind Frauen in innovationsgetriebenen Berufen demnach weiterhin massiv unterrepräsentiert. Besonders alarmierend: Weniger als eine von zehn Gründerinnen von Startups in Zukunftstechnologien ist weiblich. Die Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA belegt den langsamen Fortschritt und die bestehenden Lücken in den Bereichen Innovationstätigkeit, Deep-Tech-Unternehmertum und Patentberufe. Der Bericht, der im Vorfeld des Internationalen Frauentages veröffentlicht wurde, liefert fundierte europaweite Erkenntnisse zur Unterstützung der EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter und Europas Bestrebungen, die technologische Souveränität zu stärken. Die Zahlen machen deutlich: Ohne gezielte Maßnahmen bleibt enormes Innovationspotenzial ungenutzt.

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick

13,8 % – Anteil von Erfinderinnen in Europa (2022)

13,5 % – Startups mit mindestens einer Gründerin

29,2 % – Frauenanteil unter europäischen Patentanwält:innen

34,9 % – Höchster Erfinderinnen-Anteil im Bereich Pharmazeutika

4,9 % – Niedrigster Anteil bei mechanischen Bauteilen

Geschlechterkluft vergrößert sich mit jeder Karrierestufe

Obwohl Frauen zunehmend in MINT-Fächern promovieren, nimmt ihre Beteiligung auf jeder weiteren Karrierestufe ab – ein Phänomen, das als „Leaky Pipeline" bekannt ist. Besonders dramatisch wird diese Entwicklung bei der Kommerzialisierung von Erfindungen und der Gründung patentierender Startups. Dabei belegt die Forschung: Das Innovationspotenzial von Wissenschaftlerinnen ist genauso hoch wie das ihrer männlichen Kollegen. Die geringere Beteiligung liegt nicht an mangelnder Qualität, sondern an strukturellen, sozialen und wirtschaftlichen Barrieren.

Gender Gap in Europa: Große Unterschiede

Die Studie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den europäischen Ländern. Bei Erfinderinnen führen Portugal und Spanien mit den geringsten Geschlechterunterschieden. Bei patentierenden Startups liegen Spanien, Portugal und Irland vorn, während Deutschland, Österreich und die Niederlande die niedrigsten Beteiligungsquoten aufweisen.
Ein Hoffnungsschimmer: Jüngere Startups (unter 5 Jahre) weisen mit 14 Prozent einen deutlich höheren Anteil an Gründerinnen auf als etablierte Unternehmen (5,9 Prozent bei Firmen über 20 Jahre).

Gender Gap nach Branchen: Pharma und Biotech vorn

Der Frauenanteil variiert stark nach Technologiefeld:

Spitzenreiter:

  • Pharmazeutika: 34,9 %
  • Biotechnologie: 34,2 %
  • Lebensmittelchemie: 32,3 %

Schlusslichter:

  • Werkzeugmaschinen: 5,7 %
  • Kommunikationsprozesse: 5,5 %
  • Mechanische Bauteile: 4,9 %

Besonders bemerkenswert: Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen haben mit 24,4 % den höchsten Erfinderinnen-Anteil – weit vor KMU und Einzelantragsstellern.

„Europa kann nur davon profitieren, die Beteiligung von Frauen an Innovationen zu stärken. Diversität ist kein Luxus, sondern der Treibstoff für bahnbrechende Innovationen."

António Campinos, Präsident des Europäischen Patentamts

Strukturelle Barrieren und Finanzierungshürden

Die Studie zeigt ein weiteres strukturelles Problem: Obwohl Frauen zunehmend in Erfinder:innenteams vertreten sind, werden sie weiterhin deutlich seltener als Einzelerfinderinnen genannt. Dies deutet auf anhaltende strukturelle Barrieren hin, die Frauen daran hindern, eigenständig Patente anzumelden. Besonders problematisch: Startups mit Gründerinnen sehen sich offenbar größeren Herausforderungen beim Wachstum gegenüber. Während jüngere Startups noch einen höheren Anteil an Gründerinnen aufweisen, sinkt dieser in späteren, fortgeschritteneren Finanzierungsrunden deutlich. Dies weist auf systematische Benachteiligungen bei der Kapitalbeschaffung hin – ein kritischer Faktor für die Skalierung innovativer Unternehmen. Die Ergebnisse fallen zeitlich mit der EU-Industriestrategie und dem Europäischen Innovationsrat (EIC) zusammen, welche die Bedeutung inklusiver Innovationsökosysteme zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas in strategischen Technologien betonen.

(klw)

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Karriere in Innovation und Patentrecht

Sie interessieren sich für eine Karriere an der Schnittstelle von Technologie und Recht? Das EPA selbst geht mit gutem Beispiel voran: 31 Prozent der Neueinstellungen 2025 waren Frauen, der Frauenanteil im Young Professionals-Programm liegt bei mehr als 50 Prozent.

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Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

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  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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