Habilitationsstipendium
Fördermöglichkeiten für die Habilitation
Eine Habilitation öffnet die Tür zur Hochschullehre. Doch wie sollen die notwendige Forschung und der Lebensunterhalt in dieser Zeit finanziert werden? Ein Habilitationsstipendium hilft.
- Habilitationsstipendium = finanzielle Unterstützung für die Forschungszeit während der Habilitation (oft weiterhin wichtig z. B. in der Medizin).
- Höhe variiert stark: z. B. KAS 1.900 € + 300 € Forschungspauschale (+ ggf. Zuschläge), LMU 2.800 €, Schloss Solitude 1.300 € + Studio.
- Anbieter: Universitäten und Stiftungen/Private, teils fachgebunden
- Suche: direkt bei der Uni, über e-fellows.net, für Ausland ggf. DAAD
- Frauenförderung: spezielle Programme an Unis (z. B. LMU Gleichstellung, TU Dresden Maria-Reiche); meist braucht man Uni-Anbindung/Betreuungszusage.
Aktualisiert: 17.03.2026
Forschungsförderung für Habilitand:innen
Eine Habilitation ist nicht mehr der einzige Weg zu einer Professur an einer Hochschule. In einigen Fächern oder Fachbereichen ist sie dennoch nach wie vor weit verbreitet, etwa in der Humanmedizin. Die Anforderungen sind hoch. Allem voran ist eine Habilitationsschrift über eine anspruchsvolle wissenschaftliche Arbeit nötig, zusätzlich weitere Veröffentlichungen. Ein Habilitationsstipendium unterstützt Habilitand:innen in der Zeit der Forschung.
Der finanzielle Umfang der Unterstützung ist von Stipendium zu Stipendium unterschiedlich. Ein Vollstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung beispielsweise bringt dem Habilitanden oder der Habilitandin 1.900 Euro plus 300 Euro Euro Forschungskostenpauschale und ggf. Kinder- oder Familienzuschläge monatlich, ein Habilitationsstipendium an der Ludwig-Maximilians-Universität München 2.800 Euro im Monat plus ggf. Kinderzulage. Ein Stipendium für Künstler:innen an der Akademie Schloss Solitude dagegen beträgt 1.300 Euro. Hinzu kommt allerdings ein möbliertes Wohn- und Arbeitsstudio.
Habilitationsstipendien werden von Hochschulen ebenso wie von privaten Einrichtungen vergeben. Manchmal gibt es Stipendien je nach Fachbereich. Auch private Stiftungen haben häufig Schwerpunkte, wer beziehungsweise welche wissenschaftlichen Projekte im Zuge einer Habilitation gefördert werden.
Tipps für das Habilitationsstipendium
Durch die Vielzahl der Angebote kann sich die Suche nach einem passenden Stipendium als schwierig erweisen. Wer seine Habilitation an einer bestimmten Universität bzw. bei einem bestimmten Professor oder einer bestimmten Professorin erwerben will, sollte sich direkt an die Hochschule wenden. Erste Informationen erhält man auch häufig auf der Homepage der jeweiligen Universität.
Einen Überblick über weitere Förderprogramme ermöglicht die Stipendiums-Sammlung auf dem Portal e-fellows.net. Die Angebote lassen sich nach der Bildungsphase Habilitand:innen filtern, um Habilitationsstipendien anzuzeigen. Wer eine Habilitation im Ausland anstrebt, wird möglicherweise beim Deutsch-Akademischen Austauschdienst (DAAD) fündig. Über die Suchleiste kann beispielsweise der Begriff „Habilitation” eingegeben werden.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bietet auf ihrer Webseite zahlreiche Informationen zur wissenschaftlichen Karriere nach der Promotion. Für Habilitanden sind vor allem zwei Programme interessant:
- Emmy Noether-Programm: Postdocs und befristet beschäftigte Juniorprofessorinnen und -professoren sollen hiermit die Voraussetzungen für eine Berufung als Hochschullehrende erlangen. Dafür können sie die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe übernehmen. Hinzu kommen qualifikationsspezifische Lehraufgaben. Die Förderhöchstdauer beträgt sechs Jahre.
- Heisenberg-Programm: Diese Förderung richtet sich an Forscher:innen, die bereits die Qualifikation für eine unbefristete Professur erlangt, aber noch keine Berufung erhalten haben. Mit den Mitteln aus dem Programm können sie in der Zwischenzeit ihre Projekte fortsetzen und ihre wissenschaftliche Reputation weiter steigern.
Das speziell auf Habilitand:innen ausgelegte Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ist mit 3.400 Stipendiatinnen und Stipendiaten eines der größten Begabtenförderungswerke in Deutschland. Zu dem Stipendium in Höhe von 1.900 Euro pro Monat kommen noch 300 Euro Forschungskostenpauschale und gegebenenfalls Zuwendungen für Familie beziehungsweise Kinder hinzu. Die Förderungshöchstdauer beträgt drei Jahre, kann aber in begründeten Fällen auf insgesamt fünf Jahre verlängert
Habilitationsstipendium für Frauen: Diese Möglichkeiten gibt es
Die meisten Möglichkeiten für ein Stipendium stehen allen Geschlechtern offen. Manche Förderprogramme werden allerdings ausschließlich für Frauen aufgelegt. Für die Habilitation stehen unter anderen diese Wege offen:
Förderstipendien an Universitäten
Zwei Beispiele für die Förderung speziell von Habilitandinnen sind das Habilitationsstipendium über die Bayerische Gleichstellungsförderung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie das Maria-Reiche-Programm der Technischen Universität Dresden. Solche Programme gibt es auch an anderen Universitäten, teilweise werden dafür Stiftungskapital oder Landesmittel hinzugezogen. Voraussetzung ist in der Regel eine Anbindung an die Universität. Das kann eine Anstellung sein oder die Zusicherung einer Hochschullehrkraft, das Habilitationsvorhaben zu unterstützen und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Mittel für die einzelnen Förderprogramme werden häufig jährlich neu vergeben. Man sollte sich also am besten bei einer Universität erkundigen, ob das Programm fortgeführt wird. Für Wirtschaftswissenschaftlerinnen kann zudem das Dr.-Maria-Schaumayer-Habiliationsstipendium interessant sein.
Informationen zu weiteren Stipendien für Frauen
Weitere Möglichkeiten finden Nachwuchswissenschaftlerinnen in unserem Artikel „Frauenförderung in der Wissenschaft“.