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Gehalt Psychologe: Aussichten für Berufseinsteiger und Erfahrene

von academics

Am Anfang eines Studiums der Psychologie steht vielfach der Wunsch, die menschliche Natur zu verstehen und soziale Zusammenhänge zu gestalten. Bereits die Planung des Studiums jedoch entscheidet darüber, welche Karrierewege Sie anschließend als Psychologe einschlagen können. Das Gehalt hängt vom Abschluss, der Branche und den beruflichen Weiterqualifizierungen ab.

Gehalt Psychologe: Aussichten für Berufseinsteiger und Erfahrene© photopitu - Fotolia.comPsychologen sind anhand ihrer akademischen Ausbildung so breit aufgestellt, dass sie in den unterschiedlichsten Bereichen einsatzfähig sind
Auch wenn landläufig viele meinen, dass Psychologen vornehmlich als Therapeuten arbeiten, ist die akademische Ausbildung in Wirklichkeit so weit gefächert, dass sie eine spätere Beschäftigung in vielen Bereichen und Branchen zulässt. Neben Tätigkeiten im Gesundheitswesen und in sozialen Einrichtungen gibt es für Psychologen auch Aufgaben in der Forschung oder in der Beratung von Wirtschaftsunternehmen. Das Gehalt variiert je nach Arbeitgeber - und ist dabei unterschiedlich kalkulierbar.

Der sichere Weg als Psychologe: Gehalt im öffentlichen Dienst

Eine Anstellung in Kliniken, Beratungsstellen oder Bildungseinrichtungen verspricht Psychologen ein Gehalt nach dem Tarif TVÖD und oft auch eine gewisse Sicherheit, die finanzielle Entwicklung beeinflussen zu können. Zwar wachsen die Bäume hier nicht in den Himmel und gerade Berufseinsteiger müssen sich noch mit einem relativ niedrigen Betrag auf dem Gehaltszettel begnügen. Mit der Berufserfahrung entwickelt sich aber auch die Gehaltseinstufung. Einen kleinen Vorsprung haben Psychologen, die ihr Gehalt bei einer Tätigkeit in einem Forschungsinstitut beziehen.

Die Eingruppierung innerhalb des Tarifsystems erfolgt für Berufsanfänger in der Regel in den Entgeltgruppen neun bis 13. Bereits nach einem Jahr können Psychologen eine Gehaltssteigerung von etwa zehn Prozent nach dem Tarifvertrag erwarten. Einen Überblick gibt die Einschätzung des Berufsverbands Deutscher Psychologen (BDP, Stand 2011):

Gehaltsunterschiede für Psychologen abhängig von Arbeitgeber und Berufserfahrung
Arbeitgeber Durchschnittliches Jahresgehalt nach Berufserfahrung (in Euro)
  bis 2 Jahre ab 2 Jahre, ohne Personalverantwortung ab 2 Jahre, mit Personalverantwortung
Forschungsinstitute 37.851 45.662 52.121
Gesundheitswesen 36.423 42.110 48.878
Bildungsinstitutionen 36.363 39.254 49.844
Soziale Einrichtungen 33.122 39.965 46.897


Master und Promotion: Warum sich das längere Studium als Psychologe lohnt

Mit dem Abschluss als Bachelor (B.A.) haben Psychologen alle Voraussetzungen für den Berufsstart. In der Regel trauen Arbeitgeber den Absolventen dann jedoch nur Assistenzen zu und gruppieren die Berufseinsteiger mit Einstiegsgehältern um die 2.500 Euro pro Monat entsprechend niedrig ein. Erst der Master-Abschluss stärkt das Karrierepotenzial eines Psychologen und macht ein monatliches Anfangsgehalt von durchschnittlich 3.000 Euro aufwärts möglich.

Wer in der Forschung arbeiten will, sollte als Psychologe eine Promotion in Erwägung ziehen. Gegebenenfalls ist dies begleitend zu einem bestehenden Forschungsprojekt möglich. Psychologen mit entsprechenden Studienschwerpunkten sind auch in der freien Wirtschaft gefragt - ihre Fähigkeiten werden in der Arbeitsorganisation, im Marketing und sogar im Management geschätzt.
Die Karriereaussichten bei einer Anstellung in Wirtschaftsunternehmen können bei hohem Engagement die im öffentlichen Dienst deutlich übertreffen. Auch hier vertraut man häufig auf die psychologische Wirkung eines Doktortitels, allerdings sind wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse und unternehmerisches Denken mindestens ebenso wichtig.

Arbeiten als Psychologe: Gehalt durchschnittlich im Norden höher

Wie auch in anderen Berufsfeldern variieren die Gehaltsaussichten für Psychologen regional. Überraschenderweise erzielen Psychologen im vergleichsweise kleinen Bundesland Bremen mit durchschnittlich 4.242 Euro im Monat deutschlandweit die höchsten Gehälter. Auch Hamburg (3.614 Euro) und Schleswig-Holstein (3.438 Euro) lassen sich die Arbeit von Psychologen überdurchschnittlich viel kosten. Schlusslichter sind die Bundesländer Sachsen-Anhalt (2.871 Euro) und Sachsen (2.458 Euro).

Der Blick über den Tellerrand kann sich für Psychologen lohnen. Ein international aufgestelltes Studium, berufliche Erfahrungen im Ausland und der damit verbundene Erwerb interkultureller Kompetenzen sind für viele Arbeitgeber heute wichtig. Zwar drückt sich dies nicht in tariflichen Zuschlägen aus, doch verhilft ein solcher Hintergrund zu höher eingruppierten Stellen mit Verantwortung.

Im europäischen Ausland sind die Aussichten für Fachleute aus dem Gesundheitswesen teilweise sehr gut. Wer es schafft, in der Schweiz als Psychologe zu arbeiten, kann dort ein Jahresgehalt von durchschnittlich fast 100.000 Euro erwarten. In Schweden gehören nicht nur Ärzte, sondern auch Psychologen zu Mangelberufen. Schwedische Kliniken bieten attraktive Tarifverträge und geregelte Arbeitszeiten. Auch in Dänemark und Norwegen ist die Vergütung für Personal im Gesundheitswesen spürbar höher als in Deutschland.



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