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Gerda Henkel Preis 2026
Rechtswissenschaftlerin Jane McAdam erhält Gerda Henkel Preis

  • Die australische Rechtswissenschafterin Prof. Dr. Jane McAdam erhält den Gerda Henkel Preis 2026.
  • Die Jury würdigt ihre wegweisende Forschung zu katastrophenbedingter Vertreibung und Klimamigration als neues völkerrechtliches Forschungsfeld.
  • McAdam nimmt die Auszeichnung am 23. November 2026 in Düsseldorf entgegen.
  • Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.


Aktualisiert: 07.07.2026

Von: academics
News Rechtswissenschaften Köpfe der Wissenschaft

Artikelinhalt

Jane McAdam: Preisträgerin des diesjährigen Gerda Henkel Preises Jury würdigt wegweisende Forschung zu Vertreibung und Klimawandel Über Prof. Dr. Jane McAdam Die Gerda Henkel Stiftung

Jane McAdam: Preisträgerin des diesjährigen Gerda Henkel Preises

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© academics Grafik

Laut einer Pressemitteilung der Gerda Henkel Stiftung erhält die australische Rechtswissenschaftlerin und Expertin für internationales Flüchtlingsrecht Prof. Dr. Jane McAdam den Gerda Henkel Preis 2026. Jane McAdam habe „in ihren wegweisenden Forschungsarbeiten die Geschichte katastrophenbedingter Vertreibung und Umsiedlung historisch rekonstruiert, den Umgang damit juristisch analysiert und systematische Lücken im geltenden Recht aufgedeckt“, so die Jury in ihrer Begründung. „Ihre Bücher sind zu Standardwerken geworden und haben das Thema Vertreibung im Zusammenhang mit Klimawandel und Naturkatastrophen als neues völkerrechtliches Forschungsfeld etabliert.“

Der Gerda Henkel Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Jane McAdam ist Professorin an der Universität von New South Wales in Sydney. Sie nimmt die Auszeichnung am 23. November 2026 in Düsseldorf entgegen.

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Jury würdigt wegweisende Forschung zu Vertreibung und Klimawandel

Das Kuratorium der Gerda Henkel Stiftung folgte in einer einstimmigen Entscheidung einer Empfehlung der Preis-Jury, der die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung sowie stiftungsunabhängige Persönlichkeiten angehören. Die Jury unter Leitung der Historikerin Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Stollberg-Rilinger, Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin, begründet ihre Empfehlung im vollständigen Wortlaut wie folgt:

„Die australische Rechtswissenschaftlerin Jane McAdam ist eine weltweit führende Expertin für die Rechte von Geflüchteten. Als eine der Ersten hat sie darauf aufmerksam gemacht, welche Herausforderung die durch Klimawandel bedingte Zwangsmigration für das Internationale Recht darstellt. In ihren wegweisenden Forschungsarbeiten hat sie die Geschichte katastrophenbedingter Vertreibung und Umsiedlung historisch rekonstruiert, den Umgang damit juristisch analysiert und systematische Lücken im geltenden Recht aufgedeckt. Ihre Arbeit besticht durch eine differenzierte Herangehensweise, welche die Klimaerwärmung in den Kontext vielfältiger Faktoren der Flucht stellt. Ihre Bücher sind zu Standardwerken geworden und haben das Thema Vertreibung im Zusammenhang mit Klimawandel und Naturkatastrophen als neues völkerrechtliches Forschungsfeld etabliert. Als Beraterin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sowie zahlreicher nationaler und internationaler Gremien trägt sie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse unmittelbar in die politische und rechtliche Praxis. Mit ihrer Forschung hat sie das Verständnis einer der drängendsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nachhaltig verändert und entscheidend zur Weiterentwicklung des internationalen Flüchtlings- und Menschenrechtsschutzes beigetragen.“

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Über Prof. Dr. Jane McAdam

© UNSW/Kaldor Centre

Jane McAdam schloss das Studium sowohl der Rechtswissenschaft als auch der Geschichte an der Universität Sydney mit Auszeichnung ab. 2005 wurde sie an der Universität Oxford im Fach Rechtswissenschaften promoviert. Seit 2007 ist sie an der Universität von New South Wales in Sydney tätig, seit 2013 als „Scientia Professor“ für Rechtswissenschaften. Am dortigen „Kaldor Centre for International Refugee Law“, dessen Gründungsdirektorin sie war, leitet sie mit Förderung der Australischen Forschungsgemeinschaft den „Evacuations Research Hub“. 2021 erschien die 4. Auflage ihres Buches „The Refugee in International Law“ (zusammen mit GS Goodwin-Gill), in demselben Jahr „The Oxford Handbook of International Refugee Law“, dessen Mitherausgeberin sie ist. 2021 erhielt Jane McAdam die höchste zivile Auszeichnung ihres Landes, den Order of Australia (AO), für ihre Verdienste um das internationale Flüchtlingsrecht und hier insbesondere für den Zusammenhang von Klimawandel und Vertreibung.

➥ Hier finden Sie ein ausführliches Interview mit der Preisträgerin.

„Die Grundprinzipien des internationalen Flüchtlingsrechts haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Ihre Bedeutung wird in den kommenden Jahren vielmehr weiter zunehmen.“

Prof. Dr. Jane McAdam, Rechtswissenschaftlerin und Expertin für internationales Flüchtlingsrecht

Die Gerda Henkel Stiftung

Die Gerda Henkel Stiftung zeichnet mit dem Gerda Henkel Preis exzellente und international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die in den von der Stiftung geförderten Disziplinen und Förderbereichen herausragende Forschungsleistungen erzielt haben und weitere erwarten lassen. Mit einem „Sonderprogramm Flucht“ unterstützt sie weltweit Forschungsprojekte zu Flucht und Vertreibung, Schutzmaßnahmen und staatliche Regelungen sowie zum Handeln und zu Erfahrungen von Geflüchteten.

Die Gerda Henkel Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Stiftung wurde im Juni 1976 von Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. Forschungen, die aktuelle Problemlagen in größere historische Zusammenhänge stellen oder auch gezielt gegenwarts- und zukunftsbezogene Themen in den Blick nehmen, werden in zeitlich begrenzten Programmen unterstützt, wie etwa in den Sonderprogrammen „Flucht“, „Demokratie“ und „Lost Cities“.

Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika. In ihrem Förderschwerpunkt „Patrimonies“ setzt sie sich für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Im Zusammenhang mit geförderten Projekten gewährt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch Mittel für soziale Begleitmaßnahmen. Sie bietet zudem ein geographisch offenes Stipendienprogramm für gefährdete und geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.

(vig)

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