Peter Mitchell Medaille 2026
Joachim Heberle mit Peter Mitchell Medaille 2026 ausgezeichnet
- Der Biophysiker Prof. Dr. Joachim Heberle vom Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin erhält die Peter Mitchell Medaille 2026.
- Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten internationalen Ehrungen auf dem Gebiet der Bioenergetik und Membranbiophysik.
- Gewürdigt werden Heberles Beiträge zur Erforschung der biologischen Energieumwandlung, insbesondere zu Membranproteinen, Protonentransport und lichtgetriebenen biologischen Prozessen
- Die Verleihung fand am 22. August 2026 im Rahmen der European Bioenergetics Conference (EBEC) in Stockholm statt, die Laudatio hielt Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Hartmut Michel.
Aktualisiert: 25.08.2026
Auszeichnung für Forschung zur biologischen Energieumwandlung
© academics Grafik
Wie die Freie Universität Berlin in einer aktuellen Pressemitteilung mitteilt, ist der Biophysiker Prof. Dr. Joachim Heberle vom Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin für seine wegweisenden Beiträge zur Erforschung der biologischen Energieumwandlung mit der Peter Mitchell Medaille 2026 ausgezeichnet worden. Die Ehrenmedaille gilt als eine der bedeutendsten internationalen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Bioenergetik und Membranbiophysik. Sie wurde im Rahmen der European Bioenergetics Conference (EBEC) an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die grundlegende Beiträge zum Verständnis biologischer Energieumwandlung geleistet haben – insbesondere zu Prozessen wie Protonentransport, Zellatmung, Photosynthese und membrangebundenen Proteinen.
Der Namensgeber der Auszeichnung
Die Peter Mitchell Medaille erinnert an den britischen Biochemiker Peter Mitchell, der 1978 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Seine Chemiosmose-Theorie revolutionierte das Verständnis der biologischen Energieumwandlung und der ATP-Synthese und zählt zu den herausragendsten wissenschaftlichen Leistungen der modernen Biochemie. Zu den bisherigen Trägerinnen und Trägern der Auszeichnung gehören zahlreiche führende Forschende der Bioenergetik, darunter mehrere Nobelpreisträger.
Joachim Heberles Forschung
Joachim Heberle habe mit seinen Forschungen zu Membranproteinen, Protonentransport und lichtgetriebenen biologischen Prozessen internationale Maßstäbe gesetzt. Seine Arbeiten verbinden modernste spektroskopische Methoden mit grundlegenden Fragestellungen der Molekularbiologie und Biophysik. Besonders hervorzuheben seien seine Beiträge zum Verständnis der Funktion von Rhodopsinen und anderen energieumwandelnden Proteinsystemen. Diese Forschung bildete einen zentralen Schwerpunkt des Sonderforschungsbereichs SFB 1078 „Protonierung und Dynamik in Proteinen“, dessen Sprecher Joachim Heberle von 2017 bis 2024 war.
Neben seinen Forschungsleistungen engagiert sich Prof. Heberle seit vielen Jahren für die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und wissenschaftlicher Integrität. Als Mitglied des nationalen Gremiums „Ombudsman für die Wissenschaft“ (2014–2021), der Kommission der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) sowie als zentrale Ombudsperson der Freien Universität Berlin (2021–2026) berät, vermittelt und untersucht er Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Sein Ansatz sei dabei weniger von Sanktionierung als von Vermittlung geprägt. Im Mittelpunkt stünden faire Verfahren und einvernehmliche Lösungen, um die Wissenschaftskultur nachhaltig zu stärken.
Preisverleihung mit Laudatio von Nobelpreisträger Hartmut Michel
Die Peter Mitchell Medaille 2026 wurde am Samstag, 22. August, im Rahmen der European Bioenergetics Conference (EBEC 2026) in der Aula Magna der Universität Stockholm verliehen. Die internationale Fachkonferenz bringt Forschende aus aller Welt zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Bioenergetik zu diskutieren.
Mit der Auszeichnung würdigte die internationale Fachgemeinschaft Joachim Heberles herausragende Beiträge zur molekularen Biophysik und zur Erforschung der biologischen Energieumwandlung. Im Rahmen der Preisverleihung sprach Joachim Heberle in seinem Vortrag „Following the Proton: A Journey Through Bioenergetics“ über die zentrale Rolle des Protonentransports bei der biologischen Energieumwandlung und stellte zentrale Stationen seiner Forschung vor. Die Laudatio hielt der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Hartmut Michel vom Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main.
(che)