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Bioinformatik Gehalt
Wie viel verdienen Bioinformatiker?

Eine Bioinformatikerin betracht am Monitor eine DNA-Darstellung

© AndreyPopov

  • Die Gehaltsspanne reicht von jährlich rund 40.000 Euro für Berufseinsteiger:innen bis zu einem Jahresbrutto von etwa 90.000 Euro
  • Das Mediangehalt von Bioinformatiker:innen liegt bei 72.635 Euro brutto im Jahr

Aktualisiert: 12.07.2022

Von:
Florian Heil ,
Tanja Viebrock
Informatik / IT Biologie, Life Sciences MINT Gehalt

Artikelinhalt

Bioinformatik: Große Bandbreite beim Gehalt Durchschnittsgehalt von Bioinformatikern Gehaltsfaktoren: Unternehmensgröße, Branche, Region Gehalt von Bioinformatikern im öffentlichen Dienst Gehalt für Bioinformatiker in der Forschung

Bioinformatik: Große Bandbreite beim Gehalt

Die Karriereoptionen für Bioinformatiker und Bioinformatikerinnen sind vielfältig. Von der Chemieindustrie bis hin zur IT stehen ihnen verschiedene Branchen offen. Auch was die inhaltliche Ausrichtung betrifft, gibt es für Absolventen und Absolventinnen dieses noch relativ jungen Studienganges diverse Möglichkeiten. Dementsprechend breit ist auch die Spanne bei den Gehältern. Sie reicht von jährlich rund 40.000 Euro für Berufseinsteiger bis zu einem Jahresbrutto von etwa 90.000 Euro.

Grundsätzlich hängt die Höhe des Gehaltes bei Bioinformatikern von der Art des Studienabschlusses und der vorhandenen Berufserfahrung ab. Doch auch die Branche spielt eine Rolle: In der Pharma- und Chemieindustrie fällt der Verdienst üblicherweise üppiger aus als in der Biotechnologie und in der Forschung. 

Zudem gilt in der Regel: Je größer das Unternehmen, desto höhere Gehälter sind möglich. Letztlich hängt es in der Wirtschaft aber immer auch vom Verhandlungsgeschick ab, welcher Betrag am Ende auf der Gehaltsabrechnung steht.

Im öffentlichen Dienst werden Bioinformatiker nach dem jeweils gültigen Tarifvertrag (TVöD) bezahlt. Hier fällt das Gehalt meist geringer aus als in Wirtschaftsunternehmen. Verhandlungsgeschick ist nur wenig hilfreich, da im öffentlichen Dienst nach festen Entgeltstufen vergütet wird.

Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, in der Übersicht:

  • Abschluss
  • Berufserfahrung und Qualifikation
  • Standort
  • Unternehmensgröße
  • Branche
  • Tätigkeitsbereich
  • Verhandlungsgeschick (sofern das Gehalt nicht tarifgebunden ist). 


Durchschnittsgehalt von Bioinformatikern

Das Durchschnittsgehalt beziehungsweise Mediangehalt von Bioinformatikern ist im Hochlohnsektor angesiedelt. Das Gehaltsportal gehalt.de erfasst das Mediangehalt, bei dem 50 Prozent der Datensätze über diesem Wert liegen und 50 Prozent darunter. Für Bioinformatikerinnen liegt das Mittel bei 72.635 Euro brutto im Jahr. 

Der Entgeltatlas der Arbeitsagentur, der seine Gehaltsdaten aus von Arbeitgebern gemeldeten Sozial- und Rentenversicherungsangaben bezieht, kommt auf ein Mediangehalt von 62.532 Euro jährlich. Spitzenverdiener bleiben in dieser Betrachtung allerdings außen vor, da die Entgelte nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung ausgewiesen werden. Diese liegt im Jahr 2022 bei 84.500 Euro in Westdeutschland und bei 81.000 Euro in Ostdeutschland.

Einstiegsgehalt von Bioinformatikern

Bereits am Anfang ihrer Karriere können Bioinformatikerinnen mit einem vergleichsweise hohen Einkommen rechnen. So geht gehalt.de von einem Mediangehalt von 63.230 Euro für die ersten drei Berufsjahre aus. Nach den Daten des Entgeltatlas verdient nur ein Viertel aller Bioinformatiker weniger als 51.720 Euro, darunter mutmaßlich viele Berufseinsteiger.

Hohe Gehälter in Führungspositionen und bei Personalverantwortung

Wer viel Verantwortung trägt, wird entsprechend entlohnt. Für Führungspositionen wird häufig eine Promotion vorausgesetzt. Die zahlt sich allerdings oft aus: In der Wirtschaft kommen die Topverdiener unter den Bioinformatikern auf ein Jahresbrutto von mehr als 80.000 Euro. Spitzengehälter können auch bei mehr als 90.000 Euro im Jahr angesiedelt sein. 

Bioinformatik: Aktuelle Jobs und Stellenangebote

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Gehaltsfaktoren: Unternehmensgröße, Branche, Region

Auch die Unternehmensgröße hat in vielen Fällen Einfluss auf das Gehalt: Mit den Löhnen, die Großkonzerne zahlen, können kleine und mittelständische Unternehmen meist nicht mithalten. Das Monatsbrutto eines Bioinformatikers liegt in Unternehmen im Mittel laut gehalt.de bei Unternehmen mit

  • bis 100 Mitarbeitern bei 67.736 Euro,
  • bis 1.000 Mitarbeitern bei 74.251 Euro,
  • bis 20.000 Mitarbeitern bei 78.938 Euro und
  • bei mehr 20.000 Mitarbeitern bei 83.705 Euro.

Die großen Konzerne in der Pharma- und Chemieindustrie sowie in der Medizintechnik zahlen meist überdurchschnittlich gut. In der Biotechnologie hingegen fallen die Gehälter für Bioinformatikerinnen oft vergleichsweise niedrig aus. Durch einen Branchenwechsel lässt sich also manchmal ein Gehaltssprung erreichen.

Regionale Gehaltsunterschiede

Üblicherweise fallen Gehälter in Süddeutschland höher aus als im Rest der Bundesrepublik. Zudem erhalten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Städten und Ballungsräumen meist höhere Löhne als auf dem Land – wo allerdings auch die Lebenshaltungskosten geringer sind. Dieser allgemeine Trend trifft auch auf die Gehälter von Bioinformatikern zu, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

Gehalt im Mittel für Bioinformatiker nach Bundesland

Bundesland Mediangehalt pro Jahr in Euro (brutto)

Baden-Württemberg

78.638 €

Bayern

76.334 €

Berlin

68.862 €

Brandenburg

58.149 €

Bremen

70.133 €

Hamburg

77.110 €

Hessen

78.618 €

Mecklenburg-Vorpommern

56.002 €

Niedersachsen

67.026 €

Nordrhein-Westfalen

73.704 €

Rheinland-Pfalz

71.516 €

Saarland

69.530 €

Sachsen

58.816 €

Sachsen-Anhalt

57.867 €

Schleswig-Holstein

64.378 €

Thüringen

59.412 €

Quelle: gehalt.de (Stand Juni 2022) © academics
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Gehalt von Bioinformatikern im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst werden Bachelor-Absolventen üblicherweise in die Entgeltgruppen E 9 bis E 12 eingeordnet, Bioinformatiker mit Master oder Promotion in die Gruppen E 13 bis E 15. Oft ist die Entgeltgruppe bereits in der Stellenausschreibung genannt. 

Was die Eingruppierung in konkreten Zahlen bedeutet, hängt vom jeweiligen Tarifvertrag ab. Für Angestelltenverhältnisse mit dem Bund gilt der TVöD Bund. Wenn der Dienstherr ein Bundesland ist, beispielsweise bei einer Anstellung an der Universität, findet der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Land (TV-L) Anwendung. Zu beiden Tarifverträgen gibt es entsprechende Entgelttabellen.

Drei konkrete Beispiele:

  • B. Sc. Bioinformatiker, Entgeltgruppe 10, Stufe 1 (= Einsteiger), im öffentlichen Dienst der Länder beschäftigt: 41.132 Euro brutto pro Jahr (gültig bis Ende November 2022)
  • M. Sc. Bioinformatikerin, Entgeltgruppe 13, Stufe 1 (= Einsteiger), beim Bund angestellt: 50.249 Euro brutto pro Jahr (gültig bis Ende 2022)
  • M. Sc Bioinformatiker, Entgeltgruppe 14, Stufe 4 (= berufserfahren), beim Bund angestellt: 68.436 Euro brutto pro Jahr (gültig bis Ende 2022).

Die Einstiegsgehälter für Bioinformatiker im öffentlichen Dienst können also für gewöhnlich mit denen in der Wirtschaft mithalten. Das trifft mit zunehmender Berufserfahrung allerdings nur noch seltener zu. 

Die Vergütung im öffentlichen Dienst erhöht sich zwar mit Dauer des Beschäftigungsverhältnisses stufenweise. Doch die Entwicklungsstufen bleiben in vielen Fällen hinter den Gehältern zurück, die Bioinformatikerinnen mit gewisser Berufserfahrung in der Wirtschaft erreichen können.

Gehalt für Bioinformatiker in der Forschung

Aufgrund der vergleichsweise jungen Geschichte ihrer Disziplin leisten Bioinformatiker in der Wissenschaft häufig echte Pionierarbeit. Im besten Fall bringt dies Ruhm und Ehre, in Sachen Gehalt bleiben promovierende Bioinformatikerinnen in der akademischen Laufbahn jedoch meist hinter ihren ehemaligen Kommilitonen und Kommilitoninnen zurück, die nach dem Master in der freien Wirtschaft Fuß fassen.

Absolventen, die während der Promotion eine Stelle etwa als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität oder einer öffentlich finanzierten Forschungseinrichtung innehaben, werden nach dem jeweils gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Sie werden häufig ebenfalls in die Entgeltgruppe E 13, Erfahrungsstufe 1 eingeordnet. Je nach Dienstherr bedeutet das folgendes Monatsbrutto: 50.249 Euro angestellt beim Bund oder 48.892 Euro angestellt im öffentlichen Dienst der Länder.

W-Besoldung für Professoren der Bioinformatik

Ergattern Bioinformatikerinnen nach der Promotion eine Professur, wird nach der W-Besoldung für Professoren vergütet. Bei einer Juniorprofessur liegt das Einstiegsgehalt (Besoldungsgruppe W1) je nach Dienstherr meist bei knapp 60.000 Euro pro Jahr. Später sind in der Besoldungsgruppe W3 Jahresgrundgehälter von mehr als 90.000 Euro möglich. Konkrete Zahlen für Beschäftigte in den einzelnen Ländern und beim Bund finden Sie im Artikel „Was verdient ein Professor?“. 

Ohne Professur, zum Beispiel bei einer Postdoc-Anstellung, fällt das Gehalt an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen geringer aus. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst des Bundes (TVöD Bund) beziehungsweise der Länder (TV-L oder TV-H für Hessen) sieht folgende Eingruppierung vor:

  • wissenschaftlicher Mitarbeiter: E 13 (Grundentgelt Stufe 1, ca. 50.000 Euro im Jahr) 
  • Nachwuchs- und Forschungsgruppenleiter: E 14 oder E 15 (Grundentgelt Stufe 1, ca. 53.000 bis 59.000 Euro im Jahr)


Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar
    Noch 6 Plätze verfügbar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

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  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

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  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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