1.000-Köpfe-Plus-Programm
Mehr als 600 Millionen Euro für das 1.000-Köpfe-Plus-Programm
Der Bund möchte mehr als 600 Millionen Euro in das 1.000-Köpfe-Plus-Programm investieren. Die ersten 166 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 25 Ländern wurden seit dem Start des Programms im Juli 2025 ausgewählt. Bundesforschungsministerin Bär begrüßte die ersten Geförderten in Berlin.
Aktualisiert: 18.12.2025
Höhere Investitionen als jedes andere europäische Land
© academics Grafik
Weltweit gerät die Freiheit der Wissenschaft zunehmend unter Druck. Mit dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm, im Englischen Global Minds Initiative Germany, wird internationalen Forscherinnen und Forschern ein sicherer Hafen der Wissenschaftsfreiheit und attraktive Karriereperspektiven in Deutschland geboten. Die ersten 166 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 25 Ländern wurden seit dem Start des Programms im Juli 2025 ausgewählt. Dies teilt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in einer Pressemitteilung bekannt.
Bundesforschungsministerin Bär gab im anschließenden Pressegespräch die Gesamtfördersumme für das Programm bekannt und erklärte dazu: „Angesichts des zunehmenden Drucks auf die Wissenschaftsfreiheit weltweit suchen viele Forscherinnen und Forscher nach neuen Möglichkeiten, um ihre Forschung und Karriere fortzusetzen. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen in Deutschland attraktive Karriereperspektiven bieten können. Die große Nachfrage zeigt: Das 1.000-Köpfe-Plus-Programm kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.
Ich habe die ersten Geförderten in unserem 1.000-Köpfe-Plus-Programm kennengelernt und bin sehr beeindruckt von ihren Forschungsbereichen und Lebensläufen. Sie alle haben sich Deutschland als Lebensmittelpunkt für ihre Forschung in den kommenden Jahren ausgesucht. Genau diese Menschen brauchen wir für unseren Wissenschaftsstandort. Wir wollen über 600 Millionen Euro in das 1.000-Köpfe-Plus-Programm investieren. Mehr als jedes andere Land in Europa. Dies bringt einen enormen Schub: Für dringend benötigte Fachkräfte und für exzellente Forschung in Deutschland.“
Bär begrüßt erste Geförderte aus dem 1000-Köpfe-Plus-Programm im BMFTR
Gemeinsam mit Prof. Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Robert Schlögl, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und Prof. Joybrato Mukherjee, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), begrüßte Bundesforschungsministerin Bär einige der ersten Geförderten im BMFTR in Berlin:
- Dr. Patrizio Antici aus Kanada ist international anerkannter Experte im Bereich der angewandten Photonik. Als Friedrich Wilhelm Bessel-Preisträger wird er mit Kolleginnen und Kollegen an der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammenarbeiten.
- Adrià Bellvert, PhD aus Spanien ist Experte für Biodiversität. An der Universität Greifswald wird er im Rahmen einer Einzelförderung der DFG eine Forschungsgruppe aufbauen, die die evolutionsbiologischen Prozesse untersucht, die zur Diversifizierung von Arten führen – mit Spinnen als Modellsystem.
- Dr. Karen Christman aus den USA ist Professorin für Biomedizintechnik. Die Humboldt-Forschungspreisträgerin wird am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin an neuartigen Biomaterialien für die Gewebezüchtung forschen.
- Víctor Hugo Masías Hinojosa aus Chile ist Psychologe mit Schwerpunkt in den Computational Social Sciences. Mit einem Humboldt-Forschungsstipendium forscht er an der Charité Universitätsmedizin Berlin.
- Sevgi Gokce Kafali Tekat forschte zuletzt in den USA zu KI-gestützten medizinischen Bildgebungsverfahren. Mit einem Humboldt-Forschungsstipendium forscht sie nun am Institut für KI und Informatik in der Medizin der Technischen Universität München.
- Johannes Stein forschte zuletzt an der Harvard University in den USA im Bereich Bioengineering. Als Geförderter des Emmy-Noether-Programms wird er eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin leiten.
(mas)
Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin
Hintergrund: 1000-Köpfe-plus-Programm
Mit dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm schafft die Bundesregierung zusätzliche attraktive Karriereperspektiven in Deutschland für exzellente internationale Forschende. Das Programm setzt auf etablierten Förderprogrammen der AvH und der DFG auf und richtet sich an Forschende in verschiedenen Karrierestufen ab der Promotion, aus der ganzen Welt und über alle Fachdisziplinen hinweg. Sowohl kurz- als auch langfristige Forschungsaufenthalte werden gefördert.
Um den Wissenschaftsstandort Deutschland auch für internationale Masterstudierende und Promotionsinteressierte attraktiver zu machen, werden zusätzlich Maßnahmen zur Beratung und zur Unterstützung beim Onboarding an deutschen Hochschulen durch den DAAD gefördert. Das Programm greift ein zentrales Versprechen aus dem Koalitionsvertrag auf und trägt durch die Gewinnung von exzellenten internationalen Forschenden zur Entwicklung zentraler Zukunftsfelder der Hightech Agenda Deutschland bei.
Neben den 227 Millionen Euro Haushaltsmittel des BMFTR hat die Bundesregierung weitere 375 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2029 im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität vorgesehen.