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Sachsen-Anhalt
CHE Analyse: AfD in Sachsen-Anhalt will in der Hochschulpolitik den Rückwärtsgang einlegen

Die AfD Sachsen-Anhalt verfolgt das Ziel, die Hochschulen des Landes hierarchischer, ideologischer und abgeschotteter auszurichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Grundlage der Untersuchung sind parlamentarische Initiativen der AfD-Landtagsfraktion in der laufenden Legislaturperiode sowie hochschulpolitische Passagen des im April 2026 beschlossenen Regierungsprogramms des Landesverbandes.

Aktualisiert: 16.05.2026

Von:
Céline Hellwig (che) ,
academics
News Wissenschaftssystem Arbeitsrecht

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Politischer Grundkonsens für das Hochschulsystem gerät unter Druck Fünf zentrale Positionen mit weitreichenden Folgen Sachsen-Anhalt als politisch relevantes Fallbeispiel

Politischer Grundkonsens für das Hochschulsystem gerät unter Druck

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© academics Grafik

Die Analyse des CHE zeigt: Die hochschulpolitischen Vorstellungen der AfD Sachsen-Anhalt würden Hochschulautonomie, Wissenschaftsfreiheit und institutionelle Handlungsfähigkeit der Hochschulen des Landes erheblich einschränken. Die Partei stelle damit in zentralen Punkten den Grundkonsens infrage, an denen sich die deutsche Hochschulpolitik bislang orientiert.

Stattdessen ziele das hochschulpolitische Verständnis der AfD Sachsen-Anhalt auf eine Mischung aus politischer Steuerung und Rückkehr zur „alten deutschen Ordinarien-Universität“. Letztere stehe für ein Hochschulmodell, das stärker hierarchisch, ideologisch und national ausgerichtet ist – und weniger partizipativ, qualitätsgesichert, innovationsorientiert und international.

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Fünf zentrale Positionen mit weitreichenden Folgen

Im CHECK arbeitet das CHE wesentliche hochschulpolitische Positionen der AfD in Sachsen-Anhalt und ihre Folgen heraus:

  • die Abschaffung interner Mitspracherechte, etwa für Studierende,
  • die Abschaffung moderner Steuerungsinstrumente wie Zielvereinbarungen,
  • ideologisch motivierte Eingriffe in die Freiheit der Hochschulen, ihre Forschungsthemen und Fachinhalte zu bestimmen,
  • die Abkehr vom Bologna-System und damit die Aufgabe international anschlussfähiger Abschlüsse
  • sowie eine Relativierung wissenschaftlicher Qualitätsstandards.

Für Studierende, Lehrende, Forschende und Hochschulleitungen hätte die Umsetzung des AfD-Regierungsprogrammes nach Einschätzung des CHE erhebliche Folgen – von geringerer Mobilität aufgrund verschlechterter nationaler und internationaler Anschlussfähigkeit hin zu mehr politischem Einfluss auf Forschung, Lehre und Ressourcenverteilung. Besonders hervorgehoben werden in der Publikation Risiken für die Wissenschaftsfreiheit, institutionelle Handlungsfähigkeit und internationale Kooperationen.

„Die Hochschulpolitik der AfD Sachsen-Anhalt will den Rückwärtsgang einlegen. Damit würden die Hochschulen wieder im letzten Jahrhundert landen. Aber in einer Gegenwart, die von Umbrüchen und globalen Herausforderungen geprägt ist, sind überholte Konzepte der Vergangenheit und übergriffige ideologische Einflussnahme die falsche Antwort“

Ulrich Müller, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter politische Analysen beim CHE

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Sachsen-Anhalt als politisch relevantes Fallbeispiel

Das CHE hat Sachsen-Anhalt als Fallbeispiel ausgewählt, weil dort nach der Landtagswahl im September 2026 eine reale Möglichkeit politischer Gestaltungsmacht für die AfD besteht und zugleich eine breite Quellengrundlage in Form pointierter parlamentarischer Äußerungen und eines elaborierten Regierungsprogramms vorliegt.

Was jetzt zu tun ist: Hochschulen müssen ihre Resilienz stärken.

Die CHE Analyse leitet einen bundesweiten Handlungsauftrag ab: Hochschulen und wissenschaftspolitische Akteure sollten sich intensiver und konkreter als bislang geschehen mit der Frage befassen, wie vulnerabel die institutionellen Leitplanken für Wissenschaftsfreiheit, Hochschulautonomie, gute wissenschaftliche Praxis und strategische Selbststeuerung unter veränderten politischen Bedingungen sind. Das CHE empfiehlt unter anderem, politische Entwicklungen stärker im Risikomanagement zu berücksichtigen, juristische Vorsorge zu treffen, abgestimmt zu handeln und die gesellschaftliche Legitimation von Hochschulen durch gute Wissenschaftskommunikation zu stärken.

„Was Deutschland braucht, sind nach vorne schauende, innovative Universitäten und HAW. Positiv zukunftsgestaltend sind Hochschulen, wenn sie authentisch, autonom, plural, qualitätsorientiert und international anschlussfähig ihre Stärke entfalten können.“

Ulrich Müller, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter politische Analysen beim CHE

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(che)

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