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Academic Freedom Index (AFI) Update 2026
Dramatischer Rückgang der Autonomie der Universitäten in den USA

  • Neuer Academic Freedom Index (AFI)-Bericht: Die Wissenschaftsfreiheit nimmt weltweit ab
  • In den USA ist die Autonomie der Universitäten zuletzt stark eingebrochen (2024: 2,4 → 2025: 1,7 ; Skala: 0-4)


Aktualisiert: 26.03.2026

Von: academics
News Arbeiten im Ausland Karriereplanung Akademische Laufbahn Wissenschaftssystem

Artikelinhalt

Academic Freedom Index Institutionelle Autonomie weltweit und im Westen Die Hochschulautonomie in den USA Datenbank des Academic Freedom Index

Academic Freedom Index

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© academics Grafik

Auch im Frühjahr 2026 beleuchtet der Academic Freedom Index den weltweiten Stand der Wissenschaftsfreiheit – jährlich im März erscheinen die neuen Daten des AFI-Projekts von Forschenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Varieties of Democracy (V-Dem) Instituts der Universität Göteborg. Die VolkswagenStiftung fördert den AFI seit 2021.

Stand der Wissenschaftsfreiheit 2025

Der Bericht konstatiert: Die Wissenschaftsfreiheit nimmt weltweit weiter ab. In den letzten zehn Jahren hat sie sich in 50 Ländern verschlechtert, in nur neun Ländern lassen sich Verbesserungen verzeichnen. Ein Rückgang ist dabei gleich in mehreren Demokratien zu verzeichnen, darunter die USA, Griechenland, Finnland und Argentinien.

Weltweit ist der Rückgang in der individuellen Dimension der Wissenschaftsfreiheit und der Campus-Integrität am stärksten. Im Gegensatz dazu gibt es weniger Länder, in denen die institutionelle Autonomie abnimmt.

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Institutionelle Autonomie weltweit und im Westen

Zwischen 2015 und 2025 nahm die institutionelle Autonomie in 43 Ländern ab, von denen 21 vorwiegend in Europa, Nordamerika und Lateinamerika liegen. Dies deutet auf eine besorgniserregende Schwächung der Hochschulautonomie in liberalen Demokratien hin, beispielsweise in Kanada, den Niederlanden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Die institutionelle Autonomie spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Wissenschaftsfreiheit. Obwohl einige Forschende und politische Akteure kürzlich argumentierten, dass eine starke institutionelle Autonomie Universitäten begünstigen könnte, die die Vielfalt der Ansichten und Forschungsansätze unterdrücken, deuten die AFI-Daten auf einen positiven Zusammenhang zwischen institutioneller Autonomie und der individuellen Freiheit zu forschen und zu lehren hin. Universitäten mit stärkerer Autonomie bieten eher zuverlässigere Garantien für die Wissenschaftsfreiheit von Einzelpersonen. Umgekehrt werden sowohl Universitäten als auch einzelne Forschende anfälliger gegenüber nicht-akademischem Druck, wenn die institutionelle Autonomie geschwächt wird.

Die Grafik veranschaulicht die tatsächliche akademische Freiheit weltweit im Jahr 2025 (0–1, niedrig bis hoch). © AFI

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Die Hochschulautonomie in den USA

Das diesjährige AFI-Update untersucht die Entwicklung der institutionellen Autonomie in den USA und vergleicht diese Entwicklung mit den regionalen Durchschnittswerten für Westeuropa und Nordamerika zwischen 2015 und 2025. Die Analyse zeigt deutlich, dass die Autonomie der Universitäten in den USA weit hinter der Vergleichsgruppe zurückgefallen ist.

Der Rückgang der institutionellen Autonomie in den USA verlief vergleichsweise abrupt: Die institutionelle Autonomie sank von 2,4 im Jahr 2024 auf 1,7 im Jahr 2025 (auf einer Skala von 0 bis 4). Dieser deutliche Einbruch innerhalb nur eines Jahres wurde vor allem durch Maßnahmen der amerikanischen Bundesregierung verursacht. Der Rückgang setzte erstmals im Jahr 2020 mit Maßnahmen einzelner Bundesstaaten ein, die die Universitäten auch heute weiterhin unter Druck setzen. Im Jahr 2019 lag der Wert für die institutionelle Autonomie in den USA noch bei 3,3, was im globalen und auch im regionalen Vergleich ein vergleichsweise hoher Wert war.

Die Entwicklung der institutionellen Autonomie in den USA sowie in einem durchschnittlichen Vergleichsland in Westeuropa und Nordamerika im Zeitraum 2015 bis 2025. © AFI

Datenbank des Academic Freedom Index

Die für das AFI-Update 2026 verwendeten Daten (V-Dem Dataset) sind für weitere Studien frei zugänglich. Auf der Website des Academic Freedom Index gibt es eine interaktive Visualisierung der Daten, Länderprofile und weiterführende Informationen zum Indexprojekt, der Bericht selbst ist auf der Webseite des AFI als PDF verfügbar.

(che)

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar
    Noch 24 Plätze verfügbar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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