Geistes- und Sozialwissenschaften
Dorothee Bär: Wir fördern die herausragende Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften in unserem Wissenschaftssystem
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) richtet die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften bis 2032 neu aus. Das Rahmenprogramm setzt Schwerpunkte unter anderem bei Demokratie, Radikalisierung, Künstlicher Intelligenz und kulturellem Erbe.
Aktualisiert: 13.05.2026
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Projektförderung 2030
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Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat ein neues Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW) veröffentlicht. Darin werden die strategischen Ziele und Schwerpunkte für die Projektförderung dieser Disziplinen der Jahre 2026 bis 2032 des BMFTR festgelegt. Diese Förderung ist als strategisches Forschungsfeld Teil der Hightech Agenda Deutschland (HTAD).
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär:
„In unserer komplexen Welt mit ihren vielfältigen Herausforderungen brauchen wir als Gesellschaft Orientierung für die Zukunft. Dazu tragen die Geistes- und Sozialwissenschaften ganz wesentlich bei. Mit dem neuen Rahmenprogramm tragen wir der herausragenden Bedeutung Rechnung, die den Geistes- und Sozialwissenschaften in unserem Wissenschaftssystem zukommt. Die Förderung der Geistes-und Sozialwissenschaften ist daher ein Kernanliegen. Wir setzen hier zahlreiche neue Akzente und stärken die Geistes- und Sozialwissenschaften darin, zu einer zukunftsfähigen und innovationsoffenen Gesellschaft beizutragen. Im Sinne der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) gehört dazu auch die Mitgestaltung des technologischen Fortschritts zum Wohle der Menschen. Besondere Akzente setzen wir zudem in der Demokratieforschung und in der Forschung zu Extremismus und Radikalisierung.“
Hintergrund
In den vier Kapiteln des Rahmenprogramms werden die Schwerpunkte der Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften des BMFTR für einen Zeitraum von sieben Jahren beschrieben. Das Programm richtet sich an die Fachöffentlichkeit, soll aber auch allgemein über die politischen Zielsetzungen der Forschungsförderung in diesen Bereichen informieren.
Kapitel I adressiert die Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenleben. Dazu wird die Förderung der Demokratieforschung ausgebaut, eine Rahmenbekanntmachung zu aktuellen und künftigen Herausforderungen demokratischer Gesellschaften wird in Kürze veröffentlicht. Die Forschung zum gesellschaftlichem Zusammenhalt ebenso wie die DDR-bezogene Forschung werden weiter unterstützt. Ein Fokus liegt auf der Extremismus- und Radikalisierungsforschung, insbesondere zur Antisemitismusproblematik. Eine neue Initiative zur Jüdischen Gegenwartsforschung ist in Planung. Angesprochen sind auch die Friedens- und Konfliktforschung, die Osteuropaforschung sowie der Förderung von sozialwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastrukturen.
Kapitel II beinhaltet neue Initiativen zur Stärkung geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven in der Kooperation mit den Technikwissenschaften. Den Geistes- und Sozialwissenschaften kommt eine Schlüsselrolle bei der verantwortungsvollen und menschenzentrierten Gestaltung des gesellschaftlichen Umgangs mit neuen Technologien zu, indem sie die ethischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, aber auch Gelingensbedingungen für die gesellschaftliche Akzeptanz von Innovationen analysieren. Ein Fokus liegt u.a. auf dem Thema Künstliche Intelligenz.
Leitmotiv des III. Kapitels ist, dass das Kulturelle Erbe ein Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist und die Möglichkeit bietet, aus den Erfahrungen und Innovationen vergangener Generationen zu lernen. So fokussiert das Förderangebot „Kulturerbe als Ressource für eine zukunftsfähige Gesellschaft“ auf das gegenwartsbezogene Anwendungspotenzial von Kulturerbe. Zudem beteiligt sich das BMFTR an der Förderung der Europäischen Partnerschaft „Resilient Cultural Heritage“.
Kapitel VI umfasst Förderformate, die Forscherinnen und Forschern einen Freiraum bieten, um selbst gewählte Forschungsfragen zu bearbeiten. Dazu zählen u.a. die Käte Hamburger Kollegs. Durch weitere international ausgerichtete Förderangebote wird die Wissensproduktion zu verschiedenen Weltregionen unterstützt.
Weitere Informationen
Der Text des Rahmenprogramms ist hier Orientierung für eine Welt im Wandel (PDF, 1MB, Datei ist nicht barrierefrei) zu finden. Die Schwerpunkte des Rahmenprogramms werden fortlaufend in Förderrichtlinien konkretisiert, auf die sich Antragsteller bewerben können.
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(che)