Neuer Masterstudiengang
Environmental Humanities: Uni Würzburg bietet neuen Studiengang an
Ab dem Wintersemester 2026/27 startet an der Universität Würzburg ein neuer Masterstudiengang: Environmental Humanities hebt die Zentralität des Menschen in den Geisteswissenschaften auf und richtet den Blick auf ganze Ökosysteme. Drei Fakultäten, zahlreiche Disziplinen, eine Mission: Umweltthemen multiperspektivisch denken.
Aktualisiert: 19.06.2026
Die wichtigsten Fakten:
© academics Grafik
Der Masterstudiengang Environmental Humanities startet im Wintersemester 2026/27. Die Besonderheit liegt in der interdisziplinären Ausrichtung über drei Fakultäten hinweg. Die Bandbreite reicht von Literatur bis Biologie und umfasst Fächer wie Neuphilologie, Soziologie, Theologie, Politikwissenschaft und viele mehr. Der Studiengang ist offen für alle Bachelorabschlüsse mit 45 ECTS aus Literatur-, Kultur- oder Sozialwissenschaft. Das Programm bietet englisch- und deutschsprachige Veranstaltungen.
„Wir heben die Zentralität des Menschen im doppelten Sinne auf“, erklärt Professorin Catrin Gersdorf.
Traditionell setzen die Geisteswissenschaften den Menschen ins Zentrum und erforschen Kultur, Literatur, Sprache, Geschichte oder Politik. Die Environmental Humanities brechen radikal mit diesem Ansatz.
Professorin Catrin Gersdorf erklärt: „Wir betreiben weiter Geisteswissenschaft; es geht natürlich um die verschiedenen Formen menschlicher Kultur. Aber auch darum, die Auswirkungen all dieser Bereiche nicht nur auf unsere, sondern auch auf die Lebensbedingungen anderer Lebewesen sowie ganze Ökosysteme zu untersuchen.“
Drei Fakultäten, ein Ziel
An der Universität Würzburg laufen die interdisziplinären Fäden am Lehrstuhl für Amerikanistik von Professorin Catrin Gersdorf zusammen. Die Inhalte kommen aus drei Fakultäten: der Fakultät für Humanwissenschaften, der Philosophischen Fakultät und dem Biozentrum.
Die Bandbreite sei enorm: neuphilologische Literatur- und Kulturwissenschaften, Soziologie, Biologie, Europäische Ethnologie, Evangelische Theologie, Politikwissenschaft – und das sei noch nicht das Ende. „Wir schaffen ein Gerüst, das flexibel und für ganz viele Fachdisziplinen offen ist. Das Angebot kann dementsprechend stetig ergänzt werden“, erklärt Dr. Lena Pfeifer, die maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war.
Was erwartet Studierende?
Fachwissenschaftliche Module:
- Ökologische Perspektiven auf Literatur
- Ökologische Perspektiven auf Politik
- Ökologische Perspektiven auf Bildung
Kompetenzorientierte Module:
- Wissenschaftskommunikation
- Tagungs- und Veranstaltungsbesuche
- Praktika
Sprachen: englisch- und deutschsprachige Veranstaltungen
Offen für unterschiedlichste Perspektiven
Der Studiengang ist für alle Bachelorabschlüsse offen – Voraussetzung sind 45 ECTS aus den Bereichen Literatur-, Kultur- oder Sozialwissenschaft. „Es wäre schön, wenn auch über die Studierenden unterschiedlichste Perspektiven in unser Programm einfließen könnten“, betont Lena Pfeifer. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den beruflichen Perspektiven wider: Ein Weg kann in die Wissenschaft führen, doch auch außerhalb des universitären Betriebs werden Umweltthemen inzwischen vielerorts multiperspektivisch gedacht – in Kultur, Medien, Politik, Verwaltung oder Bildung.
Dr. Lena Pfeifer, Studiengangskoordinatorin Environmental Humanities
Umweltthemen neu denken
Der neue Master Environmental Humanities reagiert auf einen Paradigmenwechsel: Umweltfragen lassen sich nicht mehr allein naturwissenschaftlich beantworten. Wie Menschen über Natur sprechen, sie in Literatur darstellen, politisch verhandeln oder theologisch deuten – all das prägt, wie Gesellschaften mit ökologischen Herausforderungen umgehen. Die Absolventinnen und Absolventen des Programms werden genau diese multiperspektivische Herangehensweise beherrschen – eine Kompetenz, die in immer mehr Berufsfeldern gefragt ist.
(klw)