HAW Promotion
Drei HAW-Cluster in Rheinland-Pfalz erhalten Promotionsrecht
In Rheinland-Pfalz werden erstmals eigenständige Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) möglich: Drei hochschulübergreifende Promotionscluster in forschungsstarken Fachrichtungen erhalten das Promotionsrecht.
Aktualisiert: 13.01.2026
Eigenständige Promotionen an HAW jetzt möglich
© academics Grafik
In Rheinland-Pfalz werden erstmals eigenständige Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) möglich. Drei hochschulübergreifende Promotionscluster erhalten das Promotionsrecht und nehmen damit ihre Arbeit auf. Dies hat Wissenschaftsminister Clemens Hoch laut einer Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministeriums am 13. Januar 2026 bekannt gegeben. „Die Landesregierung hat in dieser Legislaturperiode die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für das Promotionsrecht an Hochschulen für angewandte Wissenschaften geschaffen. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Prozess nun erfolgreich abschließen und die ersten HAW-Promotionscluster in Rheinland-Pfalz an den Start bringen können“, sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch.
Die Begutachtung der Anträge erfolgte durch eine unabhängige Expertenkommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. rer. nat. Christian Facchi, Mitglied des Wissenschaftsrates. Der Kommission gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und außeruniversitärer Forschung an. Bewertet wurden unter anderem das Forschungsprofil der Cluster, deren Kohärenz und Organisationsstruktur sowie die Forschungsstärke und Betreuungserfahrung der beteiligten Professorinnen und Professoren.
Fünf Fachrichtungen an fünf Hochschulen in drei Promotionsclustern
In der ersten Antragsrunde konnten sich drei Promotionscluster erfolgreich durchsetzen. Deren Anträge überzeugten sowohl eine unabhängige Expertenkommission als auch das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit:
- „Angewandte Informatik“ (koordinierende Hochschule: Hochschule Trier; beteiligte Hochschulen: Hochschule Kaiserslautern, Hochschule Koblenz, Hochschule Mainz)
- „Medical and Environmental Life Sciences“ (koordinierende Hochschule: Hochschule Kaiserslautern; beteiligte Hochschulen: Technische Hochschule Bingen, Hochschule Koblenz, Hochschule Trier)
- „Nachhaltige Technik und Naturwissenschaften“ (koordinierende Hochschule: Hochschule Koblenz; beteiligte Hochschulen: Technische Hochschule Bingen, Hochschule Kaiserslautern, Hochschule Mainz, Hochschule Trier)
Die Promotionscluster erhalten in Kürze von Wissenschaftsminister Clemens Hoch offiziell das eigenständige Promotionsrecht verliehen. Dieses wird regelmäßig, spätestens alle sieben Jahre, extern überprüft.
Das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit rechnet in den kommenden Jahren mit weiteren Anträgen von HAW-Promotions-clustern, sofern entsprechende Forschungsstärke vorliegt. Hoch betonte: „Mit dem Promotionsrecht für insgesamt fünf Fachrichtungen, das an fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften in drei hochschulübergreifenden Clustern vergeben wird, gelingt es, eigenständig wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden und die Attraktivität unserer Hochschulen für Studierende und Forschende ebenso wie für Unternehmen in der Region weiter zu erhöhen. Damit stärken wir nachhaltig den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz.“
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„Neue Perspektiven für Studierende und Forschende"
„Mit dem eigenständigen Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche an Hochschulen für angewandte Wissenschaften wird die anwendungsnahe, praxisorientierte Hochschulbildung in Rheinland-Pfalz weiter an Attraktivität gewinnen. Das jetzt im Hochschulgesetz verankerte Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche eröffnet sowohl unseren Studierenden als auch unseren Forschenden neue Perspektiven und schließt damit eine Lücke für die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich angewandter Forschung und Entwicklung.
Der Start mit gleich drei Promotionsclustern zeigt bereits jetzt die Forschungsstärke der rheinland-pfälzischen Hochschulen für angewandte Wissenschaft und das Engagement der beteiligten Professorinnen und Professoren, auf hohem akademischen Niveau Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Antje Krause, stellvertretende Vorsitzende der Landeshochschulpräsidentinnen- und -präsidentenkonferenz (LHPK).
Informationen zur Bewerbung in den neuen HAW-Promotionsclustern werden in Kürze auf den Internetseiten der beteiligten Hochschulen veröffentlicht.
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