Förderungen für Postdocs
Postdoc-Stipendien und andere Förderprogramme: Überblick
Ein Postdoc-Stipendium kann die ideale Brücke zwischen Promotion und nächstem Karriereschritt sein – etwa für einen Auslandsaufenthalt, den Aufbau eines eigenen Forschungsprofils oder die Vorbereitung auf eine Nachwuchsgruppenleitung. Es bringt aber auch Risiken mit sich: Viele Stipendien sind nicht sozialversicherungspflichtig, häufig befristet und je nach Programm an strenge Mobilitäts- oder Fristenregeln gebunden. Dieser Überblick zeigt, welche Förderprogramme für welche Postdoc-Situation infrage kommen und worauf Sie vor der Bewerbung achten sollten.
Aktualisiert: 23.07.2026
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Was ist ein Postdoc-Stipendium?
© Yaroslav Olieinikov / iStock.com
Ein Postdoc-Stipendium ist eine zeitlich befristete finanzielle Förderung für Wissenschaftler:innen, die ihre Promotion abgeschlossen haben und in der anschließenden Postdoc-Phase ein eigenes Forschungsvorhaben verfolgen möchten. Es soll ihnen ermöglichen, ihr wissenschaftliches Profil weiterzuentwickeln, Publikationen vorzubereiten, internationale Forschungserfahrung zu sammeln oder den nächsten Karriereschritt – etwa eine Nachwuchsgruppenleitung, Habilitation oder Bewerbung auf eine Professur – strategisch vorzubereiten.
Anders als bei einer klassischen Postdoc-Stelle steht bei einem Stipendium in der Regel nicht die Mitarbeit in einem bereits bestehenden Projekt oder an einem Lehrstuhl im Vordergrund, sondern die eigenständige wissenschaftliche Qualifikation. Stipendiat:innen arbeiten meist nicht weisungsgebunden und sind häufig freier in der Wahl ihres Forschungsthemas, der Gastinstitution und der konkreten Arbeitsorganisation. Gerade für Auslandsaufenthalte, die Entwicklung eines eigenen Forschungsprofils oder eine Phase konzentrierter Publikationsarbeit kann ein Postdoc-Stipendium deshalb sehr attraktiv sein.
Stipendium oder Postdoc-Stelle – was ist besser?
Wie so oft: Es kommt darauf an. Ein Stipendium passt besonders gut, wenn Sie ein eigenständiges Forschungsprojekt verfolgen, einen Auslandsaufenthalt planen oder Ihr wissenschaftliches Profil schärfen möchten. Eine Stelle ist oft vorteilhafter, wenn Ihnen soziale Absicherung, Team-Einbindung, Lehrerfahrung oder eine planbare Anschlussfinanzierung wichtig sind.
Postdoc-Stipendien im Überblick
Wichtig ist: Nicht jede Förderung, die umgangssprachlich als „Stipendium“ oder „Fellowship“ bezeichnet wird, ist rechtlich auch ein Stipendium. Manche Programme finanzieren tatsächlich eine direkte monatliche Stipendienzahlung an die geförderte Person. Andere Programme – etwa einige internationale Fellowships oder Mobilitätsprogramme – führen zu einem befristeten Arbeitsvertrag an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung. Wieder andere stellen vor allem Sachmittel, Reisekosten, Mittel für Personal oder den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe bereit. Für Postdocs ist diese Unterscheidung zentral, weil sie Auswirkungen auf Gehalt, Sozialversicherung, Steuer, Krankenversicherung, Rentenansprüche und die spätere Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit haben kann.
Insofern gilt: Bitte genau prüfen, welches Programm für Sie und Ihre Bedürfnisse passend ist. Die folgende Tabelle bietet einen groben Überblick, im Folgenden werden einzelne Programme noch näher beleuchtet.
Postdoc-Stipendien im Überblick
| Programm | Für wen geeignet? | Inland/Ausland | Dauer | Art der Förderung | Besonders wichtig |
|---|---|---|---|---|---|
|
DFG Walter Benjamin-Programm |
Postdocs in der frühen Karrierephase mit eigener Projektidee |
Inland oder Ausland |
meist bis 24 Monate |
Ausland: Stipendium; Inland: Postdoc-Stelle |
Antrag jederzeit möglich; Gastinstitution muss das Vorhaben unterstützen |
|
MSCA Postdoctoral Fellowships |
Postdocs mit internationaler Karriereperspektive und Mobilitätsvorhaben |
Europa oder global |
European Fellowships: 12–24 Monate; Global Fellowships: meist 24–36 Monate |
Finanzierung über Host Institution, meist mit Arbeitsvertrag |
Mobilitätsregel beachten: i. d. R. nicht mehr als 12 Monate in den letzten 36 Monaten im Zielland |
|
DAAD PRIME |
Postdocs aller Nationalitäten, die langfristig im deutschen Wissenschaftssystem arbeiten möchten |
12 Monate Ausland + 6 Monate Deutschland |
18 Monate |
Befristete Anstellung an einer deutschen Hochschule |
Keine klassische Stipendienzahlung; verpflichtende Rückkehrphase nach Deutschland |
|
DAAD Kurzstipendium |
Postdocs mit klar abgegrenztem Forschungsvorhaben im Ausland |
Ausland |
3–6 Monate |
Stipendium |
Geeignet für kürzere Forschungsaufenthalte an einem ausländischen Gastinstitut |
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Humboldt Feodor Lynen-Forschungstipendium |
Deutsche Postdocs mit Forschungsvorhaben im Ausland |
Ausland |
6–24 Monate |
Stipendium |
Gastgeber:in sollte dem Humboldt-Netzwerk angehören |
|
Leopoldina-Postdoc-Stipendium |
Postdocs aus medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachgebieten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz |
Für deutsche Forschende: Ausland; für Forschende aus Österreich/Schweiz: Deutschland |
abhängig vom Vorhaben |
Vollstipendium plus mögliche Zuschläge |
Promotion darf in der Regel höchstens sieben Jahre zurückliegen |
|
DFG Emmy Noether-Programm |
Erfahrenere Postdocs mit Ziel Nachwuchsgruppenleitung und Professur |
Deutschland |
in der Regel 6 Jahre |
Finanzierung einer eigenen Nachwuchsgruppe |
Für Postdocs mit bereits mindestens zwei Jahren Forschungserfahrung nach der Promotion |
|
Carl-Zeiss-Stiftung Nexus |
Postdocs im MINT-Bereich mit interdisziplinärem Forschungsvorhaben |
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen |
abhängig von Ausschreibung |
Förderung zum Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe |
Thema muss an der Schnittstelle von mindestens zwei MINT-Disziplinen liegen |
|
Humboldt-Forschungsstipendium |
Internationale Postdocs, die ein Forschungsvorhaben in Deutschland durchführen möchten |
Deutschland |
bis zu 24 Monate |
Stipendium plus Nebenleistungen |
Für Postdocs aus dem Ausland; 1000-Köpfe-Plus stärkt dieses und weitere bestehende Förderangebote |
|
1000-Köpfe-Plus |
Internationale Forschende verschiedener Karrierestufen, darunter frühe Postdocs |
Deutschland |
abhängig vom jeweiligen Basisprogramm |
Kein eigenes Stipendium, sondern Verstärkung bestehender Programme |
Nicht separat bewerben wie auf ein klassisches Stipendium; bei Humboldt/DFG/DAAD-Kontext einordnen |
|
Philipp Schwartz-Initiative |
Gefährdete Forschende, die ihre wissenschaftliche Arbeit in Deutschland fortsetzen möchten |
Deutschland |
abhängig von Ausschreibung/Fellowship |
Fellowship über aufnehmende Institution |
Spezialprogramm für Forschende in Gefährdungssituationen |
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JSPS-Postdoc-Stipendium über DAAD |
Promovierte deutsche Nachwuchswissenschaftler:innen mit Forschungsvorhaben in Japan |
Japan |
kurzfristiger Forschungsaufenthalt |
Stipendium |
Spezialprogramm für Japan-Aufenthalte |
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Max-Planck-Postdoc-Programm |
Exzellente Postdocs mit Interesse an Forschung an einem Max-Planck-Institut |
Deutschland |
abhängig vom Vertrag bzw. Qualifikationsziel |
meist befristeter Arbeitsvertrag, teils Stipendium möglich |
Eher Postdoc-Programm als klassisches Stipendium |
Stand: Juli 2026. Förderhöhen, Fristen und Voraussetzungen ändern sich regelmäßig. Die Angaben wurden anhand der offiziellen Programmseiten geprüft; verbindlich sind die jeweiligen Förderorganisationen.
©academicsZu beachten gilt allgemein: Interessierte sollten sich im Voraus über die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme informieren. Diese beinhalten teilweise sehr detaillierte Voraussetzungen, was zeitliche Rahmenbedingungen, lokale Besonderheiten oder spezifische Fachdisziplinen betrifft. Nachfolgend einige der wichtigsten Stipendien- und Förderprogramme in Deutschland.
Stipendien für Postdocs kurz nach der Promotion
DFG Walter Benjamin-Programm
Seit 2019 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Walter Benjamin-Programm eine überarbeitete Fördermöglichkeit für Postdocs etabliert. Wissenschaftler:innen in der frühen Karrierephase nach der Promotion werden in ihren Forschungsvorhaben bis zu zwei Jahre gefördert, egal ob sie diese in Deutschland oder im Ausland absolvieren möchten. Bitte beachten: Bei der Förderung in Deutschland handelt es formal um eine Stelle, bei der Förderung im Ausland um ein Stipendium.
Die Höhe der Förderung lässt sich mit dem Stipendienrechner online ermitteln. Unverheiratete, kinderlose Wissenschaftler:innen erhalten in Dänemark im Jahr 2026 monatlich 3.975,30 Euro, in den USA (Boston) 4.282,62 Euro.
DAAD Kurzstipendium
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet verschiedene Förderprogramme für Forschende nach der Promotion an. Eines der wichtigsten Programme für deutsche Wissenschaftler:innen, die ein Forschungsvorhaben im Ausland realisieren möchten, ist das Kurzstipendium des DAAD. Das DAAD-Kurzstipendium bietet für drei bis sechs Monate eine monatliche Stipendienrate, die sich aus einem Grundbetrag von 2.188 Euro und einem länderspezifischen Auslandszuschlag zusammensetzt. Hinzu kommen je nach Situation weitere Leistungen, etwa Kinderzulagen, Reisekostenpauschalen oder Sachkostenbeiträge.
Hinweis: Ab 2027 werden die DAAD Kurzstipendien nur noch zweimal vergeben, die Vergabe im Oktober entfällt ab diesem Jahr dann.
Leopoldina-Postdoc-Stipendium
Das Leopoldina-Postdoc-Stipendium richtet sich an Postdocs aus medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachgebieten aus dem deutschsprachigen Raum, also Deutschland, der Schweiz und Österreich. Forschende aus Deutschland werden mit einem Auslandsprogramm gefördert, Wissenschaftler:innen aus der Schweiz und Österreich können sich innerhalb Deutschlands an Gastinstituten fördern lassen. Voraussetzung ist eine Promotion (maximal sieben Jahre zurückliegend) sowie ein erkennbares eigenständiges Forschungsprofil. Entscheidungen über Anträge werden viermal jährlich getroffen und Geförderte erhalten ein Vollstipendium zuzüglich möglicher individueller Zuschläge. Zusätzlich zum Postdoc-Stipendium bietet die Leopoldina ihren Stipendiat:innen:
- Nachförderung: beginnt mit Ablauf des regulären Förderzeitraumes und kann für fünf Jahre genutzt werden (z.B. Sach- und Reisebeihilfen)
- Rückkehrer-Stipendium für ausgewählte exzellente Stipendiat:innen: Mit einer bis zu sechs Monate zeitlich begrenzten Überbrückung können Vorbereitungen für den weiteren Werdegang unterstützt werden. Dies soll bei Rückkehr nach Deutschland die Wiedereingliederung in die deutsche Wissenschaft bis zu einem längerfristigen Arbeitsverhältnis erleichtern.
- Mentoring-Programm durch fachlich nahestehende Mitglieder der Akademie für eine individuelle Betreuung der geförderten Stipendiat:innen im Ausland sowie die Rückkehrer:innen
Stipendien für internationale Mobilität / Rückkehr nach Deutschland
MSCA Postdoctoral Fellowships
Das Marie-Curie-Stipendium, offiziell „Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen“ (MSCA), richtet sich an Wissenschaftler:innen in acht Fachbereichen (Chemistry, Economic Sciences, Information Science and Engineering, Enviromental and Geo Sciences, Life Sciences, Mathematics, Physics, Social Sciences and Humanities). Die MSCA Postdoctoral Fellowships sind internationale Förderungen für Postdocs, die meist über die aufnehmende Einrichtung abgewickelt werden. In der Praxis erhalten Geförderte häufig einen Arbeitsvertrag; die EU-Förderung umfasst unter anderem Living Allowance, Mobility Allowance sowie gegebenenfalls weitere Zuschläge.
Das durch die EU geförderte Programm vergibt sowohl Förderungen innerhalb Europas (12 bis 24 Monate) als auch außerhalb (24 bis 36 Monate Dauer). Der finanzielle Zuschuss wird in Form eines monatlichen Grundbetrages zuzüglich Mobilitätskosten und ggf. Familienpauschalen gezahlt.
- European Fellowships: Bewerben können sich Forschende jeder Nationalität, die in einem EU-Mitgliedstaat oder einem Assoziierten Staat forschen möchten.
- Global Fellowships: Antragsberechtigt sind Forschende mit der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats bzw. Assoziierten Staats oder Forschende, die mindestens fünf Jahre ununterbrochen, mit einer maximalen Abwesenheit von zehn Monaten (davon maximal sechs aufeinanderfolgende Monate), in EU-Mitglieds- oder Assoziierten Staaten tätig waren. Sie müssen in einem Drittland forschen und danach in einer verpflichtenden 12-monatigen Rückkehrphase in einen EU-Mitgliedstaat oder Assoziierten Staat zurückkehren.
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Promotion beziehungsweise eine erfolgreich verteidigte Dissertation bis zur jeweiligen Einreichungsfrist. Zudem dürfen Bewerber:innen in der Regel höchstens acht Jahre Forschungserfahrung nach der Promotion vorweisen; anrechenbare Ausfallzeiten können berücksichtigt werden.
DAAD PRIME
Der DAAD unterstützt mit dem Förderprogramm Postdoctoral Researchers International Mobility Experience (PRIME) die internationale Mobilität in der Postdoktorandenphase durch befristete Stellen an deutschen Hochschulen. Hierbei handelt es sich nicht um direkte Geldzahlungen, stattdessen ermöglicht der DAAD durch Zuwendungsverträge an die gastgebenden Universitäten den Geförderten eine 18-monatige Anstellung anstatt eines Stipendiums.
Die Zielgruppe des Programms sind Postdoktorandinnen und Postdoktoranden (aller Nationalitäten), die internationale Erfahrungen sammeln möchten, aber ihre berufliche Laufbahn langfristig in Deutschland sehen – PRIME beinhaltet eine 12-monatige Entsendung ins Ausland und eine sechsmonatige Re-Integrationsphase an einer deutschen Hochschule. Mit dem selbstgewählten Forschungsvorhaben und dem Auslandsaufenthalt erlangen die PRIME Fellows einen wichtigen Qualifizierungsschritt für die spätere Berufslaufbahn in der Wissenschaft. Auf der Webseite finden sich weiterführende Informationen zum inkludierten 12-monatigen Auslandsaufenthalts, Bewerbungsfristen und Voraussetzungen.
Humboldt Feodor Lynen / NSTC Taiwan
Die Alexander von Humboldt Stiftung bietet zwei Förderprogramme für deutsche Postdocs:
- Feodor Lynen-Forschungstipendium: sechs bis 24 Monate Forschungsaufenthalt im Ausland, alle Fachrichtungen
- NSTC-Forschungsstipendium: drei bis zwölf Monate Forschungsaufenthalt in Taiwan, alle Fachrichtungen
Für ausländische Postdocs, die in Deutschland forschen wollen, gibt es diverse Förderprogramme. Alle Förderungen und Preise gibt es hier im Überblick.
Für Nachwuchsgruppenleitung und Professurvorbereitung
DFG Emmy Noether
Für Postdocs und Juniorprofessor:innen bietet die DFG das Emmy Noether-Programm an. Es ist für eine sechsjährige, eigenverantwortliche Nachwuchsgruppenleitung als Vorbereitung für eine Professur vorgesehen. Bewerben können sich Wissenschaftler:innen aller Fachdisziplinen bis (in der Regel) 4 Jahre nach der Promotion, die
- in der Regel mindestens zwei Jahre Postdoc-Erfahrung,
- substantielle internationale Forschungserfahrung sowie
- ein exzellentes Forschungsvorhaben
vorweisen können. Von ausländischen Bewerber:innen wird erwartet, dass sie ihre wissenschaftliche Karriere im Anschluss an die Förderung in Deutschland fortsetzen. Eine schriftliche Absichtserklärung ist dem Antrag beizufügen.
Carl-Zeiss-Stiftung Nexus
Mit dem Nexus-Förderprogramm der CZS werden herausragende junge Wissenschaftler:innen mit 1,5 Millionen Euro dabei unterstützt, eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Voraussetzungen: Das Forschungsthema liegt an der Schnittstelle von mindestens zwei Disziplinen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Forschungsgruppe ist an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen angesiedelt.
Tipp: Für das CZS Nexus Programm 2027, welches im September 2026 ausgeschrieben wird, werden in diesem Jahr maximal 100 Projektskizzen angenommen. Wer sich bewerben möchte, sollte sich also frühzeitig darauf vorbereiten.
Für Rückkehr und Karriereaufbau in Deutschland
Neben DAAD PRIME und den MSCA Global Fellowships wurden im Rahmen des sogenannten „1000-Köpfe-plus-Programms“ diverse Fördermöglichkeiten ausgebaut. Mit ihm möchte die Bundesregierung internationalen Forschenden verschiedener Karrierestufen – von frühen Postdocs bis zur Spitzenprofessur – attraktive Perspektiven in Deutschland eröffnen. Das Programm stärkt bestehende Förderlinien unter anderem der Humboldt-Stiftung und der DFG und ist besonders relevant für Forschende, die ihre wissenschaftliche Karriere in Deutschland fortsetzen oder neu aufbauen möchten.
➥ Mehr erfahren: Das 1000-Köpfe-plus-Programm
Für ausländische Forscher:innen: Das Humboldt-Forschungsstipendium
Das Humboldt-Forschungsstipendium richtet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Forschende aus dem Ausland, die ein eigenes Forschungsvorhaben in Deutschland durchführen möchten. Für Postdocs beträgt das monatliche Stipendium 3.000 Euro zuzüglich Nebenleistungen. Bewerben können sich Postdocs in der Regel bis vier Jahre nach der Promotion; anerkannte Ausfallzeiten können berücksichtigt werden.
Das Postdoc-Stipendium und die Sozialversicherung: Was gilt es zu beachten?
Viele Forschungsstipendien sind nach § 14 Sozialgesetzbuch IV (SGB IV) nicht als Arbeitsentgelt ausgestaltet. Deshalb besteht in der Regel keine automatische Sozialversicherungspflicht über einen Arbeitgeber. Ob und in welchem Umfang ein Stipendium steuerfrei ist, hängt jedoch von den konkreten Bedingungen des Förderprogramms und den steuerrechtlichen Voraussetzungen ab. Stipendiat:innen sollten die Hinweise des Fördergebers prüfen und bei Unsicherheit steuerliche Beratung einholen.
Sollte das Stipendium nicht sozialversicherungspflichtig sein, müssen sich Postdocs unabhängig von ihrem Stipendium selbst um Kranken- und Rentenversicherung kümmern.
Krankenversicherung, Rentenversicherung
Was die Krankenversicherung betrifft, so können sich Postdoc-Stipendiaten gesetzlich oder privat versichern. Wer in die gesetzliche Krankenversicherung geht, sollte sich schon im Vorfeld informieren, welche Bestandteile des Stipendiums zur Berechnung des Beitrags herangezogen werden. Bei einem Auslandsaufenthalt während der Förderung sollten sich die Stipendiat:innen darüber informieren, inwieweit die Krankenversicherung auch im Ausland greift.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Bevor sich Postdocs dazu entschließen, sollten sie sich bei dem zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen, ob dies im Einzelfall sinnvoll ist.
Anspruch auf Arbeitslosengeld
Aufgrund dieser arbeitsrechtlichen Einordnung haben Wissenschaftler:innen im Anschluss an das Stipendium keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ob nach Ende der Förderung dennoch ein Anspruch besteht, hängt von früheren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszeiten und der individuellen Situation ab. Besteht kein Anspruch und ist keine Anschlussfinanzierung vorhanden, kann gegebenenfalls Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherung infrage kommen.
Da klassische Stipendien in der Regel nicht als Erwerbseinkommen gelten, können sie beim Elterngeld nachteilig sein. Je nach vorherigem Einkommen und Bemessungszeitraum kann dies dazu führen, dass nur der Mindestbetrag (300 Euro bzw. 450 Euro Elterngeld plus) gezahlt wird. Stipendiat:innen mit Familienplanung sollten sich deshalb frühzeitig beraten lassen. Weitere Informationen zu sozialrechtlichen Regelungen für Familien bietet der Ratgeber der GEW.
Postdoc-Stipendium - Pro & Kontra
PRO:
- Frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit
- Schwerpunkt auf Entwicklung Ihres Forschungsprofils
- Arbeit an einer selbst gewählten Einrichtung
- (Teilweise) Finanzielle Unabhängigkeit
KONTRA:
- Schlechtere Einbindung in institutionelle Abläufe an Ihrer Hochschule
- Meist keine automatische Sozialversicherung
- Meist zeitliche Limitierungen der Stipendienprogramme
- Meist zeitliche Rahmenbegrenzung der Stipendienprogramme