Live Event für Fach- und Führungskräfte
Ticket sichern!
academics - Logo
Jobs Arbeitgeber Ratgeber Services
Gemerkte Jobs
Für Arbeitgeber
Jobs Arbeitgeber Ratgeber Services Gemerkte Jobs

Für Arbeitgeber

Finden Sie qualifizierte Mitarbeiter:innen

Förderungen für Postdocs
Postdoc-Stipendien und andere Förderprogramme: Überblick

Ein Postdoc-Stipendium kann die ideale Brücke zwischen Promotion und nächstem Karriereschritt sein – etwa für einen Auslandsaufenthalt, den Aufbau eines eigenen Forschungsprofils oder die Vorbereitung auf eine Nachwuchsgruppenleitung. Es bringt aber auch Risiken mit sich: Viele Stipendien sind nicht sozialversicherungspflichtig, häufig befristet und je nach Programm an strenge Mobilitäts- oder Fristenregeln gebunden. Dieser Überblick zeigt, welche Förderprogramme für welche Postdoc-Situation infrage kommen und worauf Sie vor der Bewerbung achten sollten.

Aktualisiert: 23.07.2026

Von:
Inga Barth ,
Maike Schade (mas) ,
Anke Wilde
Postdoc-Phase Akademische Laufbahn

Artikelinhalt

Was ist ein Postdoc-Stipendium? Postdoc-Stipendien im Überblick Stipendien für Postdocs kurz nach der Promotion Stipendien für internationale Mobilität / Rückkehr nach Deutschland Für Nachwuchsgruppenleitung und Professurvorbereitung Für Rückkehr und Karriereaufbau in Deutschland Das Postdoc-Stipendium und die Sozialversicherung: Was gilt es zu beachten? Postdoc-Stipendium - Pro & Kontra

Was ist ein Postdoc-Stipendium?

Eine afroamerikanische junge Frau vor dem Unigebäude

© Yaroslav Olieinikov / iStock.com

Ein Postdoc-Stipendium ist eine zeitlich befristete finanzielle Förderung für Wissenschaftler:innen, die ihre Promotion abgeschlossen haben und in der anschließenden Postdoc-Phase ein eigenes Forschungsvorhaben verfolgen möchten. Es soll ihnen ermöglichen, ihr wissenschaftliches Profil weiterzuentwickeln, Publikationen vorzubereiten, internationale Forschungserfahrung zu sammeln oder den nächsten Karriereschritt – etwa eine Nachwuchsgruppenleitung, Habilitation oder Bewerbung auf eine Professur – strategisch vorzubereiten.

Anders als bei einer klassischen Postdoc-Stelle steht bei einem Stipendium in der Regel nicht die Mitarbeit in einem bereits bestehenden Projekt oder an einem Lehrstuhl im Vordergrund, sondern die eigenständige wissenschaftliche Qualifikation. Stipendiat:innen arbeiten meist nicht weisungsgebunden und sind häufig freier in der Wahl ihres Forschungsthemas, der Gastinstitution und der konkreten Arbeitsorganisation. Gerade für Auslandsaufenthalte, die Entwicklung eines eigenen Forschungsprofils oder eine Phase konzentrierter Publikationsarbeit kann ein Postdoc-Stipendium deshalb sehr attraktiv sein.

Stipendium oder Postdoc-Stelle – was ist besser?

Wie so oft: Es kommt darauf an. Ein Stipendium passt besonders gut, wenn Sie ein eigenständiges Forschungsprojekt verfolgen, einen Auslandsaufenthalt planen oder Ihr wissenschaftliches Profil schärfen möchten. Eine Stelle ist oft vorteilhafter, wenn Ihnen soziale Absicherung, Team-Einbindung, Lehrerfahrung oder eine planbare Anschlussfinanzierung wichtig sind.

Aktuelle Stellenangebote für Postdocs

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Logo
Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Doktorand:in) oder Postdoktorand:in (m/w/d) - Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft (Public Economics)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburg im Breisgau
Teilzeit
Befristet
21.07.2026
Universität Wien - Logo
Senior Scientist

Universität Wien

Wien
Vollzeit
Unbefristet
16.07.2026
Hochschule Bielefeld - Logo
wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Prä-/Postdoc) im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030

Hochschule Bielefeld

Bielefeld
Vollzeit
Teilzeit
Befristet
13.07.2026
Zu allen Postdoc-Stellen

Aktuelle Stellenangebote für Postdocs

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Logo
Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Doktorand:in) oder Postdoktorand:in (m/w/d) - Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft (Public Economics)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburg im Breisgau
Teilzeit
Befristet
21.07.2026
Universität Wien - Logo
Senior Scientist

Universität Wien

Wien
Vollzeit
Unbefristet
16.07.2026
Hochschule Bielefeld - Logo
wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Prä-/Postdoc) im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030

Hochschule Bielefeld

Bielefeld
Vollzeit
Teilzeit
Befristet
13.07.2026
Zu allen Postdoc-Stellen

Postdoc-Stipendien im Überblick

Wichtig ist: Nicht jede Förderung, die umgangssprachlich als „Stipendium“ oder „Fellowship“ bezeichnet wird, ist rechtlich auch ein Stipendium. Manche Programme finanzieren tatsächlich eine direkte monatliche Stipendienzahlung an die geförderte Person. Andere Programme – etwa einige internationale Fellowships oder Mobilitätsprogramme – führen zu einem befristeten Arbeitsvertrag an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung. Wieder andere stellen vor allem Sachmittel, Reisekosten, Mittel für Personal oder den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe bereit. Für Postdocs ist diese Unterscheidung zentral, weil sie Auswirkungen auf Gehalt, Sozialversicherung, Steuer, Krankenversicherung, Rentenansprüche und die spätere Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit haben kann.

Insofern gilt: Bitte genau prüfen, welches Programm für Sie und Ihre Bedürfnisse passend ist. Die folgende Tabelle bietet einen groben Überblick, im Folgenden werden einzelne Programme noch näher beleuchtet.

Postdoc-Stipendien im Überblick

Programm Für wen geeignet? Inland/Ausland Dauer Art der Förderung Besonders wichtig

DFG Walter Benjamin-Programm

Postdocs in der frühen Karrierephase mit eigener Projektidee

Inland oder Ausland

meist bis 24 Monate

Ausland: Stipendium; Inland: Postdoc-Stelle

Antrag jederzeit möglich; Gastinstitution muss das Vorhaben unterstützen

MSCA Postdoctoral Fellowships

Postdocs mit internationaler Karriereperspektive und Mobilitätsvorhaben

Europa oder global

European Fellowships: 12–24 Monate; Global Fellowships: meist 24–36 Monate

Finanzierung über Host Institution, meist mit Arbeitsvertrag

Mobilitätsregel beachten: i. d. R. nicht mehr als 12 Monate in den letzten 36 Monaten im Zielland

DAAD PRIME

Postdocs aller Nationalitäten, die langfristig im deutschen Wissenschaftssystem arbeiten möchten

12 Monate Ausland + 6 Monate Deutschland

18 Monate

Befristete Anstellung an einer deutschen Hochschule

Keine klassische Stipendienzahlung; verpflichtende Rückkehrphase nach Deutschland

DAAD Kurzstipendium

Postdocs mit klar abgegrenztem Forschungsvorhaben im Ausland

Ausland

3–6 Monate

Stipendium

Geeignet für kürzere Forschungsaufenthalte an einem ausländischen Gastinstitut

Humboldt Feodor Lynen-Forschungstipendium

Deutsche Postdocs mit Forschungsvorhaben im Ausland

Ausland

6–24 Monate

Stipendium

Gastgeber:in sollte dem Humboldt-Netzwerk angehören

Leopoldina-Postdoc-Stipendium

Postdocs aus medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachgebieten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz

Für deutsche Forschende: Ausland; für Forschende aus Österreich/Schweiz: Deutschland

abhängig vom Vorhaben

Vollstipendium plus mögliche Zuschläge

Promotion darf in der Regel höchstens sieben Jahre zurückliegen

DFG Emmy Noether-Programm

Erfahrenere Postdocs mit Ziel Nachwuchsgruppenleitung und Professur

Deutschland

in der Regel 6 Jahre

Finanzierung einer eigenen Nachwuchsgruppe

Für Postdocs mit bereits mindestens zwei Jahren Forschungserfahrung nach der Promotion

Carl-Zeiss-Stiftung Nexus

Postdocs im MINT-Bereich mit interdisziplinärem Forschungsvorhaben

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen

abhängig von Ausschreibung

Förderung zum Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe

Thema muss an der Schnittstelle von mindestens zwei MINT-Disziplinen liegen

Humboldt-Forschungsstipendium

Internationale Postdocs, die ein Forschungsvorhaben in Deutschland durchführen möchten

Deutschland

bis zu 24 Monate

Stipendium plus Nebenleistungen

Für Postdocs aus dem Ausland; 1000-Köpfe-Plus stärkt dieses und weitere bestehende Förderangebote

1000-Köpfe-Plus

Internationale Forschende verschiedener Karrierestufen, darunter frühe Postdocs

Deutschland

abhängig vom jeweiligen Basisprogramm

Kein eigenes Stipendium, sondern Verstärkung bestehender Programme

Nicht separat bewerben wie auf ein klassisches Stipendium; bei Humboldt/DFG/DAAD-Kontext einordnen

Philipp Schwartz-Initiative

Gefährdete Forschende, die ihre wissenschaftliche Arbeit in Deutschland fortsetzen möchten

Deutschland

abhängig von Ausschreibung/Fellowship

Fellowship über aufnehmende Institution

Spezialprogramm für Forschende in Gefährdungssituationen

JSPS-Postdoc-Stipendium über DAAD

Promovierte deutsche Nachwuchswissenschaftler:innen mit Forschungsvorhaben in Japan

Japan

kurzfristiger Forschungsaufenthalt

Stipendium

Spezialprogramm für Japan-Aufenthalte

Max-Planck-Postdoc-Programm

Exzellente Postdocs mit Interesse an Forschung an einem Max-Planck-Institut

Deutschland

abhängig vom Vertrag bzw. Qualifikationsziel

meist befristeter Arbeitsvertrag, teils Stipendium möglich

Eher Postdoc-Programm als klassisches Stipendium

Stand: Juli 2026. Förderhöhen, Fristen und Voraussetzungen ändern sich regelmäßig. Die Angaben wurden anhand der offiziellen Programmseiten geprüft; verbindlich sind die jeweiligen Förderorganisationen.

©academics

Zu beachten gilt allgemein: Interessierte sollten sich im Voraus über die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme informieren. Diese beinhalten teilweise sehr detaillierte Voraussetzungen, was zeitliche Rahmenbedingungen, lokale Besonderheiten oder spezifische Fachdisziplinen betrifft. Nachfolgend einige der wichtigsten Stipendien- und Förderprogramme in Deutschland.

Stipendien für Postdocs kurz nach der Promotion

DFG Walter Benjamin-Programm

Seit 2019 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Walter Benjamin-Programm eine überarbeitete Fördermöglichkeit für Postdocs etabliert. Wissenschaftler:innen in der frühen Karrierephase nach der Promotion werden in ihren Forschungsvorhaben bis zu zwei Jahre gefördert, egal ob sie diese in Deutschland oder im Ausland absolvieren möchten. Bitte beachten: Bei der Förderung in Deutschland handelt es formal um eine Stelle, bei der Förderung im Ausland um ein Stipendium.

Die Höhe der Förderung lässt sich mit dem Stipendienrechner online ermitteln. Unverheiratete, kinderlose Wissenschaftler:innen erhalten in Dänemark im Jahr 2026 monatlich 3.975,30 Euro, in den USA (Boston) 4.282,62 Euro.

DAAD Kurzstipendium

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet verschiedene Förderprogramme für Forschende nach der Promotion an. Eines der wichtigsten Programme für deutsche Wissenschaftler:innen, die ein Forschungsvorhaben im Ausland realisieren möchten, ist das Kurzstipendium des DAAD. Das DAAD-Kurzstipendium bietet für drei bis sechs Monate eine monatliche Stipendienrate, die sich aus einem Grundbetrag von 2.188 Euro und einem länderspezifischen Auslandszuschlag zusammensetzt. Hinzu kommen je nach Situation weitere Leistungen, etwa Kinderzulagen, Reisekostenpauschalen oder Sachkostenbeiträge.

Hinweis: Ab 2027 werden die DAAD Kurzstipendien nur noch zweimal vergeben, die Vergabe im Oktober entfällt ab diesem Jahr dann.

Leopoldina-Postdoc-Stipendium

Das Leopoldina-Postdoc-Stipendium richtet sich an Postdocs aus medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachgebieten aus dem deutschsprachigen Raum, also Deutschland, der Schweiz und Österreich. Forschende aus Deutschland werden mit einem Auslandsprogramm gefördert, Wissenschaftler:innen aus der Schweiz und Österreich können sich innerhalb Deutschlands an Gastinstituten fördern lassen. Voraussetzung ist eine Promotion (maximal sieben Jahre zurückliegend) sowie ein erkennbares eigenständiges Forschungsprofil. Entscheidungen über Anträge werden viermal jährlich getroffen und Geförderte erhalten ein Vollstipendium zuzüglich möglicher individueller Zuschläge. Zusätzlich zum Postdoc-Stipendium bietet die Leopoldina ihren Stipendiat:innen:

  • Nachförderung: beginnt mit Ablauf des regulären Förderzeitraumes und kann für fünf Jahre genutzt werden (z.B. Sach- und Reisebeihilfen)
  • Rückkehrer-Stipendium für ausgewählte exzellente Stipendiat:innen: Mit einer bis zu sechs Monate zeitlich begrenzten Überbrückung können Vorbereitungen für den weiteren Werdegang unterstützt werden. Dies soll bei Rückkehr nach Deutschland die Wiedereingliederung in die deutsche Wissenschaft bis zu einem längerfristigen Arbeitsverhältnis erleichtern.
  • Mentoring-Programm durch fachlich nahestehende Mitglieder der Akademie für eine individuelle Betreuung der geförderten Stipendiat:innen im Ausland sowie die Rückkehrer:innen


Stipendien für internationale Mobilität / Rückkehr nach Deutschland

MSCA Postdoctoral Fellowships

Das Marie-Curie-Stipendium, offiziell „Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen“ (MSCA), richtet sich an Wissenschaftler:innen in acht Fachbereichen (Chemistry, Economic Sciences, Information Science and Engineering, Enviromental and Geo Sciences, Life Sciences, Mathematics, Physics, Social Sciences and Humanities). Die MSCA Postdoctoral Fellowships sind internationale Förderungen für Postdocs, die meist über die aufnehmende Einrichtung abgewickelt werden. In der Praxis erhalten Geförderte häufig einen Arbeitsvertrag; die EU-Förderung umfasst unter anderem Living Allowance, Mobility Allowance sowie gegebenenfalls weitere Zuschläge.

Das durch die EU geförderte Programm vergibt sowohl Förderungen innerhalb Europas (12 bis 24 Monate) als auch außerhalb (24 bis 36 Monate Dauer). Der finanzielle Zuschuss wird in Form eines monatlichen Grundbetrages zuzüglich Mobilitätskosten und ggf. Familienpauschalen gezahlt. 

  • European Fellowships: Bewerben können sich Forschende jeder Nationalität, die in einem EU-Mitgliedstaat oder einem Assoziierten Staat forschen möchten.
  • Global Fellowships: Antragsberechtigt sind Forschende mit der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats bzw. Assoziierten Staats oder Forschende, die mindestens fünf Jahre ununterbrochen, mit einer maximalen Abwesenheit von zehn Monaten (davon maximal sechs aufeinanderfolgende Monate), in EU-Mitglieds- oder Assoziierten Staaten tätig waren. Sie müssen in einem Drittland forschen und danach in einer verpflichtenden 12-monatigen Rückkehrphase in einen EU-Mitgliedstaat oder Assoziierten Staat zurückkehren.

Voraussetzung ist eine abgeschlossene Promotion beziehungsweise eine erfolgreich verteidigte Dissertation bis zur jeweiligen Einreichungsfrist. Zudem dürfen Bewerber:innen in der Regel höchstens acht Jahre Forschungserfahrung nach der Promotion vorweisen; anrechenbare Ausfallzeiten können berücksichtigt werden.

DAAD PRIME

Der DAAD unterstützt mit dem Förderprogramm Postdoctoral Researchers International Mobility Experience (PRIME) die internationale Mobilität in der Postdoktorandenphase durch befristete Stellen an deutschen Hochschulen. Hierbei handelt es sich nicht um direkte Geldzahlungen, stattdessen ermöglicht der DAAD durch Zuwendungsverträge an die gastgebenden Universitäten den Geförderten eine 18-monatige Anstellung anstatt eines Stipendiums.

Die Zielgruppe des Programms sind Postdoktorandinnen und Postdoktoranden (aller Nationalitäten), die internationale Erfahrungen sammeln möchten, aber ihre berufliche Laufbahn langfristig in Deutschland sehen – PRIME beinhaltet eine 12-monatige Entsendung ins Ausland und eine sechsmonatige Re-Integrationsphase an einer deutschen Hochschule. Mit dem selbstgewählten Forschungsvorhaben und dem Auslandsaufenthalt erlangen die PRIME Fellows einen wichtigen Qualifizierungsschritt für die spätere Berufslaufbahn in der Wissenschaft. Auf der Webseite finden sich weiterführende Informationen zum inkludierten 12-monatigen Auslandsaufenthalts, Bewerbungsfristen und Voraussetzungen.

Humboldt Feodor Lynen / NSTC Taiwan

Die Alexander von Humboldt Stiftung bietet zwei Förderprogramme für deutsche Postdocs:

  • Feodor Lynen-Forschungstipendium: sechs bis 24 Monate Forschungsaufenthalt im Ausland, alle Fachrichtungen
  • NSTC-Forschungsstipendium: drei bis zwölf Monate Forschungsaufenthalt in Taiwan, alle Fachrichtungen

Für ausländische Postdocs, die in Deutschland forschen wollen, gibt es diverse Förderprogramme. Alle Förderungen und Preise gibt es hier im Überblick.

Für Nachwuchsgruppenleitung und Professurvorbereitung

DFG Emmy Noether

Für Postdocs und Juniorprofessor:innen bietet die DFG das Emmy Noether-Programm an. Es ist für eine sechsjährige, eigenverantwortliche Nachwuchsgruppenleitung als Vorbereitung für eine Professur vorgesehen. Bewerben können sich Wissenschaftler:innen aller Fachdisziplinen bis (in der Regel) 4 Jahre nach der Promotion, die

  • in der Regel mindestens zwei Jahre Postdoc-Erfahrung,
  • substantielle internationale Forschungserfahrung sowie
  • ein exzellentes Forschungsvorhaben

vorweisen können. Von ausländischen Bewerber:innen wird erwartet, dass sie ihre wissenschaftliche Karriere im Anschluss an die Förderung in Deutschland fortsetzen. Eine schriftliche Absichtserklärung ist dem Antrag beizufügen.

Carl-Zeiss-Stiftung Nexus

Mit dem Nexus-Förderprogramm der CZS werden herausragende junge Wissenschaftler:innen mit 1,5 Millionen Euro dabei unterstützt, eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Voraussetzungen: Das Forschungsthema liegt an der Schnittstelle von mindestens zwei Disziplinen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Forschungsgruppe ist an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen angesiedelt.

Tipp: Für das CZS Nexus Programm 2027, welches im September 2026 ausgeschrieben wird, werden in diesem Jahr maximal 100 Projektskizzen angenommen. Wer sich bewerben möchte, sollte sich also frühzeitig darauf vorbereiten.

Für Rückkehr und Karriereaufbau in Deutschland

Neben DAAD PRIME und den MSCA Global Fellowships wurden im Rahmen des sogenannten „1000-Köpfe-plus-Programms“ diverse Fördermöglichkeiten ausgebaut. Mit ihm möchte die Bundesregierung internationalen Forschenden verschiedener Karrierestufen – von frühen Postdocs bis zur Spitzenprofessur – attraktive Perspektiven in Deutschland eröffnen. Das Programm stärkt bestehende Förderlinien unter anderem der Humboldt-Stiftung und der DFG und ist besonders relevant für Forschende, die ihre wissenschaftliche Karriere in Deutschland fortsetzen oder neu aufbauen möchten.

➥ Mehr erfahren: Das 1000-Köpfe-plus-Programm

Für ausländische Forscher:innen: Das Humboldt-Forschungsstipendium

Das Humboldt-Forschungsstipendium richtet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Forschende aus dem Ausland, die ein eigenes Forschungsvorhaben in Deutschland durchführen möchten. Für Postdocs beträgt das monatliche Stipendium 3.000 Euro zuzüglich Nebenleistungen. Bewerben können sich Postdocs in der Regel bis vier Jahre nach der Promotion; anerkannte Ausfallzeiten können berücksichtigt werden.

Nichts mehr verpassen?

Legen Sie sich einen Account an, um von allen Vorteilen unter “Mein academics” zu profitieren!

Das Postdoc-Stipendium und die Sozialversicherung: Was gilt es zu beachten?

Viele Forschungsstipendien sind nach § 14 Sozialgesetzbuch IV (SGB IV) nicht als Arbeitsentgelt ausgestaltet. Deshalb besteht in der Regel keine automatische Sozialversicherungspflicht über einen Arbeitgeber. Ob und in welchem Umfang ein Stipendium steuerfrei ist, hängt jedoch von den konkreten Bedingungen des Förderprogramms und den steuerrechtlichen Voraussetzungen ab. Stipendiat:innen sollten die Hinweise des Fördergebers prüfen und bei Unsicherheit steuerliche Beratung einholen.

Sollte das Stipendium nicht sozialversicherungspflichtig sein, müssen sich Postdocs unabhängig von ihrem Stipendium selbst um Kranken- und Rentenversicherung kümmern. 

Krankenversicherung, Rentenversicherung

Was die Krankenversicherung betrifft, so können sich Postdoc-Stipendiaten gesetzlich oder privat versichern. Wer in die gesetzliche Krankenversicherung geht, sollte sich schon im Vorfeld informieren, welche Bestandteile des Stipendiums zur Berechnung des Beitrags herangezogen werden. Bei einem Auslandsaufenthalt während der Förderung sollten sich die Stipendiat:innen darüber informieren, inwieweit die Krankenversicherung auch im Ausland greift.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Bevor sich Postdocs dazu entschließen, sollten sie sich bei dem zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen, ob dies im Einzelfall sinnvoll ist.

Anspruch auf Arbeitslosengeld

Aufgrund dieser arbeitsrechtlichen Einordnung haben Wissenschaftler:innen im Anschluss an das Stipendium keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ob nach Ende der Förderung dennoch ein Anspruch besteht, hängt von früheren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszeiten und der individuellen Situation ab. Besteht kein Anspruch und ist keine Anschlussfinanzierung vorhanden, kann gegebenenfalls Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherung infrage kommen.

Da klassische Stipendien in der Regel nicht als Erwerbseinkommen gelten, können sie beim Elterngeld nachteilig sein. Je nach vorherigem Einkommen und Bemessungszeitraum kann dies dazu führen, dass nur der Mindestbetrag (300 Euro bzw. 450 Euro Elterngeld plus) gezahlt wird. Stipendiat:innen mit Familienplanung sollten sich deshalb frühzeitig beraten lassen. Weitere Informationen zu sozialrechtlichen Regelungen für Familien bietet der Ratgeber der GEW.

Postdoc-Stipendium - Pro & Kontra

PRO:

  • Frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit
  • Schwerpunkt auf Entwicklung Ihres Forschungsprofils
  • Arbeit an einer selbst gewählten Einrichtung
  • (Teilweise) Finanzielle Unabhängigkeit

KONTRA:

  • Schlechtere Einbindung in institutionelle Abläufe an Ihrer Hochschule
  • Meist keine automatische Sozialversicherung
  • Meist zeitliche Limitierungen der Stipendienprogramme
  • Meist zeitliche Rahmenbegrenzung der Stipendienprogramme


Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Karriere mit Wirkung. Die vielfältigen Wege zur HAW-Professur

    Datum Di, 15.09.2026
    Zeit 16:30 Uhr
    Ort Online
    Redner Prof. Dr. Julia Brunner-Werner
    Redner Marianne Löhndorf

    Die Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) bietet für Postdocs sowie Fach- und Führungskräfte eine einzigartige Gelegenheit, um aus der eigenen beruflichen Expertise eine Berufung zu machen. Das academics Online-Seminar bietet Ihnen einen fundierten Überblick über verschiedene Zugangsvoraussetzungen, das Berufungsverfahren und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Einblicke in den Alltag eines HAW-Professors bzw. einer Professorin in der Forschung und Lehre.

    Gästinnen:
    Prof. Dr. Julia Brunner-Werner, Hochschule Fulda, Professorin für Frühkindliche Bildung
    Marianne Löhndorf, Projektleitung Initiative Berufungsmanagement & Projektteam Wege zur Professur

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Event

    ImpactLab 2026

    Datum 23.09.2026
    Zeit 09:00 – 17:00
    Ort memox | Frankfurt a.M.

    Impulse für kluge Köpfe
    Leadership, das wirkt, ist lernbar – beim ImpactLab 2026. Bei praxisnahen Workshops, inspirierenden Vorträgen und lebendigen Diskussionen mit Expert:innen und anderen Teilnehmenden erfahren Sie, wie verantwortungsvolle Führung in Wissenschaft und öffentlichem Dienst gelingt. Auch und gerade in herausfordernden Zeiten.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Zur Anmeldung
  • Zu allen Veranstaltungen
    Zu allen Veranstaltungen
    Artikel teilen
    Verwandte Themen
    Postdoc-Phase Akademische Laufbahn
    Das könnte Sie auch interessieren
    Ein Postdoc prüft am Handy per Online-Banking sein Gehalt

    Gehalt: Was verdienen Postdocs 2025?

    Postdocs sind in der Regel als wissenschaftliche Mitarbeiter:innen in der Entgeltgruppe E13 oder E14 angestellt. ▶ Postdoc-Gehalt TV-L und TVöD

    Eine junge Postdoktorandin am Mikroskop im Labor

    Die Postdoc-Phase: Auf dem Weg zur Professur

    Wer nach der Promotion eine Karriere in der Wissenschaft anstrebt, muss durch die oft unsichere Postdoc-Phase. Ein Überblick, was auf Postdoktorand:innen zukommt.

    Buecherstapel Symbolbild Forschungsthema finden

    Das richtige Forschungsthema

    Das Forschungsthema will wohl gewählt sein. Neben strategischen Überlegungen sollten auch fachliche Debatten und Hochschulstrategien berücksichtigt werden. Wie findet man das richtige Forschungsthema?

    academics - Logo

    academics

    Über uns Kontakt Karriere Partner FAQ academics.com

    Cookies

    Barrierefreiheit Künstliche Intelligenz Impressum Nutzungsbedingungen Datenschutzerklärung Veranstaltungshinweise & AGB
    Vertrag widerrufen

    Jobs

    Jobs Professor Jobs Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jobs Öffentlicher Dienst Jobs Postdoc Jobs Doktorand Jobs an Universitäten Jobs Jura Jobs Künstliche Intelligenz

    Ratgeber

    Ratgeber Gehalt Ratgeber Öffentlicher Dienst Ratgeber Bewerbung Ratgeber Professur Ratgeber Promotion Ratgeber Habilitation Öffentlicher Dienst Gehalt Professor Gehalt Wissenschaftlicher Mitarbeiter Gehalt News

    Für Arbeitgeber

    Stellenanzeige schalten Mediadaten AGB

    academics

    Über uns Kontakt Karriere Partner FAQ academics.com

    Cookies

    Barrierefreiheit Künstliche Intelligenz Impressum Nutzungsbedingungen Datenschutzerklärung Veranstaltungshinweise & AGB
    Vertrag widerrufen

    Jobs

    Jobs Professor Jobs Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jobs Öffentlicher Dienst Jobs Postdoc Jobs Doktorand Jobs an Universitäten Jobs Jura Jobs Künstliche Intelligenz

    Ratgeber

    Ratgeber Gehalt Ratgeber Öffentlicher Dienst Ratgeber Bewerbung Ratgeber Professur Ratgeber Promotion Ratgeber Habilitation Öffentlicher Dienst Gehalt Professor Gehalt Wissenschaftlicher Mitarbeiter Gehalt News

    Für Arbeitgeber

    Stellenanzeige schalten Mediadaten AGB

    In Kooperation mit

    Forschung & Lehre - Logo
    Facebook
    Instagram
    LinkedIn