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Nachwuchsgruppenleitung: Programme
Von Emmy Noether bis Fraunhofer Attract: Wichtige Nachwuchsgruppenprogramme im Überblick

Eine Nachwuchsgruppenleiterin zeigt ihren Teammitgliedern ein Kiefermodell

Die Chancen von Nachwuchsgruppenleiter:innen auf eine Professur sind gut © andresr / iStock.com

Es gibt zahlreiche Programme von Bund, Ländern, EU, Stiftungen oder der DFG, die den Aufbau neuer Nachwuchsgruppen fördern. Die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor: Wer kann sich bewerben, wie hoch ist die Förderung, und wie stehen die Karrierechancen auf eine Professur?

Aktualisiert: 21.08.2026

Von:
Maike Schade (mas) ,
Anke Wilde
Postdoc-Phase Akademische Laufbahn

Artikelinhalt

Wichtige Nachwuchsgruppenprogramme Chancen auf eine Professur Timeline: So planen Sie Ihre Bewerbung auf eine Nachwuchsgruppenleitung

Von Emmy Noether bis ERC: Die wichtigsten Nachwuchsgruppenprogramme

Eine Nachwuchsgruppenleitung bietet hervorragende Chancen für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen, die eigene Karriere voranzutreiben; sie ist eine Alternative zur Habilitation oder Juniorprofessur. Bund und Länder, aber auch Stiftungen und Unternehmen haben Programme ins Leben gerufen, die Nachwuchswissenschaftler:innen ermöglichen, eine eigene Forschungsgruppe ins Leben zu rufen. Die wichtigsten Nachwuchsgruppenprogramme sind

  • das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • die ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats
  • Max Planck Forschungsgruppen
  • Fraunhofer Attract
  • Leibniz-Junior Research Groups
  • das Helmholtz-Nachwuchsgruppen-Programm der Helmholtz-Gemeinschaft

Die Programme unterscheiden sich, was die Förderdauer, den finanziellen Rahmen oder auch die fachlichen Schwerpunkte betrifft. Im Folgenden ein kurzer Überblick.

Emmy Noether-Nachwuchsgruppen (DFG)

Fachliche Schwerpunkte: Keine
Antragsberechtigte: bis vier Jahre nach der Promotion (Medizin und Psychologie: sechs Jahre), mindestens zwei Jahre Postdoc-Erfahrung, substanzielle internationale Forschungserfahrung, exzellentes Forschungsvorhaben
Ausschlusskriterien: bereits erlangte oder unmittelbar bevorstehende Berufbarkeit, abgeschlossene Habilitation; Inanspruchnahme vergleichbarer Fördermaßnahmen
Förderdauer: 3+3 Jahre
Finanzieller Rahmen: Keine finanzielle Obergrenze
Vergütung: Tarif BAT 1a oder TV-L 15 (Empfehlung der DFG)
Besonderheiten: Forschungseinrichtung, zu der man kommen will, muss einen Mustervertrag abschließen. Antragstellung jederzeit möglich; Juniorprofessor:innen können eine Gruppenfinanzierung beantragen.
Weitere Informationen: Emmy Noether-Programm

ERC Starting Grants (European Research Council)

Fachliche Schwerpunkte: Keine
Antragsberechtigte: 0-10 Jahre nach der Promotion
Förderdauer: 5 Jahre
Finanzieller Rahmen: Bis zu 1,5 Mio. Euro (in Ausnahmefällen bis zu 2 Mio. Euro)
Vergütung: Je nach Gasteinrichtung (meist wie Juniorprofessur oder TVöD E15)
Besonderheiten: EU-weites Förderinstrument. Für den Antrag benötigen Sie einen „Host Commitment Letter“ Ihrer Gasteinrichtung, dass sie „antragstellender Rechtsträger“ ist und Ihnen angemessene Forschungsbedingungen bietet. Antragstellung über das elektronische Einreichungssystem der Europäischen Kommission, sollte in englischer Sprache erfolgen.
Weitere Informationen: ERC Starting Grants

Max Planck Forschungsgruppen

Fachliche Schwerpunkte: institutsspezifisch, einmal jährlich im Herbst auch einen themenunabhängige Ausschreibung
Antragsberechtigte: Bis zu 7 (Medizin: 9) Jahre nach der Promotion, Auslandserfahrung erwünscht
Förderdauer: 6 Jahre, weitere 3 nach positiver Zwischenevaluation möglich
Finanzieller Rahmen: offen Vergütung: W2 (beamtenrechtsähnliche Stellung)
Besonderheiten: Es gibt institutseigene Forschungsgruppen (werden von den einzelnen Max-Planck-Instituten ausgeschrieben), themenoffene Forschungsgruppen (zentrale Ausschreibung) und Minerva-Gruppen (ausschließlich für Wissenschaftlerinnen); Bewerbung und Empfehlungsschreiben in englischer Sprache; Bewerbung in elektronischer Form; bei zentralen Bewerbungen zuvor Kontakt mit dem gewünschten Institut aufnehmen.
Weitere Informationen: Max Planck Forschungsgruppen

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Fraunhofer Attract

Schwerpunkte: Industrienahe und anwendungsorientierte Forschung
Antragsberechtigte: Postdocs und Professor:innen
Förderdauer: 5 Jahre
Finanzieller Rahmen: Max. 2,5 Mio. Euro
Vergütung: TVöD
Besonderheiten: Zwei Antragsrunden pro Jahr, jährlich werden bis zu acht Gruppen aufgenommen. Kandidat:innen und Institut entwickeln den Antrag gemeinsam. Institut trägt 50 Prozent des Förderumfangs, Zentrale die anderen 50 Prozent. Gruppe sollte im zweiten Teil der Förderphase eigene Erträge erwirtschaften. Maßgeschneidertes Weiterbildungsprogramm, Perspektive für eigene Gruppe im Fraunhofer-Institut.
Weitere Informationen: Fraunhofer Attract

Leibniz-Junior Research Groups

Fachliche Schwerpunkte: Entsprechend den Instituten
Antragsberechtigte: Promotion darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen
Förderdauer: 5 Jahre
Finanzieller Rahmen: bis zu ca. 1,7 Mio. Euro
Besonderheiten: Kein zentrales Programm, sondern reguläre Karrierestufe. Ausschreibung von Stellen erfolgt jeweils über die Institute. Die Stellen sollen nach Möglichkeit mit einer Tenure-Option versehen sein.
Weitere Informationen: Leibniz-Junior Research Groups

Helmholtz-Nachwuchsgruppen

Schwerpunkte: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr
Zielgruppe: 2 bis 6 Jahre nach der Promotion, mind. 6 Monate Auslandsaufenthalt
Förderdauer: 5 Jahre
Finanzieller Rahmen: Min. 1,75 Millionen Euro
Vergütung: TVöD/TV-L E 14-15 oder BAT 1b/1a
Besonderheiten: Tenure-Option, begleitendes Fortbildungs- und Mentoringprogramm, Nachwuchsgruppenleiter sollen gemeinsam durch Zentrum und Hochschule bestellt werden.
Weitere Informationen: Helmholtz-Nachwuchsgruppen

Carl-Zeiss-Stiftung: Nexus

Schwerpunkte: interdisziplinäre Forschungsprojekte im MINT-Bereich
Zielgruppe: 2 bis 6 Jahre nach der Promotion, mind. 6 Monate Auslandsaufenthalt
Förderdauer: 5 oder 6 Jahre
Finanzieller Rahmen: 1,5 Millionen Euro plus eine Overhead-Pauschale in Höhe von 20 Prozent der Fördersumme
Besonderheiten: Die Arbeitsgruppe muss an einer staatlichen Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen eingerichtet werden. Voraussetzung ist, dass das Forschungsvorhaben an der Schnittstelle zwischen zwei oder mehreren Disziplinen der Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik angesiedelt ist.
Weitere Informationen: CZS Nexus – die Ausschreibung für 2027 beginnt im September 2026, es werden nur noch 100 Projektskizzen angenommen! Nach Erreichen dieser Zahl wird das Portal geschlossen.

Neben den genannten Programmen und Organisationen bieten auch weitere Stiftungen Nachwuchsgruppenprogramme an, beispielsweise die Hans-Böckler-Stiftung. Einige Bundesländer, unter anderem Bayern und Nordrhein-Westfalen, haben ebenfalls Nachwuchsgruppenprogramme aufgelegt. Auch das Bundesforschungsministerium (BMFTR) schreibt regelmäßig themenbezogene Forschungsprogramme aus, für die sich Postdocs bewerben können.

Was Berufungskommissionen besonders intensiv prüfen

  • Eigenständiges Forschungsprofil: Abgrenzung von Doktormutter/Doktorvater und bisherigen Arbeitsgruppen.
  • Publikationsleistung: Qualität, Sichtbarkeit, Erst-/Letztautorenschaft je nach Fachkultur.
  • Drittmittelkompetenz: Bewilligte Nachwuchsgruppe als starkes Signal, aber nicht allein ausreichend.
  • Führungserfahrung: Aufbau, Betreuung und Entwicklung eines Teams.
  • Lehrerfahrung: oft unterschätzt, besonders bei Universitätsprofessuren relevant.
  • Internationale Vernetzung: Gastaufenthalte, Kooperationen, Konferenzsichtbarkeit.
  • Fachspezifische Habilitationskultur: besonders relevant in Medizin und Geisteswissenschaften.

Chancen von Nachwuchsgruppenleiter:innen auf eine Professur

Wie auch Juniorprofessor:innen stehen Nachwuchsgruppenleiter:innen oft vor der Frage, ob sie sich mit dieser Position hinlänglich für eine Professur qualifizieren oder ob sie dennoch habilitieren müssen. Blickt man auf die Hochschulgesetzgebung, dann ist eine Habilitation an sich nicht erforderlich. Die Landeshochschulgesetze sehen neben der Habilitation und der Juniorprofessur auch andere wissenschaftliche Tätigkeiten als Einstellungsvoraussetzung für Professoren vor. Auch wenn sie nicht explizit vom Gesetzgeber benannt wird, so gehört die Leitung von Nachwuchsgruppen unbestritten ebenfalls zu diesen „anderen wissenschaftlichen Tätigkeiten“.

Dennoch geben fachspezifische Gebräuche und die Einschätzung der jeweiligen Berufungskommission am Ende den Ausschlag. In den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ist die Habilitation mittlerweile weniger verbreitet, die Nachwuchsgruppenleitung gilt als adäquate Leistung.

Anders liegt der Fall in den geisteswissenschaftlichen Fächern und der Medizin – hier hat die Habilitation einen ungebrochen hohen Stellenwert. Wenn Sie in diesen Fächergruppen eine Professur anstreben, klären Sie am besten gemeinsam mit Ihren Mentor:innen, ob Sie parallel zu Ihrer Stelle habilitieren sollten.

Grundsätzlich gilt die Nachwuchsgruppenleitung jedoch als Erfolg versprechender Karriereschritt hin zur Professur. Dies liegt nicht zuletzt am Renommee der entsprechenden Programme und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So kann unteranderem die Max-Planck-Gesellschaft damit werben, dass etwa zwei Drittel ihrer ehemaligen Forschungsgruppenleiter:innen den Sprung auf eine Professur geschafft haben.

Timeline: So planen Sie Ihre Bewerbung auf eine Nachwuchsgruppenleitung

  • 12–18 Monate vorher: Förderlinie auswählen, Host Institution identifizieren, Mentor:innen einbinden
  • 9–12 Monate vorher: Projektidee schärfen, Vorarbeiten und Publikationen prüfen
  • 6–9 Monate vorher: Budget, Teamstruktur, Arbeitsprogramm entwickeln
  • 3–6 Monate vorher: Feedback von Peers, Forschungsreferat und erfolgreichen Antragsteller:innen einholen
  • 1–3 Monate vorher: finale Unterlagen, Letters, institutionelle Zusagen, formale Prüfung
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Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Falling Walls Science Summit)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für das Falling Walls Science Summit) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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