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Mit welcher Begründung darf man einen Ruf ablehnen?

Mit welcher Begründung darf man einen Ruf ablehnen?© klsa12 - stock.xchng

Neulich diskutierte ich mit anderen jungen Gruppenleitern, wann man sich am Besten auf den Markt um Professuren begibt.

Die einen sagen "sofort, man lernt nur und kann nichts verlieren, wenn es einem nicht passt, kann man einen Ruf ja ablehnen", die anderen sagen "wo man sich bewirbt, sollte man auch hingehen, wenn man den Ruf bekommt. Einen Ruf nicht anzunehmen schadet dem Image - es könnte passieren, dass man nach so einer Absage nicht mehr eingeladen wird". Anders formuliert: darf man bzw mit welcher Begründung darf man einen Ruf ablehnen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: In der Wissenschaft existiert in der Tat die Befürchtung, dass bei Ablehnung des ersten Rufes auf einen Lehrstuhl anderweitige Rufe nicht mehr ergehen werden. Empirisch belegen lässt sich dies allerdings nicht.

Vielmehr wird es nach unserem Dafürhalten entscheidend darauf ankommen, ob Sie glaubhaft kommunizieren können, warum Sie einen Ruf nicht angenommen haben. In der Sientific Community werden Sie regelmäßig auf Verständnis stoßen, wenn Sie dem Ruf aus Gründen mangelnder Ausstattung in sächlicher und personeller Hinsicht nicht folgen konnten. Dies gilt überdies für nicht hinreichende Besoldungsangebote.

Vermeiden sollten Sie allerdings den Eindruck, dass Sie aufgrund völlig überzogener Forderungen nicht berufen werden konnten. Derartige Gerüchte könnten selbstverständlich Ihr Renommee beschädigen. Insoweit sollten Sie wie eingangs dargestellt im Falle einer Rufablehnung aktiv kommunizieren, warum Sie den Ruf nicht folgen konnten.