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Berufungsverhandlung
Auf dem Weg zur Professur: Verhandlung um Besoldung, Ausstattung und Status

Eine Bewerberin in einer Berufungsverhandlung

© Inside Creative House / iStock.com

In der Berufungsverhandlung diskutiert der Bewerber oder die Bewerberin die Bedingungen der Professur mit der Hochschule. Dazu gehören Leistungsbezüge, räumliche Ausstattung, Personal, Berufungsmittel sowie der künftige Status.

Aktualisiert: 25.06.2025

Von:
Florian Heil
Bewerbung Professur Akademische Laufbahn

Artikelinhalt

Was ist die Berufungsverhandlung?  Ablauf der Berufungsverhandlung Verhandlung der Leistungsbezüge Verhandlung von Ausstattung und Berufungsmitteln Verhandlungen des Status 3 Tipps für die Berufungsverhandlung

Was ist die Berufungsverhandlung? 

Hat sich ein Kandidat oder eine Kandidatin erfolgreich auf eine Professorenstelle beworben, erhält er oder sie den Ruf von der Hochschulleitung, in wenigen Bundesländern auch vom zuständigen Ministerium. Dieser Ruf ist die unverbindliche Einladung, Berufungsverhandlungen mit der Hochschulleitung zu führen.

Eine Berufungsverhandlung hat sämtliche Rahmenbedingungen der zu besetzenden Professur zum Thema, darunter die Besoldung, die personelle und sachliche Ausstattung sowie den künftigen Status des oder der Berufenen. Verlaufen die Verhandlungen erfolgreich, unterzeichnen beide Parteien eine Berufungsvereinbarung.

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Ablauf der Berufungsverhandlung

  • Vorverhandlungen auf Fachbereichsebene
  • Konzeptionspapier inklusive Besoldungsbrief einreichen
  • Berufungsgespräch mit der Hochschulleitung
  • Evtl: Nachverhandlungen
  • Bei Einigung: Berufungsvereinbarung und Rufannahme
  • Ohne Einigung: Rufablehnung

Laut Dr. Ulrike Preißler von der Berufungsberatung des Deutschen Hochschulverbandes finden in der Regel zunächst persönliche Vorgespräche am Ort der Hochschule statt. Im Zuge dieser Vorverhandlungen trifft sich der Kandidat oder die Kandidatin mit dem Dekanat der Hochschule, der Institutsleitung, Mitarbeitenden am zu besetzenden Lehrstuhl oder auch Nachbarprofessuren, um sich über Dienstaufgaben und mögliche Ausstattung auszutauschen. 

Konzeptionspapier einreichen

Auf Basis dieser Informationen entwirft die Kandidatin oder der Kandidat ein Konzeptionspapier, in dem

  • die persönliche Passung für Professur beschrieben wird,
  • die auf der Professur zukünftig zu erfüllenden Aufgaben in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung definiert werden und davon ausgehend
  • der Ausstattungsbedarf detailliert dargelegt wird.

Dieses Konzeptionspapier sollte nach Fertigstellung noch einmal mit dem Dekanat oder der Institutsleitung abgestimmt werden, bevor der Kandidat oder die Kandidatin es an das Rektorat der Hochschule versendet. Zudem sollte der Besoldungsbrief beiliegen, in dem die Besoldungsvorstellungen auf der Grundlage des Konzeptionspapiers deutlich gemacht werden.

Berufungsgespräch und Berufungsvereinbarung

Sind die Schriftstücke eingereicht, folgt ein persönliches Berufungsgespräch mit der Hochschulleitung – die eigentliche Verhandlung. Wird man sich einig, bekommt der Kandidat bzw. die Kandidatin ein bis zwei Wochen später die Berufungsvereinbarung zugeschickt und würde den Ruf annehmen.

Gehen die Vorstellungen in einigen Punkten auseinander, stehen Nachverhandlungen an. Das passiert in der Praxis häufig. Mit adäquaten Argumenten lässt sich auf diese Weise durchaus eine Verbesserung erzielen, da die Hochschulen einen gewissen Verhandlungsspielraum mitbringen. In seltenen Fällen können sich die Parteien auch in den Nachverhandlungen nicht einig werden, dann lehnt der Kandidat oder die Kandidatin den Ruf ab.

Dauer der Berufungsverhandlung

Die gesamte Prozedur einer Berufungsverhandlung dauert in der Regel zwei bis drei Monate, kann in Ausnahmefällen aber auch zwischen einem und sechs Monaten in Anspruch nehmen.

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Verhandlung der Leistungsbezüge

Professor:innen erhalten neben der Grundbesoldung, die gemäß der sogenannten W-Besoldung erfolgt, frei verhandelbare Leistungsbezüge aus Anlass der Berufung. Diese werden leistungsorientiert gewährt, etwa für Leistungen in Forschung und Lehre, die im Konzeptionspapier angekündigt worden sind. Zudem ist die Höhe der Bezüge abhängig von

  • der finanziellen Situation der Hochschule,
  • der allgemeinen Qualifikation der Kandidatin bzw. des Kandidaten,
  • den bisher erbrachten Leistungen in der Forschung und Lehre
  • der Anzahl der Publikationen,
  • der Höhe der eingeworbenen und auch mitgebrachten Drittmittel,
  • dem bisherigen Verdienst sowie
  • der Bewerbermarktlage. 

Den gesetzlichen Rahmen für die Gewährung von Leistungsbezügen und ihre maximale Höhe bildet das Landesbesoldungsgesetz. Auch im Nachhinein können die Leistungsbezüge noch angepasst werden, etwa wenn der Ruf einer anderen Hochschule erfolgt und der Kandidat bzw. die Kandidatin Bleibeverhandlungen führt.

Verhandlung von Ausstattung und Berufungsmitteln

Der in der Regel teuerste Aspekt ist die personelle Ausstattung der Professorenstelle. Hierzu zählen wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, das Sekretariat, gegebenenfalls Techniker:innen und Ingenieur:innen.

Zudem wird auch die räumliche Ausstattung verhandelt: Die Größe und Anzahl der Büros des Lehrstuhls, gegebenenfalls Maßnahmen zur Renovierung oder die Möblierung, die technische Ausstattung mit Hard- und Software oder auch notwendige Investitionen in den Bibliotheksbereich.

Ein weiterer Verhandlungspunkt sind die Berufungsmittel, also mögliche Erst- oder Anschubinvestitionen und die jährlichen Mittel. Erstinvestitionen können beispielsweise Großgeräte oder Labore sein, die für die in Aussicht gestellte Arbeit benötigt werden. Jährliche Mittel werden für laufende Kosten benötigt, Dienstreisen oder auch die Einstellung studentischer Hilfskräfte.

Verhandlungen des Status

Die Status-Verhandlungen beziehen sich auf die dienstrechtliche Stellung, insbesondere auf die Verbeamtung als Professor:in. An staatlichen Hochschulen ist die lebenslange Verbeamtung zwar noch der Regelfall, allerdings gehen immer mehr Universitäten auch zu Tenure-Track-Professuren über, die zunächst ein befristetes Beamtenverhältnis vorsehen. 

Gegenstand der Berufungsverhandlung könnte also sein, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um auf dieser Stelle entfristet zu werden. Auch an Fachhochschulen bzw. HAWs werden Professor:innen in einigen Fällen auf Probe eingestellt. Hier können die Bedingungen einer dauerhaften HAW-Professur verhandelt werden. Zudem sollte in den Gesprächen geklärt werden, wie mit Nebentätigkeiten zu verfahren ist und wie gegebenenfalls Erfindungen verwertet werden dürfen.

3 Tipps für die Berufungsverhandlung

Ulrike Preißler, Justiziarin beim Deutschen Hochschulverband, gibt drei Tipps, wie eine Berufungsverhandlung erfolgreich verlaufen kann:

  1. Überlegen Sie sich im Vorfeld des Gesprächs ganz konkret, welche Verhandlungsziele für Sie unerlässlich sind und wo Ihre Grenzen liegen
  2. Achten Sie beim Konzeptionspapier unbedingt auf korrekte Rechtschreibung und eine klare, einheitliche Formatierung 
  3. Es klingt banal, doch der erste Eindruck ist wichtig: Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres und tragen Sie gepflegte Businesskleidung. Kleider machen Leute!

Für alle weiteren Fragen zum Thema Berufungsverhandlung bietet der Deutsche Hochschulverband Einzelfallberatungen an.

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Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar
    Ausgebucht

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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