DFG-Heisenberg-Programm
Für Forschung zu Biomaterialien: Dr. Igor Zlotnikov erhält renommierte Heisenberg-Stelle
- Dr. Igor Zlotnikov, Forschungsgruppenleiter am B CUBE – Center for Molecular Bioengineering der TU Dresden, wurde von der DFG mit einer Heisenberg-Stelle ausgezeichnet.
- Die Förderung läuft über fünf Jahre und gilt als einer der renommiertesten Forschungspreise Deutschlands.
- Gewürdigt werden seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Biomineralisation und Biomaterialien.
- Das Heisenberg-Programm der DFG richtet sich an Forschende, die bereits alle Voraussetzungen für eine Berufung auf eine Lebenszeitprofessur erfüllen.
Aktualisiert: 26.08.2026
Heisenberg-Stelle für Zlotnikov und seine Forschung zu Biomaterialien
© academics Grafik
Wie die Technische Universität Dresden (TUD) in einer aktuellen Pressemitteilung mitteilt, ist Dr. Igor Zlotnikov, Forschungsgruppenleiter am B CUBE – Center for Molecular Bioengineering der TUD, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit einer Heisenberg-Stelle ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung gilt als einer der renommiertesten Forschungspreise Deutschlands. Mit der fünfjährigen Förderung würdigt die DFG Zlotnikovs herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Biomineralisation und Biomaterialien und ermöglicht ihm, die Entstehung komplexer natürlicher Strukturen weiter zu erforschen. Zugleich stärke die Bewilligung die Position des B CUBE und der TUD als führende Zentren für Lebenswissenschaften, Bioengineering und Biophysik.
Außergewöhnliche Materialien aus der Natur
Ob Muschelschalen, Schwämme, Knochen oder der extrem widerstandsfähige Zahnschmelz – die Natur bringt außergewöhnliche Materialien hervor. Durch ihre fein abgestimmten Muster und Strukturen besitzen diese Biominerale einzigartige mechanische, strukturelle und optische Eigenschaften. Das Erstaunliche daran: Lebende Organismen bauen sie unter denkbar milden Umweltbedingungen auf. Diese Prozesse basieren auf Jahrmillionen biologischer Evolution. Die zugrundeliegenden physikalischen Prinzipien dieser Materialbildung sind jedoch noch immer weitgehend unbekannt.
Am B CUBE widmet sich Dr. Zlotnikov mit seiner Forschungsgruppe „Physik biologischer Materialien“ genau diesem Phänomen der Biomineralisation – der Bildung mineralisierter Materialien durch lebende Organismen. Das Team arbeitet an der Schnittstelle von Physik, Materialwissenschaften und Biologie. Mithilfe fortschrittlicher Modellierungen, Prüfmethoden und bildgebender Verfahren entschlüsseln die Forschenden die Bauprinzipien biologischer Strukturen. Ihre Erkenntnisse eröffnen nicht nur tiefe Einblicke in fundamentale Evolutionsprozesse, sondern legen auch den Grundstein für die Materialien von morgen: bioinspiriert, nachhaltig und langlebig.
Stimmen zur Auszeichnung
„Die Förderung im Heisenberg-Programm der DFG ist eine große Ehre und eine wunderbare Bestätigung der interdisziplinären Arbeit unseres Teams“, erklärt Dr. Zlotnikov. „Das B CUBE und das gesamte CMCB-Umfeld in Dresden bieten optimale Bedingungen, um die Grenzen der Biophysik und Biomaterialforschung gemeinsam weiter zu verschieben. Ich freue mich sehr darauf, meine wissenschaftliche Zukunft an diesem fantastischen Standort zu gestalten und die Prinzipien der Biomineralisation noch tiefer zu ergründen.“
„Es ist ein wohlverdienter Erfolg“, sagt Prof. Nils Kröger, Direktor des B CUBE. „Igors Forschung verkörpert den Geist des B CUBE: die Geheimnisse hinter den außergewöhnlichen Eigenschaften biologischer Systeme zu entschlüsseln, um Technologien von morgen zu inspirieren. Die Heisenberg-Stelle ist eine großartige Bestätigung seiner wissenschaftlichen Vision und das Fundament für das nächste Kapitel seiner exzellenten Forschung.“
Über Igor Zlotnikov
Igor Zlotnikov absolvierte sein Studium am Technion – Israel Institute of Technology in Haifa, das er mit einem Bachelor in Physik sowie einem Bachelor- und Masterabschluss in Materialwissenschaften und Werkstofftechnik abschloss. Im Rahmen seiner Promotion forschte er bei Prof. Elazar Gutmanas an bioinspirierten Nanolaminaten. Anschließend wechselte er als Postdoktorand an das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, um sich der Bionik zu widmen. Ab 2012 forschte er dort als unabhängiger Wissenschaftler mit Schwerpunkt auf der strukturellen und nanomechanischen Charakterisierung von Biomaterialien. Seit 2016 leitet Dr. Zlotnikov eine Forschungsgruppe am B CUBE – Center for Molecular Bioengineering der Technischen Universität Dresden.
Über das B CUBE
Das B CUBE – Center for Molecular Bioengineering wurde 2008 als Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) durch die Initiative „Unternehmen Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet. Es ist Teil des Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB) und konzentriert seine Forschungstätigkeit auf die Untersuchung lebender Strukturen auf molekularer Ebene sowie die Übersetzung der daraus resultierenden Erkenntnisse in innovative Methoden, Materialien und Technologien.
Über das DFG-Heisenberg-Programm
- Zielgruppe: Wissenschaftler:innen, die bereits die Voraussetzungen für eine unbefristete Professur erfüllen.
- Ziel: Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Leitungsposition mit dem Ziel einer Lebenszeitprofessur und Weiterentwicklung der eigenen Forschung.
- Förderdauer: bis zu fünf Jahre.
- Fördervarianten: Heisenberg-Professur, Heisenberg-Stelle, Heisenberg-Rotationsstelle und Heisenberg-Stipendium.
- Antragsberechtigt sind unter anderem: Habilitierte, positiv zwischenevaluierte Juniorprofessor:innen, Wissenschaftler:innen mit habilitationsäquivalenten Leistungen sowie Rückkehrende aus dem Ausland beziehungsweise ausländische Wissenschaftler*innen, die in Deutschland tätig sein möchten.
Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft – Heisenberg-Programm
(che)