Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst
TV-L 2026: Keine Einigung in der zweiten Verhandlungsrunde
Bei der zweiten Verhandlungrunde legt die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) erste Eckpunkte als „Einigungskorridor“ vor. Die Gewerkschaften reagierten enttäuscht.
Aktualisiert: 21.01.2026
TdL legt erste Eckpunkte vor
© academics Grafik
Die zweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) am 15. und 16. Januar 2026 gingen ergebnislos zu Ende. Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die bis zur Schlussrunde ab 11. Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.
Die TdL legte erste Eckpunkte als „Einigungskorridor“ vor:
- Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028, Laufzeit bis 31. März 2028 (Laufzeit 29 Monate)
- „Azubi-Paket“ mit deutlichen Verbesserungen für Auszubildende u. a. mit 120 Euro mehr in drei Schritten,
- erneute Vereinbarung der bisherigen Übernahmeregelungen,
- Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen Ost an West,
- für übernommene Auszubildene mit mindestens gutem Abschluss: Vorgezogenes Erreichen der Stufe 2 (sechs Monate früher),
- Erhöhung der Abschlussprämie für Auszubildende mit mindestens gutem Abschluss (Leistungsorientierter Ansatz)
- Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 Euro auf 150 Euro bzw. von 40 Euro auf 60 Euro
- Erhöhung Mindeststundenentgelte studentische Beschäftigte über Mindestlohn (15,06 Euro zum Sommersemester 2026, 15,76 Euro zum Sommersemester 2027, 16,49 Euro zum Sommersemester 2028)
- Paket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
- Zeitgemäße Weiterentwicklung Eingruppierungsrecht unter Berücksichtigung der Entgelttransparenzrichtlinie. Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
- Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029
- Stufengleiche Höhergruppierung
- Überprüfung Überstundenregelungen Teilzeit
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„Wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen“
Finanzsenator und Verhandlungsführer der TdL, Dr. Andreas Dressel sieht „erste Fortschritte“ im Tarifkonflikt: „Wir haben als Länderarbeitgeber Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt, denn wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Unser vorgeschlagener Einigungskorridor umfasst eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 Prozent bedeuten“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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ver.di: „Der Verhandlungsstand ist ungenügend“
Die Gewerkschaften reagierten enttäuscht. Laut dem ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke zeichne sich in den zentralen Punkten keine Einigung ab. In einer Pressemitteilung heißt es: „Neben den Nullmonaten sollen die Beschäftigten eine Laufzeit von 29 Monaten hinnehmen. Die Tdl strebt offenbar einen Abschluss an, der niedriger ist als das Ergebnis für Bund und Kommunen. Aus den großen Ankündigungen zu Verbesserungen für Nachwuchskräfte ist ein kleines Päckchen für die Auszubildenden geworden, ohne Verbesserungen bei der Übernahme. Auch die Schaffung von Tarifschutz für die studentisch Beschäftigten lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab“, stellte Werneke klar. „Der Verhandlungsstand ist ungenügend. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt.“
(mas)
Was fordern die Gewerkschaften?
ver.di fordert für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten, darunter 925.000 Tarifbeschäftigte, im öffentlichen Dienst der Länder (alle Zahlen ohne Hessen)
- sieben Prozent mehr Gehalt im Monat, mindestens aber 300 Euro
- Für Nachwuchskräfte: 200 Euro mehr Gehalt pro Monat sowie eine unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
- ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt für studentische Beschäftigte
- die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte.
- Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) soll laut Gewerkschaftsforderung zwölf Monate betragen.
- ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamten der Länder sowie auf Versorgungsempfängerinnen und -empfänger