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Private Hochschulen
Privathochschulen in Deutschland

  • Zahl privater Hochschulen sank zuletzt von 118 auf 112; 84 davon sind HAWs/FHs
  • Zahl der Studierenden nimmt dennoch weiter zu auf 383.672
  • Knapp die Hälfte (49 Prozent) studieren Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • Die Stellvertretende DGB-Vorsitzende Hanack warnt vor „gefährlicher Entwicklung“


Aktualisiert: 12.03.2026

Von:
Florian Heil ,
Maike Schade (mas)
Professur Akademische Laufbahn Studium

Artikelinhalt

Entstehung und Entwicklung der privaten Hochschulen in Deutschland Studierende an privaten Hochschulen Die zehn größten Privathochschulen Deutschlands Private Hochschule als Arbeitgeber: Rahmenbedingungen Voraussetzungen, um als private Hochschule anerkannt zu werden Reputation von privaten Hochschulen

Entstehung und Entwicklung der privaten Hochschulen in Deutschland

Anders als beispielsweise in England oder den USA waren die modernen Universitäten, die hierzulande im 19. Jahrhundert entstanden, ausschließlich in staatlicher Hand. Der Hauptgrund: Die Finanzierung von Forschung und Lehre wurde als so kostspielig erachtet, dass deren Bewältigung nur dem Staat zugetraut wurde. Es gab allerdings einige kirchliche Hochschulen, die schon im 19. Jahrhundert gegründet wurden und damit die ersten nichtstaatlichen Hochschulen in Deutschland bildeten.

1945 existierten laut dem Verband der privaten Hochschulen (VPH) 18 kirchliche und drei private Hochschulen in Deutschland. Erst ab den 70er-Jahren wurden vermehrt Fachhochschulen in privater Trägerschaft gegründet sowie Hochschulen wirtschaftswissenschaftlicher Prägung mit höherem akademischem Anspruch.

In den 90er-Jahren erweiterte sich das Angebot dann auf differenzierte Hochschultypen: Es entstanden private Hochschulen mit stark spezialisierter Ausbildung, das Konzept des Fernstudiums setzte sich durch und die Gründung privater Fachhochschulen nahm weiter zu – immer häufiger auch solche mit einer profitorientierten Ausrichtung.

Im Jahr 2010 gab es in Deutschland bereits 90 staatlich anerkannte Hochschulen in privater Trägerschaft; 2025 waren es 112. Die meisten davon, nämlich 84, sind HAWs bzw. Fachhochschulen – ihre Zahl war seit den 2000ern stark gestiegen, zuletzt ging ihre Zahl aber wieder zurück (sh. Tabelle). Stabil war in den vergangenen Jahren die Anzahl der Privatunis (21).

Privathochschulen in Deutschland nach Hochschulart

Hochschulart 2022/2023 2023/2024 2024/2025

Fachhochschulen/HAWs (ohne Verwaltungsfachhochschulen)

87

90

84

Universitäten

21

21

21

Theologische Hochschulen

3

3

3

Kunsthochschulen

3

3

3

Verwaltungsfachhochschulen

1

1

1

Private Hochschulen insgesamt

115

118

112

Quelle: Destatis

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Studierende an privaten Hochschulen

Laut Destatis waren im Wintersemester 2024/25 insgesamt 383.672 Studierende an den 118 privaten Hochschulen eingeschrieben, 354.000 davon an HAWs bzw. FHs. Zum Vergleich: 2020 waren es insgesamt „nur“ 244.000.

12,3 Prozent aller Studierenden waren somit an einer Privathochschule eingeschrieben (Gesamtzahl: 2.871.600 Studierende). Und sie halten dort offensichtlich eher durch: Die Abbruchquote an privaten Hochschulen lag 2019 laut Destatis bei 9,2 Prozent, an staatlichen Hochschulen der Länder hingegen bei 13,9 Prozent.

Studierende an privaten Hochschulen nach Hochschulart

Hochschulart 2022/2023 2023/2024 2024/2025

FHs/HAWs

337.522

344.318

353.794

Universitäten

23.690

24.630

26.170

Theologische Hochschulen

472

400

421

Kunsthochschulen

1.810

1.988

1.794

Verwaltungsfachhochschulen

1.528

1.551

1.493

Private Hochschulen insgesamt

365.022

372.887

383.672

Quelle: Destatis

Laut dem Datencheck des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) waren die an den privaten Hochschulen Studierenden im Wintersemester 2023/24 in folgenden Fächern eingeschrieben:

  • 49 Prozent in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • 14 Prozent in den Ingenieurwissenschaften
  • 11 Prozent in Medizin / Gesundheitswissenschaften
  • 4 Prozent in künstlerischen Fächern
  • 1 Prozent in Sport
  • 1 Prozent in den Geisteswissenschaften
  • 1 Prozent in den Forst-, Agrar-, Ernährungswissenschaften sowie Veterinärmedizin
  • 1 Prozent in Mathematik / Naturwissenschaften
  • 1 Prozent in sonstigen Fächern

Die zehn größten Privathochschulen Deutschlands

Hochschule Typ Studierende im WS 2023/24

IU Internationale Hochschule

FH/HAW

116.296

FOM Hochschule für Oekonomie & Management

FH/HAW

47.098

Hochschule Fresenius

FH/HAW

16.049

Hamburger Fern-Hochschule, gemeinnützige GmbH

FH/HAW

14.426

Europäische Fernhochschule Hamburg

FH/HAW

10.034

SRH Fernhochschule – The Mobile University

FH/HAW

8.743

SRH University

FH/HAW

8.637

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH

FH/HAW

6.506

AKAD University Stuttgart

FH/HAW

6.370

Quelle: CHE Hochschuldaten, Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts

Private Hochschule als Arbeitgeber: Rahmenbedingungen

Private Hochschulen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt als Arbeitgeber von staatlichen Hochschulen: Die Mitarbeiter:innen können nicht verbeamtet werden. Professor:innen, Dozent:innen und wissenschaftliche Mitarbeiter:innen befinden sich in einem frei verhandelbaren Angestelltenverhältnis. Befristete Stellen sind ebenso möglich wie unbefristete, Teilzeit- wie Vollzeitstellen. Für das Lehrpersonal bedeutet das weniger Sicherheit als im staatlichen Bildungssystem.

Auch das Gehalt ist frei verhandelbar und ist in keiner Besoldungsordnung oder Entgelttabelle geregelt. In der Regel verdienen Lehrende an privaten Hochschulen jedoch nicht schlechter als in einer vergleichbaren Position an einer staatlichen Hochschule.

Inhaltlich wird in der Regel mehr Wert auf die Lehre gelegt, da die Studierenden für ihre Gebühren eine entsprechende Gegenleistung verlangen können. Die Forschung kann im Vergleich zu staatlichen Hochschulen demnach ein wenig in den Hintergrund rücken.

Ansonsten unterscheiden sich die Einstellungsvoraussetzungen nicht grundsätzlich. Private Fachhochschulen verlangen aber in der Regel mehrjährige berufspraktische Erfahrungen.

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Voraussetzungen, um als private Hochschule anerkannt zu werden

Wer eine nicht staatliche Bildungseinrichtung als Hochschule betreiben möchte, muss dafür eine staatliche Anerkennung beantragen. Erst dann darf die Hochschule Prüfungen abnehmen, Abschlussgrade (Bachelor, Master) verleihen und Zeugnisse erteilen. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass die Hochschule staatlichen Hochschulen in wesentlichen Punkten der Lehre gleicht. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, wird im Zuge der Konzeptprüfung beziehungsweise institutionellen Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat geprüft. Dazu gehören laut Stifterverband folgende Kriterien:

  • Institutioneller Anspruch, Profil und Entwicklungsziele
  • Leitungsstruktur, Organisation und Qualitätsmanagement
  • Personal
  • Studium und Lehre
  • Forschung und Kunstausübung
  • Räumliche und sächliche Ausstattung
  • Finanzierung

Bei einer attestierten „Hochschulförmigkeit“ wird die private Hochschule für einen begrenzten Zeitraum akkreditiert. 2026 beispielsweise wurden zwei private HAW reakkreditiert, die SDI Hochschule für fünf Jahre, die Quadriga Hochschule für zehn Jahre.

Zudem durchlaufen die privaten Hochschulen (wie auch staatliche Hochschulen) mit ihren geplanten Studiengängen Qualitätssicherungsverfahren, die sogenannte Programm- oder Systemakkreditierung.

Reputation von privaten Hochschulen

Die zunehmende Beliebtheit privater Universitäten und Fachhochschulen hat neben der möglichen Spezialisierung und den abweichenden Studienmodellen auch mit der Reputation und dem Renommee der Einrichtungen zu tun

Das Vorurteil, ein Abschluss würde sich durch die Studiengebühren quasi „erkauft“, hat auf die Jobsuche in der Regel keine negativen Auswirkungen. Im Gegenteil: Etablierte private Hochschulen aus Deutschland sind international bekannt, sodass Absolvent:innen auch von ausländischen Unternehmen nachgefragt werden. Zudem gelten die Studierenden als sehr gut ausgebildet, da sie – zumindest in der Regel – in kleineren Gruppen unterrichtet und besser betreut werden als an staatlichen Hochschulen.  

Private Hochschulen pflegen darüber hinaus oft enge Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen oder werden sogar von diesen mitfinanziert – ein echter Vorteil für die Absolvent:innen bei der Stellensuche. Gerade in den Wirtschaftswissenschaften gilt ein Studium an einer privaten Hochschule als Karrieresprungbrett. Durch Partnerschaften werden starke Kooperationen geknüpft, mit den richtigen Partnern lassen sich sogar gesellschaftliche Herausforderungen adressieren. In solchen Verbünden eröffnen sich privaten Hochschulen ganz neue Möglichkeiten und sie gewinnen an Reputation, gesellschaftlicher Akzeptanz und Relevanz.

„Bildung droht zur Ware zu werden“

Nichtsdestotrotz gibt es kritische Stimmen. So warnte die Stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hanack bezugnehmend auf den DGB-Hochschulreport 2025 vor einer „gefährlichen Entwicklung: Mit der Expansion der privaten Hochschulen droht Bildung zur Ware zu werden. Studiengebühren wie an den privaten Hochschulen beeinflussen junge Menschen in der Fächerwahl und sind für Menschen ohne reiche Eltern unbezahlbar oder führen in die Schuldenfalle. Wer Chancengleichheit im Bildungssystem will, muss für gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule sorgen. Die öffentlichen Hochschulen müssen besser ausgestattet werden und in die Qualität ihrer Studiengänge investieren, damit sie im Wettbewerb mit den privaten Hochschulen mithalten können.“ Schon ein Bachelorabschluss, so heißt es in der Pressemitteilung, könne bis zu 60.000 Euro kosten.

Vor allem die IU Internationale Hochschule stand zuletzt stark in der Kritik – das Niveau der Ausbildung sei nicht gut, die Hochschule zu gewinnorientiert.

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