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Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst
TV-L 2026: Gewerkschaften erhöhen vor der nächsten Verhandlungsrunde den Druck.

Bei der zweiten Verhandlungrunde legte die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) erste Eckpunkte als „Einigungskorridor“ vor. Die Gewerkschaften reagierten enttäuscht. Vor der – voraussichtlich – letzten Verhandlungsrunde (11. bis 13. Februar 2026) riefen die Gewerkschaften unter anderem an Hochschulen und Unikliniken zum Warnstreik auf.

Aktualisiert: 10.02.2026

Von: academics
News Gehalt Öffentlicher Dienst

Vor dritter Runde: Bundesweit Warnstreiks

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© academics Grafik

Vom 11. bis 13. Februar 2026 fand in Potsdam die dritte und voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde zwischen der Tarifvereinigung der Länder (TdL) und den Gewerkschaften statt. Am 14. Februar 2026 verkündeten die Verhandelnden eine Einigung: 5,8 Prozent mehr Gehalt für die Tarifbeschäftigten der Länder. Im Vorfeld der Verhandlungsrunde riefen ver.di, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Gewerkschaft der Polizei sowie der dbb beamtenbund und union für Dienstag, 10. Februar, zu Warnstreiks unter anderem an Hochschulen, Unikliniken, Schulen, in Behörden und Straßenbauverwaltungen auf. Die Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks.

Zweite Verhandlungsrunde endete ergebnislos

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) am 15. und 16. Januar 2026 waren ergebnislos zu Ende gegangen. Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die bis zur Schlussrunde von 11. bis 13. Februar in Potsdam einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.

Es geht um die Gehälter von rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigten, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeitet. Darunter 245.000 Angestellte an Schulen und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte. Am 29. Januar 2026 streikten laut GEW rund 12.000 Tarifbeschäftigte aus dem Bildungsbereich.

Die TdL legte erste Eckpunkte als „Einigungskorridor“ vor:

  • Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028, Laufzeit bis 31. März 2028 (Laufzeit 29 Monate)
  • „Azubi-Paket“ mit deutlichen Verbesserungen für Auszubildende u. a. mit 120 Euro mehr in drei Schritten,
  • erneute Vereinbarung der bisherigen Übernahmeregelungen,
  • Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen Ost an West,
  • für übernommene Auszubildene mit mindestens gutem Abschluss: Vorgezogenes Erreichen der Stufe 2 (sechs Monate früher),
  • Erhöhung der Abschlussprämie für Auszubildende mit mindestens gutem Abschluss (Leistungsorientierter Ansatz)
  • Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 Euro auf 150 Euro bzw. von 40 Euro auf 60 Euro
  • Erhöhung Mindeststundenentgelte studentische Beschäftigte über Mindestlohn (15,06 Euro zum Sommersemester 2026, 15,76 Euro zum Sommersemester 2027, 16,49 Euro zum Sommersemester 2028) 
  • Paket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
  • Zeitgemäße Weiterentwicklung Eingruppierungsrecht unter Berücksichtigung der Entgelttransparenzrichtlinie. Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
  • Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029
  • Stufengleiche Höhergruppierung
  • Überprüfung Überstundenregelungen Teilzeit

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„Wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen“

Finanzsenator und Verhandlungsführer der TdL, Dr. Andreas Dressel sieht „erste Fortschritte“ im Tarifkonflikt: „Wir haben als Länderarbeitgeber Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt, denn wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Unser vorgeschlagener Einigungskorridor umfasst eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 Prozent bedeuten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

➥ Wie hoch ist das Gehalt im öffentlichen Dienst? Überblick: TVöD, TV-L, TV-H

ver.di: „Der Verhandlungsstand ist ungenügend“

Die Gewerkschaften reagierten enttäuscht. Laut dem ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke zeichne sich in den zentralen Punkten keine Einigung ab. In einer Pressemitteilung heißt es: „Neben den Nullmonaten sollen die Beschäftigten eine Laufzeit von 29 Monaten hinnehmen. Die Tdl strebt offenbar einen Abschluss an, der niedriger ist als das Ergebnis für Bund und Kommunen. Aus den großen Ankündigungen zu Verbesserungen für Nachwuchskräfte ist ein kleines Päckchen für die Auszubildenden geworden, ohne Verbesserungen bei der Übernahme. Auch die Schaffung von Tarifschutz für die studentisch Beschäftigten lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab“, stellte Werneke klar. „Der Verhandlungsstand ist ungenügend. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt.“

(mas)

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Was fordern die Gewerkschaften?

ver.di fordert für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten, darunter 925.000 Tarifbeschäftigte, im öffentlichen Dienst der Länder (alle Zahlen ohne Hessen)

  • sieben Prozent mehr Gehalt im Monat, mindestens aber 300 Euro
  • Für Nachwuchskräfte: 200 Euro mehr Gehalt pro Monat sowie eine unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
  • ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt für studentische Beschäftigte
  • die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte.
  • Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) soll laut Gewerkschaftsforderung zwölf Monate betragen.
  • ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamten der Länder sowie auf Versorgungsempfängerinnen und -empfänger

Aktuelle Veranstaltungen

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    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
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    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

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    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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