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Gentechnik Berufsbild
Gentechnik: Definition, Berufsfeld und Karriereperspektiven

Sproesslinge als Symbolbild fuer Gentechnik

Die Methode, fremde Gene in Pflanzen zu übertragen, ist die Basis der grünen Gentechnik © Nordreisender / photocase.de

Schaf Dolly, Krebsmaus, Anti-Matsch-Tomate – drei Beispiele aus der Gentechnik. Aber was genau ist Gentechnik und wie sieht die Arbeit in diesem Bereich aus?

Aktualisiert: 12.07.2022

Von:
Katharina Jedlitschka

Artikelinhalt

Definition: Was ist Gentechnik? Chancen und Risiken der Gentechnik Berufsfelder und Branchen in der Gentechnik Aufgaben von Gentechnikern In der Gentechnik arbeiten: Voraussetzungen Gentechnik: Gehalt und Karriereperspektiven

Definition: Was ist Gentechnik?

Die Gentechnik ist ein Teilgebiet der Biotechnologie und umfasst Methoden zur gezielten genetischen Veränderung von Organismen. In gentechnischen Verfahren wird das Erbgut (die DNA) von Lebewesen künstlich verändert. Das Ergebnis sind sogenannte GVO: gentechnisch veränderte Organismen. Das kann ein Mikroorganismus, eine Pflanze oder ein Tier sein wie das berühmte, 1996 in Schottland geborene Schaf Dolly, das erste geklonte Säugetier.

In der Gentechnik wird genetisches Material verändert und anschließend wieder übertragen. Da der genetische Code bei allen Arten von Lebewesen in den Grundzügen gleich ist, kann Erbgut nicht nur innerhalb einer Art, sondern auch zwischen verschiedenen Arten übertragen werden. Für die gentechnische Veränderung eines Organismus muss dessen DNA zunächst abgetrennt (Isolation), dann verändert (Rekombination) und schließlich wieder in den Organismus eingebracht werden (Gentransfer).

Anwendungsbereiche von Gentechnik

Für die Methoden der Gentechnik gibt es viele verschiedene Anwendungsbereiche, die nach Farben in fünf Gebiete eingeteilt sind:

  1. Grüne Gentechnik: Sie ist das größte Teilgebiet der Gentechnik und umfasst alle Methoden zur gentechnischen Veränderung von Pflanzen und vor allem den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Pflanzen können mit grüner Gentechnik so verändert werden, dass sie beispielsweise resistenter gegenüber äußeren Einflüssen sind, zum Beispiel gegen Insekten oder Trockenheit, oder mehr Ertrag bringen.
  2. Rote Gentechnik: Umfasst alle gentechnischen Veränderungen in der Medizin und Pharmazie, etwa zur Herstellung von Medikamenten, bei der Diagnostik von genetischen Erkrankungen und in der Gentherapie. Ein medizinischer Wirkstoff, der durch gentechnische Manipulation von Zellen entsteht, ist beispielsweise Insulin.
  3. Weiße Gentechnik: Hier geht es um die Anwendung gentechnischer Veränderungen für die industrielle Produktion, das heißt in der chemischen, der Lebensmittel- und Textilproduktion. Mit weißer Gentechnik entstehen etwa Reinigungsmittel, Fertiggerichte oder Kleidungsfarben.
  4. Graue Gentechnik: Auch Umweltbiotechnologie genannt, geht es bei der grauen Gentechnik vor allem um den biologischen Abbau von Abfall und Schadstoffen, beispielsweise in Kläranlagen.
  5. Blaue Gentechnik: Die Methoden der blauen Gentechnik – der jüngsten Sparte der Biotechnologie – werden bei im Meer lebenden Organismen eingesetzt. Sie wird auch maritime Gentechnik genannt und ist noch stark von Forschung geprägt.

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Chancen und Risiken der Gentechnik

Bei der Frage, ob Gentechnik zu befürworten oder abzulehnen ist, scheiden sich die Geister. Gut oder schlecht? Eine eindeutige Antwort gibt es bei diesem Thema nicht, dafür ist der Bereich zu vielschichtig. In jedem Teilbereich der Gentechnik gibt es Pro- und Contra-Argumente.

Besonders die Agro-Gentechnik – die grüne Gentechnik – ist viel diskutiert. Aus Sicht der Befürworter ist sie die Antwort auf viele ökologische, ökonomische und klimatische Herausforderungen. So beschleunigt Gentechnik beispielsweise das Wachstum von Pflanzen und Tieren und liefert höhere Erträge, reduziert den Pestizideinsatz, sorgt dafür, dass Pflanzen länger haltbar sind und sich besser transportieren sowie verarbeiten lassen.

Für Kritikerinnen steckt Gentechnik generell noch zu sehr in den Kinderschuhen, die langfristigen Auswirkungen lassen sich noch nicht abschätzen. Grüne Gentechnik ist nach ihrer Meinung riskant für Mensch und Umwelt, da sie unkontrollierbar ist, Biodiversität und Lebensräume gefährdet und auch gesundheitliche Risiken birgt. Letztlich wird bei der Frage nach den Chancen und Risiken von Gentechnik auch immer entscheidend sein, wer mit Gentechnik arbeitet und ob diese Personen verantwortungsvoll damit umgehen.

Gentechnik: Gesetzliche Regelung

Das deutsche Gentechnikgesetz regelt die Entwicklung und die Nutzung von Gentechnik in Deutschland und gewährleistet den Schutz von Mensch und Umwelt sowie die Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit Fragen und Chancen von Gentechnik befasst sich zudem die Enquetekommission des Deutschen Bundestages. 

Auf internationaler Ebene gibt seit März 1996 ein Ethikcode vor, wie Wissenschaftler und Medizinerinnen mit menschlichen Erbanlagen und gewonnenen Informationen umgehen sollen. Allerdings ist der Ethikcode nicht verbindlich, die Einhaltung der Richtlinien wird nicht kontrolliert – er dient somit eher dazu, das Bewusstsein von Wissenschaftlern zu schärfen und ihre Eigenverantwortung zu betonen.

Berufsfelder und Branchen in der Gentechnik

Grün, Rot, Weiß, Grau, Blau – aus den verschiedenen Anwendungsbereichen von Gentechnik ergibt sich ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten für Gentechniker. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den ersten drei Bereichen, also der Landwirtschaft, der Medizin und der Industrie. Gentechnikerinnen arbeiten somit häufig in Betrieben der Agrar-, Pharma-, Bio- und Lebensmittelindustrie. 

Wissenschaft und Forschung

Da der Forschung in der Gentechnik eine bedeutende Rolle zukommt, sind sie zudem in Forschungs- und Entwicklungslabors von Universitäten und Universitätskliniken sowie in wissenschaftlichen Instituten und Forschungseinrichtungen tätig. Ihr Arbeitsort sind in der Regel Laborräumlichkeiten in Forschungseinrichtungen, Universitäten, Kliniken oder Industrieunternehmen. Gehen sie einer lehrenden Tätigkeiten nach, sind Hörsäle ihr hauptsächlicher Arbeitsplatz.

Öffentlicher Dienst 

Neben Berufen in der freien Wirtschaft kann auch der öffentliche Dienst ein interessanter Arbeitgeber für Gentechnikerinnen sein. Sie finden beispielsweise in Ämtern, Behörden und in Ministerien Anstellung und befassen sich dort beispielsweise mit folgenden Tätigkeiten:

  • Bearbeitung fachlicher Fragen 
  • Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen
  • Entwicklung neuer analytischer Methoden und Messtechniken
  • Vorbereitung und Durchführung gentechnischer Probenahmen 
  • Auftragsplanung. 
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Aufgaben von Gentechnikern

Gentechnikerinnen erforschen, analysieren und manipulieren in Tests und Experimenten die Strukturen und Eigenschaften von DNA. Sie arbeiten in interdisziplinären Teams aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Spezialistinnen, etwa aus den Bereichen Biologie, Chemie, Medizin, und haben – je nach Berufsfeld – Kontakt zu Patienten, Kundinnen und Studierenden.

Zum Arbeitsmaterial von Gentechnikerinnen gehören neben Computern und spezieller Software- und Analyseausstattung vor allem moderne, empfindliche Laborgeräte wie Mikroskope, Thermometer, Filter und Reagenzgläser. Da im Laborumfeld hohe Hygienestandards gelten, tragen sie hier spezielle Arbeitskleidung, um Proben vor Verunreinigung zu schützen.

Beispiele für Tätigkeiten von Gentechnikern:

  • Gentechnische Untersuchung von Pflanzen, Zellen und Mikroorganismen
  • Durchführung von Studien und Experimenten an Versuchstieren
  • Entnahme und Analyse von DNA-Proben
  • Auswertung und Dokumentation von Analyse- und Testergebnissen
  • Entwicklung neuer, gentechnologischer Verfahren, z. B. in der Humanmedizin zur Heilung von Erbkrankheiten
  • Publikation von Forschungsergebnissen in Studien, Berichten und Artikeln
  • Besuch von fachspezifischen Tagungen und Kongressen
  • Betreuung von Studierenden. 


In der Gentechnik arbeiten: Voraussetzungen

Einen Studiengang „Gentechnik“ gibt es nicht. Wer in der Gentechnik arbeiten möchte, absolviert zunächst ein Bachelorstudium in einem anderen Fach, beispielsweise in der Biologie, Biotechnologie, Pharmazie oder Biochemie. In einem anschließenden Masterstudium ist die Spezialisierung im Bereich Gentechnik möglich.

Wer als Gentechniker arbeiten möchte, sollte – neben einem grundsätzlichen mathematisch-technischen Verständnis – über folgende Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen:

  • ausgeprägte Feinmotorik
  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • analytisches Denkvermögen
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Ausdauer und Geduld.

Auch das bereits erwähnte Verantwortungsbewusstsein gegenüber Umwelt und Lebewesen sollte bei angehenden Gentechnikerinnen vorhanden sein sowie die Fähigkeit, überlegt und vorausschauend zu handeln, um potenzielle Risiken einschätzen zu können.

Gentechnik: Gehalt und Karriereperspektiven

Die Branche der Bio- und Gentechnologie ist eine Zukunftsbranche mit vielen Firmenneugründungen. Unternehmen suchen intensiv nach Nachwuchsspezialisten, die Gehalts- und Karriereperspektiven für Akademikerinnen in diesem Bereich sind entsprechend gut.

Generell gilt: Wer als Gentechniker in die Forschung geht, hat ein geringeres Gehalt zu erwarten als in der freien Wirtschaft. Hier liegt nach Angaben der Gehaltsdatenbank Steuerklassen.com das Brutto-Einstiegsgehalt – in Abhängigkeit von Faktoren wie Unternehmensgröße, tatsächlicher Branche und Standort – zwischen rund 50.000 und 60.000 Euro pro Jahr.

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar
    Ausgebucht

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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