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Exposé schreiben
Wie schreibt man ein Exposé für die Dissertation?

Ein junger Mann macht konzentriert Notizen für sein Forschungsexposé

Das Exposé ist der erste Schritt Richtung Doktortitel. © Michael Edwards / iStock.com

Wer eine Doktorarbeit schreiben will, muss ein Exposé vorlegen. Es sollte die wissenschaftliche Eignung des Kandidaten oder der Kandidatin belegen und ist eine wichtige Vorarbeit für eine erfolgreiche Promotion.

Aktualisiert: 04.03.2024

Von:
Maria Zeitler
Promotion Wissenschaftstransfer Akademische Laufbahn

Artikelinhalt

Was ist ein Exposé? Erste Schritte Aufbau eines Exposés Tipps und Beispiele für gute Exposés

Das Exposé einer Doktorarbeit: Was ist das?

Bevor Doktoranden und Doktorandinnen ihre Promotion angehen können, müssen sie ein Exposé für die Dissertation an der Hochschule einreichen. Wer sich für finanzielle Unterstützung der Doktorarbeit, zum Beispiel im Rahmen eines Forschungsstipendiums, bewirbt, braucht auch dafür ein Exposé.

In diesem Dokument legen die angehenden Promovend:innen dar,

  • welches Thema sie bearbeiten wollen,
  • welche Ansätze und Quellen sie nutzen wollen und
  • warum das Thema relevant für die Forschung ist.

Im Grunde gleicht das Exposé einer Dissertation also einem wissenschaftlichen Projektplan, der als wichtiges Element auch einen Zeitplan beinhalten soll. Da das Dokument bereits ganz zu Beginn der Recherche verfasst wird, hat es aber nicht den Anspruch, eine Kurzversion der späteren Dissertation zu sein. Wichtig ist, dass es den oder die Promotionsbetreuenden oder den Promotionsausschuss von der Relevanz des Forschungsprojektes überzeugen kann.

Neben der Zielsetzung des Exposés, einen Doktorvater oder eine Doktormutter beziehungsweise eine Promotionsstelle zu bekommen, erfüllt es jedoch auch für die zukünftigen Doktoranden oder die Doktorandin eine wichtige Funktion: Sie dient auch der eigenen Strukturierung. Da sich angehende Promovierende beim Verfassen des Exposés notwendigerweise intensiv mit dem Thema, der Herangehensweise und einem Zeitplan beschäftigen, wird das Vorgehen auch für sie selbst klarer. 

Im Exposé muss die Quellenlage und die wichtigste Literatur zum Thema angegeben werden. Es ist also sinnvoll, bereits in diesem Stadium mit der Recherche zu beginnen.

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Verfassen eines Exposés: Die ersten Schritte

Bei der Erarbeitung des Exposés sollten Promovierende präzise und systematisch vorgehen, um keinen wichtigen Bestandteil zu vergessen. Die Leser:innen sind schließlich Wissenschaftler:innen und fachliche Expert:innen, die nicht nur den forschungsrelevanten Gehalt des Projekts, sondern auch dessen Machbarkeit bewerten.

Dissertationsthema eingrenzen und seine Relevanz darlegen

Der erste und wichtigste Schritt ist, das richtige Dissertationsthema zu finden. Im Exposé muss die leitende Fragestellung und Zielsetzung des Dissertationsvorhabens klar werden. Egal, ob der politische Widerstand in Francos Spanien oder die Synthese von Metalloxidmaterialien beleuchtet wird, die Eckpunkte für die Legitimation eines Themas sind fast immer dieselben: Neben einer thematischen Abgrenzung sind vor allem die Einordnung in die Forschungslandschaft sowie die Aktualität und Relevanz des Themas entscheidend. 

Zukünftige Doktorand:innen müssen deshalb schlüssig belegen, wo sie die bestehende Lücke in der Forschung sehen und warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die von ihnen aufgeworfene Fragestellung umfassend zu untersuchen. Je nach Disziplin kann zusätzlich die Entwicklung von Hypothesen ein wichtiger Bestandteil des Exposés sein. 

Wichtig ist, dass das Exposé an den Forschungsschwerpunkten der Hochschule, des Lehrstuhls oder der Graduiertenschule ausgerichtet ist. Nur wenn das Projekt dazu passt, hat die Bewerbung Aussicht auf Erfolg. Auch im Exposé sollte bereits wissenschaftlich gearbeitet werden – Fußnoten und Verweise auf Quellen inklusive.

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Forschungsmethode benennen und ihren Einsatz begründen

Im Exposé wird zudem üblicherweise bereits die Methode dargelegt, mit der das Forschungsobjekt untersucht werden soll. Denn: Eine gut gewählte Methode ist die Grundlage für eine erfolgreiche Dissertation. Das Exposé sollte schlüssig begründen, welche Methode oder Theorie verwendet wird und wie die Hypothesen überprüft werden.

Während im empirischen Teil der Arbeit inhaltlich Neues zutage treten muss, muss in Bezug auf die Methode das Rad nicht zwingend neu erfunden werden. Es lohnt sich also, zu recherchieren, wie andere Forschende in den vergangenen Jahren ähnliche Fragestellungen angegangen sind. Es ist durchaus legitim, sich im Forschungsexposé auf die Vorgänger:innen zu beziehen. Damit lässt sich nicht nur viel Zeit sparen – Doktorand:innen können so auch belegen, dass sie wissenschaftliche Prozesse verstehen.

Aufbau und Inhalt des Exposé

Der Aufbau eines Exposés kann sich je nach Fachbereich und Forschungsprojekt stark unterscheiden. Als Beispiel kann aber folgende Gliederung dienen: 

  1. Deckblatt
  2. Forschungsfrage
  3. Aktueller Forschungsstand
  4. Theoretischer Hintergrund
  5. Zielsetzung
  6. Forschungsdesign und Methodik
  7. Zeit- und Arbeitsplan
  8. Bibliographie

Wie jede wissenschaftliche Arbeit dieser Größenordnung sollte das Exposé mit einem Deckblatt beginnen. Dort stehen Informationen zur Person (Name, Geburtsdatum, Email-Adresse, Anschrift, Telefonnummer) sowie ein vorläufiger Titel des Dissertationsprojekts. 

Der inhaltliche Teil beginnt mit den bereits skizzierten Aspekten zu Forschungsfrage, Forschungsstand, Theorie und Methodik. Es versteht sich von selbst, dass eine Gliederung zu diesem Zeitpunkt nur vorläufig ist. Niemand weiß, was die Laborergebnisse aussagen, welche Überraschung im Archiv wartet oder wie ergiebig die Interviews sind, auf denen die Dissertation basiert. Dennoch ist eine gut durchdachte Gliederung mit einem schlüssigen Zeitplan wichtig für die Bewertung des Dissertationsprojekts. 

Das Forschungsexposé endet mit einer Bibliographie aller im Text zitierten Quellen. Es bietet sich an, diese Liste durch wichtige Texte aus dem Forschungsbereich zu ergänzen. Im Idealfall haben angehende Doktorand:innen diese Bücher und Aufsätze nicht nur schon identifiziert, sondern bereits mit deren Lektüre begonnen. Denn es kann durchaus sein, dass im Vorstellungsgespräch Fragen zum Stand der Forschung kommen.

Der Zeitplan muss angemessen und realistisch sein

Wer sich an einer Graduiertenschule bewirbt, sollte berücksichtigen, dass dort oft der Doktortitel innerhalb von drei bis vier Jahren erreicht werden soll. Sollte schon im Exposé deutlich werden, dass ein solcher Zeitplan utopisch ist, wird die Bewerbung mit großer Wahrscheinlichkeit abgelehnt.

Auch an anderen Hochschulen sollte bei einer Vollzeitpromotion die Dauer auf drei Jahre ausgerichtet sein – das empfehlen auch der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Wer eine nebenberufliche Promotion und deshalb einen längeren Zeitraum anstrebt, sollte das transparent und explizit darstellen. Ein Konzept mit konkreten Arbeitsschritten zur Beantwortung der Fragestellung oder zur Überprüfung der Hypothesen hilft dabei, einen realistischen Zeitplan zu entwerfen.

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Tipps und Beispiele für gute Exposés

Einer der wichtigsten Ratschläge für das Erstellen eines Forschungsexposés ist, sich so viel Zeit wie möglich dafür zu nehmen – es ist schließlich nicht weniger als die Grundlage der Dissertation.

Auch auf Sprache und Stil sollte großer Wert gelegt werden. Ganz grundlegend gilt: Das Exposé sollte in derselben Sprache wie die spätere Doktorarbeit verfasst werden. Weil das Foschungsexposé für die Prüfenden auch den Beweis erbringen soll, dass der angehende Doktorand oder die angehende Doktorandin zu wissenschaftlichem Arbeiten in der Lage ist, sollte das Dokument objektiv, präzise und verständlich formuliert werden. Hier finden Sie mehr Tipps für gutes wissenschaftliches Schreiben.

Außerdem sind Angaben aus der Theorie oder dem Forschungsstand sorgfältig mit Quellenangaben zu versehen. Hier sollten sich Promotionskandidat:innen auch an den Konventionen ihres Faches orientieren, vor allem, was sprachliche Besonderheiten, Terminologien sowie formale Richtlinien betrifft. Im Zweifel kann auch zu diesem Thema Rücksprache mit der Betreuungsperson, dem:der Vorsitzenden des Promotionsausschusses oder der Fakultätsleitung gehalten werden. In allen Fachdisziplinen sind jedoch klare und eindeutige Satzgefüge wichtig. Zudem sollten Promovierende auf eine gendergerechte Sprache achten.

Beispiele aus der Praxis 

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Exposé aussehen sollte, ist es am besten, sich Beispiele wie dieses Exposé zum ethischen Leser auf Researchgate. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg hat eine Vorlage ins Netz gestellt, die Promovierenden ihres Fachbereichs bei der Erstellung des Forschungsexposés helfen kann.

Es lohnt sich auch, andere Promovierende anzusprechen oder im eigenen Fachbereich um Einsicht in bisher eingereichte Forschungsexposés zu bitten. Auch in Doktorandennetzwerken können Ansprechpartner:innen bereit sein, Beispiele von Exposés zur Verfügung zu stellen oder Tipps zu geben.

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Falling Walls Science Summit)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für das Falling Walls Science Summit) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

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    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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