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Promotionsmöglichkeiten
Promotion: Diese Wege zum Doktortitel gibt es

 Eine Frau an einer Weggabelung: Welcher Weg (zum Doktortitel) ist der richtige?

© Francisco Javier Ortiz Marzo / iStock.com

In Deutschland gibt es zwei grundlegende Promotionsmöglichkeiten: die individuelle und die strukturierte Promotion. Was sind die Vor- und Nachteile? Und welche Promotionsformen sind darüber hinaus möglich? 

Aktualisiert: 17.04.2025

Von:
Maike Schade (mas)
Promotion Akademische Laufbahn Karriereplanung Wissenschaftssystem

Artikelinhalt

Individuelle und strukturierte Promotion Kumulative Dissertation und Monographie Sonderformen der Promotion

Individuelle und strukturierte Promotion

In Deutschland gibt es im Wesentlichen zwei Varianten der Promotion: die traditionelle oder Individualpromotion und die Promotion in einem strukturierten Promotionsprogramm. Laut der Promovierendenstatistik des Statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2022 insgesamt 157.241 Doktorand:innen in Deutschland, davon 28.897 (18,6 Prozent) in strukturierten Programmen, Tendenz zunehmend. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 15,4 Prozent.

Individualpromotion

Die überwiegende Mehrheit der Promovierenden wählt also den Weg der klassischen Individualpromotion. Hier wird die Doktorarbeit in Betreuung mit Doktorvater oder -mutter erstellt. Auch wenn manche Fakultäten mittlerweile Betreuungsvereinbarungen oder curriculare Elemente anbieten, verlangt der traditionelle Weg zur Promotion von den Doktorand:innen in der Regel ein hohes Maß an Eigeninitiative, Selbständigkeit und Motivation. Denn die traditionelle Promotion erstreckt sich häufig über viele Jahre und die Finanzierung ist eigenständig zu organisieren. Dafür bietet dieser Weg gleichzeitig mehr Freiräume – etwa die Möglichkeit, die Arbeit an der Dissertation den Lebensumständen angepasst zeitlich flexibler zu gestalten. Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Individualpromotion.

Strukturierte Promotion

Anders dagegen der zweite Weg zur Promotion: Strukturierte Promotionsprogramme an Graduiertenschulen, den DFG-geförderten Graduiertenkollegs oder auch entsprechenden Promotionsprogrammen an Hochschulen bieten Doktorand:innen die Möglichkeit, in nur drei bis vier Jahren zum Doktortitel zu gelangen – zumindest ist das laut der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) das Ziel. Strukturierte Programme bieten ein studienähnliches, festes Curriculum mit engmaschiger Betreuung durch Professor:innen, viel Austausch unter den Promovierenden, fester Laufzeit und geregelter Finanzierung (Stelle oder Stipendium). Um über diesen Weg zur Promotion zu kommen, ist jedoch ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren zu durchlaufen, für das genügend Vorlauf eingeplant werden sollte. Hier finden Sie ausführliche Informationen zur strukturierten Promotion.

>>> Tipp: Auf der Themenseite Arten der Promotion finden Sie viele weitere informative Artikel zum Thema!

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Mit einer kumulativen Dissertation oder einer Monographie zum Doktortitel?

Ob strukturierte oder Einzelpromotion: Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob die Dissertation kumulativ oder in Form einer Einzelschrift, der Monographie, erstellt werden soll. 

  • Die Monographie, in der meist in Buchlänge ein streng umrissenes Thema von allen Seiten beleuchtet wird, ist dabei die häufigere Variante. 
  • Vor allem in den Naturwissenschaften, aber auch in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist die zeitnahe Publikation von Teilergebnissen in Fachzeitschriften mindestens sinnvoll bzw. laut Promotionsordnung erforderlich. Diese einzelnen Paper können gegebenfalls, sofern die Promotionsordnung das zulässt, später zur Dissertationsschrift zusammengefasst werden – zur sogenannten kumulativen, Sammel- oder Publikationsdissertation. 

Hier finden Sie weitere Informationen auf academics: Vor- und Nachteile von kumulativer Dissertation und Monographie.

Schon gewusst?

Sie sind noch unschlüssig, ob Sie promovieren sollten? Finden Sie es heraus! Als registrierte:r Nutzer:in können Sie kostenlos den Promotions-Test machen, den wir gemeinsam mit dem Psychologischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg entwickelt haben.

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Welche Sonderformen der Promotion gibt es?

Neben der klassischen, mehrjährigen Promotion an einer Universität oder Graduiertenschule gibt es weitere Wege zum Doktortitel, die sich grundsätzlich mit beiden Wegen (strukturiert und individuell) vereinbaren lassen: 

  • Fast-Track-Promotion 
  • Kooperative Promotion
  • Binationale Promotion („Cotutelle de thèse“, „Cotutelle-Verfahren“)
  • Industrie- oder berufsbegleitende Promotion.


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Fast-Track: Promotion parallel zum oder ohne Master

Für gewöhnlich legen Studierende zunächst den Bachelor und dann den Master ab, bevor sie mit der Promotion beginnen. Für außergewöhnlich gute Nachwuchswissenschaftler:innen bieten aber viele Universitäten und auch Graduiertenkollegs eine Abkürzung an: den Fast-Track. Hierbei beginnen die Studierenden nach dem Bachelor, je nach Promotionsordnung meist nach Absolvieren einer gewissen, beispielsweise zweisemestrigen „Probezeit“,mit der Arbeit an der Dissertation. An vielen Hochschulen ist dabei das parallele Ablegen des Masters Pflicht, an einigen kann dieser Abschluss aber auch ganz übersprungen werden. 

(Kooperative) Promotion an einer FH oder HAW

Seit dem Bologna-Prozess 2002 berechtigt der Masterabschluss an HAW/FH zur Promotion. Absolvent:innen mit HAW-Bachelorabschlüssen müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen, wie eine hohe Abschlussnote und ein Eignungsfeststellungsverfahren. Die diversen Promotionsordnungen können jedoch dazu führen, dass Masterabsolvent:innen von HAWs nicht alle fachlichen Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel können Wirtschaftsjurist:innen Schwierigkeiten haben, an juristischen Fakultäten zu promovieren, da Universitäten Kenntnisse im Strafrecht voraussetzen, die in ihrer Ausbildung oft fehlen.

Zunehmend bekommen HAWs und FHs aber auch ein eigenes, häufig vorerst zeitlich beschränktes Promotionsrecht. In welchen Bundesländern das der Fall ist, und wo es Bestrebungen dazu gibt, lesen Sie im Artikel „HAW-Promotion“.

Binationale Promotion („Cotutelle”)

Ein Doktortitel von zwei Unis aus zwei Ländern: Eine binationale Promotion bietet sich an, wenn eine internationale Karriere angestrebt wird, das Forschungsthema für beide Universitäten von großem Interesse ist oder der Forschungsschwerpunkt stark mit dem anderen Land verbunden ist. Da diese Art der Promotion 1994 von der französischen Regierung angestoßen wurde und Kooperationen häufig mit französischen Universitäten stattfinden, wird sie auch „Cotutelle de thèse“ oder „Promotion im Cotutelle-Verfahren“ genannt. Ein Forschungsaufenthalt an der ausländischen Partnerinstitution ist regelmäßig Pflicht.

Industrie- oder berufsbegleitende Promotion

Ein Doktortitel ist nach wie vor gerade in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) häufig eine Voraussetzung für den Aufstieg auf höhere Karrierelevel. Statt aber an der Universität oder einer Graduiertenschule zu promovieren, kann die Dissertation auch in einem Unternehmen erarbeitet werden – entweder auf einer Promotionsstelle (Industriepromotion) oder parallel zur Berufstätigkeit (berufsbegleitende Promotion). Das Thema der Arbeit wird hierbei häufig vorgegeben und liegt in besonderem Interesse der Arbeitgeber:innen. 

Bei einer berufsbegleitenden Promotion wird die Arbeitszeit bei vollem Gehalt in der Regel deutlich reduziert, damit genügend Zeit für die Forschung und das Verfassen der Dissertation bleibt. Auch eine vorübergehende Freistellung vom Job ist möglich.

Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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