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Soziale Arbeit: Gehalt von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern

von Andrea Martini

Das Berufsfeld "Soziale Arbeit" erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Die Vielfalt der Jobs in diesem Bereich sowie die Aussichten für einen schnellen Berufseinstieg sprechen für sich - doch wie steht es um die Gehälter von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern?

Soziale Arbeit: Gehalt von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern © deyangeorgiev - Photocase.de Sozialpädagogen verdienen durchschnittlich mehr Geld als Sozialarbeiter
Soziale Arbeit - was bedeutet das eigentlich? Und wo liegt der Unterschied zur Sozialpädagogik? Einen ersten Anhaltspunkt liefern die Begriffe selbst: Während "Arbeit" eine allgemeine Tätigkeit beschreibt, bedeutet "Pädagogik" sinngemäß Erziehung oder Unterweisung. Auch in der geschichtlichen Entwicklung beider Zweige gibt es Unterschiede: So entstand die Sozialpädagogik in der außerschulischen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die Sozialarbeit hingegen hat ihren Ursprung in der Armenfürsorge. Letztlich jedoch sind heute beide Bereiche eng miteinander verwoben. Allerdings sind Sozialpädagogen meist als Erzieher außerhalb der Schule oder als Familienhelfer tätig, während sich Sozialarbeiter eher um sozial benachteiligte Menschen in schwierigen Lebenssituationen kümmern.

Mögliche Arbeitsfelder von Sozialarbeitern

  • Familienberatung
  • Soziale Arbeit mit Flüchtlingen und Asylberatern
  • Sozial- und Gesundheitsmanagement
  • Streetwork
  • Schuldnerberatung
  • Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit

Was bedeutet eine Bezahlung nach Tarifvertrag?

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind häufig beim Bund oder der Kommune angestellt. In diesem Fall entspricht die Bezahlung dem geltenden Tarifvertrag des öffentlichen Diensts (TVöD). Um der Differenzierung der verschiedenen Aufgabenfelder im sozialen Bereich Rechnung zu tragen, wurde für den Sozial- und Erziehungsdienst auf kommunaler Ebene eine eigene Tabelle eingeführt (TVöD-SuE). Sie gliedert sich in unterschiedliche Gruppen, wobei für studierte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen die Gruppen S 11 bis S 18 relevant sind. Innerhalb dieser Gruppen gibt es mehrere Entwicklungsstufen, die sich nach der Beschäftigungsdauer richten. Somit liegt das Einstiegsgehalt von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen abhängig von der Tätigkeit zwischen 2.784 und 3.610 Euro pro Monat. Mit zunehmender Erfahrung steigt auch das Gehalt - je nach Aufgabe auf maximal 4.152 und 5.446 Euro monatlich nach 17 Berufsjahren. Auf einer unabhängigen Plattform zum öffentlichen Dienst werden die gültige Entgelttabelle, aktuelle Informationen sowie ein Gehaltsrechner zur Verfügung gestellt.

Wovon ist der Verdienst eines Sozialarbeiters in der freien Wirtschaft abhängig?

Zahlt der Arbeitgeber nicht nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Diensts, beispielsweise in der freien Wirtschaft, liegt der durchschnittliche Verdienst für Sozialarbeiter zwischen 2.540 und 3.380 Euro. Diese Spanne stellt einen Richtwert dar - Faktoren wie die Branche, die Unternehmensgröße, Berufserfahrung, aber auch das Bundesland haben maßgeblich Einfluss auf das tatsächliche Entgelt. So sind beispielsweise die Verdienstaussichten für Sozialarbeiter mit durchschnittlich 3.343 Euro in Hessen am höchsten. Auch in Baden-Württemberg (3.190 Euro), Bayern (3.094 Euro) und Hamburg (3.067 Euro) bieten sich gute Perspektiven. Am wenigsten verdienen Sozialarbeiter in den neuen Bundesländern: Hier liegt das monatliche Bruttoeinkommen zwischen 2.199 Euro (Mecklenburg-Vorpommern) und 2.322 Euro (Thüringen).

Verdienst eines Sozialarbeiters in Deutschland
Bundesland Durchschnittliches Monatseinkommen
Quelle: Gehaltsportal Gehalt.de, Tabelle: academics.de
Baden-Württemberg 3.190 €
Bayern 3.094 €
Berlin 2.745 €
Brandenburg 2.262 €
Bremen 2.812 €
Hamburg 3.067 €
Hessen 3.343 €
Mecklenburg-Vorpommern

2.199 €

Niedersachsen 2.679 €
Nordrhein-Westfalen 2.910 €
Rheinland-Pfalz 2.878 €
Saarland 2.730 €
Sachsen 2.286 €
Sachsen-Anhalt 2.237 €
Schleswig-Holstein 2.584 €
Thüringen 2.322 €

Bedeutet eine längere Ausbildung mehr Lohn?

Neben der lokalen Unterschiede ist der Verdienst von Sozialarbeitern in der freien Wirtschaft auch von der fachlichen Qualifikation abhängig. Je höher diese ist, desto verantwortungsvollere und höher dotierte Jobs warten. So haben

Mögliche Arbeitsfelder von Sozialpädagogen

  • Familienhilfe
  • Jugendarbeit
  • Schulsozialarbeit
  • Jobcoaching/Berufsorientierung
  • Frühförderung und Integrationsarbeit in Kindergärten
  • Kinderhort
Sozialarbeiter mit einem Masterabschluss grundsätzlich bessere Verdienstaussichten als mit einem Bachelorgrad. Sie sind häufig in gehobenen oder in Leitungspositionen mit Personalverantwortung tätig - Gehälter von über 4.000 Euro monatlich sind dann möglich. Wer zunächst mit einem Bachelorabschluss ins Berufsleben startet, kann den Master aber berufsbegleitend nachholen und dadurch seine Gehaltsperspektiven verbessern. Das gilt auch für diejenigen, die sich spezialisieren, beispielsweise auf betriebliche Sozialarbeit. Hier liegen die Durchschnittsgehälter auf dem freien Markt - abhängig vom Bundesland - zwischen 3.270 und 6.534 Euro im Monat. Das ist deutlich mehr, als ein Sozialarbeiter zum Beispiel im Jugendamt verdient (2.601 bis 3.426 Euro).

Welche Faktoren beeinflussen den Verdienst von Sozialpädagogen?

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Sozialpädagogen liegt bei rund 2.300 Euro. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Einkommen - vor allem dann, wenn Weiterbildungen wahrgenommen werden, denn dadurch wird die Verhandlungsposition in Gehaltsgesprächen deutlich gestärkt. In der Regel zahlen öffentliche und kirchliche Arbeitgeber etwas weniger als private Träger. Einen maßgeblichen Einfluss auf den Verdienst von Sozialpädagogen hat auch die Betriebsgröße des Arbeitgebers. Es gilt: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt.

Verdienst von Sozialpädagogen nach Unternehmensgröße
Unternehmensgröße Durchschnittliches Bruttomonatsgehalt
Quelle: Gehaltsportal Gehaltsvergleich.de, Tabelle: academics.de
bis 500 Mitarbeiter 2.612 €
501 bis 1.000 Mitarbeiter 2.792 €
über 1.000 Mitarbeiter 3.375 €

Im Vergleich zu vielen anderen Berufsfeldern ist die Gehaltsdifferenz zwischen Frauen und Männern in der Sozialpädagogik eher gering. So erhalten männliche Angestellte im Durchschnitt einen Bruttomonatslohn von 2.903 Euro, ihre weiblichen Kolleginnen verdienen 2.622 Euro. Für alle gilt: Sozialpädagogen mit einem Masterabschluss haben eher die Chance auf einen gehobenen Posten und damit auf mehr Lohn.

Gibt es beim Gehalt von Sozialpädagogen lokale Unterschiede?

Auch bei den Sozialpädagogen, die nicht nach Tarif bezahlt werden, variieren die Gehälter abhängig vom Arbeitsort - das Lohngefälle zwischen den einzelnen Bundesländern beträgt knapp 1.300 Euro. So ist das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt für einen Diplom-Sozialpädagogen mit 3.729 Euro in Hessen das höchste, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen fällt es mit 2.452 Euro am niedrigsten aus. Wer sich als zukünftigen Arbeitsort eine Großstadt wünscht, sollte in Frankfurt am Main Ausschau nach einem geeigneten Job halten: Hier ist der monatliche Bruttolohn eines Diplom-Sozialpädagogen laut dem Gehaltsportal Gehalt.de mit 4.011 Euro im Mittel am attraktivsten. Am wenigsten lässt sich in Leipzig verdienen (2.716 Euro).

So viel verdient ein Diplom-Sozialpädagoge in den einzelnen Bundesländern
Bundesland Durchschnittliches Monatseinkommen
Quelle: Gehaltsportal Gehalt.de, Tabelle: academics.de
Baden-Württemberg 3.558 €
Bayern 3.451 €
Berlin 3.062 €
Brandenburg 2.522 €
Bremen 3.136 €
Hamburg 3.421 €
Hessen 3.729 €
Mecklenburg-Vorpommern

2.452 €

Niedersachsen 2.988 €
Nordrhein-Westfalen 3.245 €
Rheinland-Pfalz 3.210 €
Saarland 3.045 €
Sachsen 2.550 €
Sachsen-Anhalt 2.495 €
Schleswig-Holstein 2.882 €
Thüringen 2.590 €

Wie sind die Verdienstaussichten in der Wissenschaft?

Wissenschaftliche Mitarbeiter an einer Universität, Doktoranden sowie Postdocs werden in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) für die Entgeltgruppe 13 bezahlt. Innerhalb dieser Gruppe gibt es verschiedene Erfahrungsstufen, die sich nach der Anzahl der Forschungs- beziehungsweise Arbeitsjahre richten. Professoren und Juniorprofessoren wiederum beziehen ihr Gehalt entsprechend der W-Besoldung. Sie setzt sich zusammen aus dem Grundgehalt, der Familienzulage und zusätzlichen Leistungsbezügen.

academics :: 14.06.2017

Jobs im Sozialwesen