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USA: Wissenschaftsstandort und Bildungssystem
Silicon Valley, Spitzenunis, Stipendien: Der Wissenschaftsstandort USA

Silicon Valley, Spitzenunis, Stipendien:  Der Wissenschaftsstandort USA

In den USA befinden sich eine Vielzahl von Innovationszentren © Ivan Karpov / unsplash.com

Die USA haben sich im F&E-Bereich einen Namen gemacht. Auch für deutsche Studierende kann sich ein Blick auf das Bildungssystem der USA lohnen.

Aktualisiert: 01.06.2022

Von:
Katharina Jedlitschka
Arbeiten im Ausland Akademische Laufbahn Promotion Postdoc-Phase Professur

Artikelinhalt

Forschung und Entwicklung: Wissenschaftsstandort USA Die Bedeutung des Wissenschaftsstandorts USA für Deutschland Studium in den USA Promotion, Postdoc & Gastprofessur in den USA

Forschung und Entwicklung: Wissenschaftsstandort USA

Wer an Forschung und Innovation in den USA denkt, dem kommt vermutlich als erstes das Silicon Valley in den Sinn. Zweifelsohne ist die Region an der Westküste im US-Bundesstaat Kalifornien, unweit von San Francisco, ein relevanter Hightech-Standort – wenn nicht sogar der bedeutendste der Welt. Rund drei Millionen Menschen leben hier, beinahe so viele wie in Berlin. Apple, Google, Microsoft, Facebook, Amazon, Ebay: Fast alle großen amerikanischen Unternehmen sind im Silicon Valley angesiedelt.

Doch das Silicon Valley ist nicht das einzige wichtige Zentrum für Forschung und Entwicklung (F&E) in den USA. Boston und New York mit ihrer hohen Dichte an Forschungseinrichtungen sind die großen Innovationszentren an der Ostküste. Darüber hinaus haben sich Standorte in Texas, wie Austin oder Dallas, Atlanta und Georgia im Süden, das „Research Triangle“ in North Carolina oder auch Städte im Nordwesten, wie Seattle und Portland, einen Namen im F&E-Bereich gemacht.

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Innovationsmotor der USA: Eliteunis

Die USA gelten als die führende Wissenschaftsnation. Das liegt vor allem an der stark ausgeprägten Förderung junger Unternehmerinnen und Unternehmer und ihrer Startups. Innerhalb der Technologie- und Innovationsbranche herrscht zudem eine grundsätzliche Risikobereitschaft und eine ausgeprägte Can-do-Mentalität – ganz nach dem Motto: Geht nicht, gibt’s nicht. 

Auch etablierte Colleges und Universitäten, darunter Eliteunis wie Harvard oder Stanford, tragen einen großen Teil zum Erfolg der USA im Bereich Forschung und Innovationen bei. Viele betreiben als Starthilfe für junge Unternehmen eigene Inkubator-, Akzelerator- und Mentorenprogramme, unterstützen ihre Studierenden mit üppigen Stiftungs- und Fördergeldern. Zudem haben sie für ihre Forscherinnen und Forscher Programme etabliert, um ihr Wissen in die Wirtschaft zu transferieren.

Die große Bedeutung von Innovationen zeigt sich auch an den Investitionen in diesem Bereich: 2020 flossen in den USA knapp 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung (im Vergleich dazu Deutschland: 3,14 Prozent), wobei neben der Grundlagenforschung – die hauptsächlich durch öffentliche Mittel des Bundes finanziert wird – insbesondere die Gebiete Medizin, Biochemie, Genetik, Molekular- und Ingenieurwissenschaften stark gefördert werden. Für die Beantragung von Drittmitteln gibt es zahlreiche Anlaufstellen, auf nationaler Ebene etwa die NSF (National Science Foundation) oder die HIH (National Institutes of Health), sowie viele nicht-staatliche, gemeinnützige Organisationen und andere Hilfsorganisationen.

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Die Bedeutung des Wissenschaftsstandorts USA für Deutschland

Die USA genießen als Innovations- und Wissenschaftsstandort international ein hohes Ansehen. Auch für Deutschland sind die USA ein wichtiger Partner in der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit – und ebenso andersherum. Viele deutsche Unternehmen betreiben hier eigene Labore und Innovationszentren. Erst im Februar 2022 weihte etwa der Hautpflegekonzern Baiersdorf ein neues Innovationszentrum in New Jersey ein.

Es existieren zahlreiche Hochschulkooperationen und -austauschprogramme sowie Programme zur Unterstützung deutscher Startups in den USA. Die Zusammenarbeit ist dezentral organisiert, das heißt, Forschungsorganisationen und Forschende betreiben sie selbstständig auf Basis bilateraler Kooperationsvereinbarungen.

New York zählt als größte Stadt der USA die meisten Studierenden und Hochschulen. Zahlreiche deutsche Universitäten sowie Unternehmen und Einrichtungen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung haben sich hier niedergelassen, um das Netzwerk vor Ort zu nutzen, darunter die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser (DWIH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Deutsch-Amerikanische Handelskammer.

Für deutsche Hochschulen, die eine Wissenschaftskooperation mit den USA anstreben oder weiterentwickeln wollen, ist unter anderem das Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperation (KIWi) des DAAD eine gute Anlaufstelle.

Studium in den USA

In den USA gibt es rund 4.000 Hochschulen. Die Hochschullandschaft ist vielfältig und unterscheidet vier Typen solcher Institutionen:

  • Community Colleges vermitteln in einer zweijährige Ausbildung überwiegend berufsfachliche Kenntnisse.
  • Colleges bieten in meist vier Jahren mit dem Bachelor einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Die ersten beiden Jahre (Lower Division) umfassen ein Allgemeinstudium, danach folgt die Spezialisierung im Fachbereich (Upper Division). Studien am College werden auch als „Undergraduate Studies“ bezeichnet.
  • Universities bieten ebenfalls das Undergraduate-Studium bis zum Bachelor sowie zusätzlich ein Graduate-Studium bis zum Master- oder Doktortitel an. 

Die Universitäten untergliedern sich darüber hinaus in Research Universities und Technical Universities („Institutes“). Als weltweit führende, technische Spitzenuni gilt das Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, kurz MIT.

Die Hochschulen sind entweder öffentlich-staatlich oder privat. Die namhaften Eliteunis, wie Harvard, Stanford, Yale und Princeton, zählen zu den privaten Hochschulen. Sie finanzieren sich über Spenden, Stiftungsgelder und hohe Studiengebühren, erhalten keine staatliche Grundförderung und können daher weitestgehend autonom agieren.  

USA vs. Deutschland

Rund 20 Millionen Menschen studieren in den USA an einer Hochschule. Grund für diese hohe Zahl ist der Umstand, dass die Hochschulbildung in den USA entscheidend für den beruflichen und finanziellen Erfolg ist, denn hier gibt es keine berufliche Ausbildung jenseits der Hochschule. Das ist wohl der größte Unterschied zum deutschen Bildungssystem. 

Amerikanische Hochschulen stehen darüber hinaus in einem deutlich stärkeren Wettbewerb untereinander als es bei deutschen Hochschulen der Fall ist. Das liegt zum einen an der großen Zahl an Bildungseinrichtungen und zum anderen daran, dass Hochschulen in den USA als autonome Institutionen selbst über ihre Gelder verfügen und Bildung als Dienstleistung verstanden wird.

Auslandssemester oder -studium in den USA

Wer sich für ein Auslandssemester oder sogar ein komplettes Studium in den USA interessiert, sollte sein Vorhaben gut planen. Unter anderem der DAAD gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen, wie zum Beispiel:

  • Wie finde ich die richtige Hochschule für mich?
  • Welche Grundvoraussetzung muss ich für eine Aufnahme an einer US-Hochschule erfüllen? (Zeugnisse, Aufnahmeprüfung, Sprachtests, Finanzierungsnachweis, Empfehlungsschreiben etc.)
  • Werden die Studienleistungen in Deutschland anerkannt? (Akkreditierung)
  • Wie hoch sind die Studiengebühren und wie finanziere ich sie?

Neben zahlreichen Stipendiengebern, wie der Fulbright-Kommission oder der Studienstiftung des deutschen Volkes, listet auch der DAAD in seiner Stipendiendatenbank verschiedene Möglichkeiten für die Förderung eines Aufenthalts in den USA auf. Es kann sich außerdem lohnen, bei den Wunschhochschulen in den USA direkt nachzufragen, denn teilweise werden auch Studienaufenthalte von ausländischen Studierenden bezuschusst.

Promotion, Postdoc & Gastprofessur in den USA

Im Rahmen von Forschungs- und Lehraufenthalten im Ausland lassen sich wertvolle, internationale Kontakte knüpfen, die die Karriere ankurbeln. Auch ein Postdoc-Aufenthalt oder eine Promotion im Ausland kann sehr vorteilhaft für die wissenschaftliche Laufbahn sein. Ob Promovierender, Postdoc oder Gastprofessor: Die USA sind für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein beliebtes Ziel im Ausland. 

Wer sich für eine Promotion in den USA entscheidet, sollte auch die Option eines internationalen Doktortitels („Ph.D.“) bedenken.

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Falling Walls Science Summit)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für das Falling Walls Science Summit) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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