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Förderung von Frauen in technischen Berufen


Von Barbara Lange

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Frauen in Ingenieurberufen? Und wo können sie sich für ein Stipendium bewerben? Zahlreiche Kampagnen, Mentorinnenprogramme und Projekte sollen versuchen Hochschulabsolventinnen für technische Berufe zu begeistern. Gleichzeitig gibt es verschiedene Projekte für die Vernetzung von Ingenieurinnen. Ein Überblick.

Förderung von Frauen in technischen Berufen© Robert Kneschke - Fotolia.comZahlreiche Programme bieten Unterstützung bei der Förderung von Frauen in technischen Berufen
"Komm, mach MINT!" heißt es im "Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen". Das Projekt ist sicher eines der bekanntesten. Insgesamt 100 Organisationen und Unternehmen wollen hier Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe begeistern. Wer sich die Webseite anschaut, findet hier vielfältige Informationen über Projekte für Schülerinnen, Studentinnen, Berufseinsteigerinnen und MINT-Berufstätige. Über eine Landkarte gelangt man zu einer Übersicht von mehr als 1.000 Projekten.

An angehende und berufserfahrene Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen wendet sich die VDE MINT Akademie - hier können sich Interessierte kostenfrei registrieren zum gemeinsamen Arbeiten und Netzwerken mit anderen Forscherinnen. Die Plattform bietet Möglichkeit, sich speziell zu Themen zukünftiger Mobilitätskonzepte fachlich auszutauschen.

Verbände fördern Frauen

Vernetzung bieten auch der Deutsche Ingenieurinnenbund (dib) sowie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der mit dem Netzwerk "Frauen im Ingenieurberuf" über 10.000 VDI-Frauen verbindet und unter anderem einen Austausch in regionalen Gruppen anbietet.

Auch der Deutsche Akademikerinnenbund unterhält einen Arbeitskreis "Naturwissenschaft und Technik", der sich am 11. April 2014 am Kongress WomenPower beteiligen wird mit Themen wie "Selbstvermarktung im Netz als Sprungbrett zur Karriere" und "Erfolgreich gründen ist weiblich! Mut zum eigenen Unternehmen - gerade jetzt!"

Fördermöglichkeiten für Frauen in technischen Berufen

www.dibev.de»
- der Deutsche Ingenieurinnenbund setzt sich seit über 25 Jahren für Frauen in technischen Berufen ein. Das Netzwerk ist bundesweit aktiv und setzt sich aus 10 Regionalgruppen zusammen.

www.komm-mach-mint.de»
- ist eine Initiative des BMBF mit dem Ziel, die Potenziale von Frauen in technischen Berufen zu nutzen und zu fördern

mint.vde.com»
- das Onlineportal richtet sich speziell an Ingenieurinnen und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich zukünftiger Mobilitätskonzepte

www.kompetenzz.de»
- das "Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit" bietet eine umfangreiche Linkliste mit bundesweiten und internationalen Frauen-Netzwerken

Mentorinnen beraten den technischen Nachwuchs

Beliebt und nach Einschätzungen der Beteiligten erfolgreich sind Mentorinnen-Programme, in denen Frauen mit Berufserfahrung in technischen Berufen ihre Erfahrungen als so genannte "Role Models" an interessierte Nachwuchskräfte weitergeben und in Vorträgen und Workshops von ihrem Werdegang berichten. Beispiele hierfür sind das VDI-Projekt MINTalente, CyberMentor und BayernMentoring.

Darüber hinaus gibt es an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ein Mentorinnen-Programm, bei dem zurzeit sieben angehende Professorinnen - sogenannte Mentees - zwei Jahre lang von jeweils zwei Mentorinnen beraten werden: einer Professorin aus Greifswald selbst, die die lokalen Bedingungen gut kennt, und einer weiteren, frei gewählten. "Wir raten den Frauen, dass sie bei der Auswahl hoch pokern sollen", sagt Projekt-Koordinatorin Annette Ehmler. Die gewünschte Wissenschaftlerin kann ruhig eine Koryphäe auf ihrem Gebiet sein, die sie dann versucht, für das Programm zu gewinnen. Fahrtkosten zahlt die Universität. Die Mentees kommen aus der Philosophischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie der Medizin.

Niedersachsen wirbt für vergütete Praktika, Baden Württemberg mit der "meccanica feminale", einer Frühjahrshochschule für Studentinnen und Fachfrauen aus den Fächern Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Die dort angebotenen Kurse beschäftigen sich sowohl mit technischen Fragen als auch mit der zwischenmenschlichen Kommunikation sowie Methoden für das Entscheidungs- und Zeitmanagement. In Baden-Württemberg läuft außerdem derzeit im Rahmen der Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen in Baden Württemberg" ein Wettbewerb, bei dem Unternehmen kreative Konzepte zur Förderung von Frauen einreichen können.

Überhaupt existieren viele lokale Projekte, die dann letztlich wieder mit "Komm, mach MINT!" vernetzt sind, zum Beispiel pro-femMINT der Fachhochschule Kaiserslautern. Dort können sich MINT-studieninteressierte Frauen für ein Stipendium bewerben oder Seminare besuchen zum erfolgreichen Abschluss des Studiums und der weiteren Karriereplanung.

Eine Übersicht der Möglichkeiten, sich zu vernetzen gibt es im "Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit", das sich seit 10 Jahren mit der Nutzung der Potenziale von Frauen zur Gestaltung der Informationsgesellschaft und der Technik beschäftigt.

Stipendiendatenbanken

www.stipendienlotse.de»
- ist die Stipendiendatenbank des BMBF mit insgesamt 800 Stipendien

www.mystipendium.de»
- hier werden 1.500 Fördermöglichkeiten mit dem hinterlegten Profil abgeglichen

www.stipendiumplus.de»
- die Arbeitsgemeinschaft Begabtenförderung im Hochschulbereich bietet allgemeine Informationen zu Stipendien und stellt einzelne Studienwerke und Stiftungen vor

www.frauenkarrierewege.de»
- speziell auf Stipendien für Frauen ausgerichtete Datenbank der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Stipendien unterstützen Frauen

Wer ein Stipendium sucht, kann auf diverse Datenbanken zurückgreifen. In der Datenbank "StipendienLotse" des BMBF kann gesondert nach Stipendien für Frauen gesucht werden, zusätzlich zur Fächerauswahl, Zielregion und Auswahl des Bildungsstatus.

Die Eingabe des Lebenslaufs fordert die Webseite mystipendium.de. Auf dieser Basis gleicht sie 1.500 Fördermöglichkeiten mit dem hinterlegten Profil ab. Hierfür wurde ein spezieller Matching-Algorithmus entwickelt. In der Datenbank befinden sich Stipendien im In- und Ausland, weitere Fördermöglichkeiten gibt es für Praktika und Abschlussarbeiten.

Speziell an Frauen richtet sich das Angebot "FrauenKarriereWege", ein hochschulübergreifendes Projekt in Mecklenburg-Vorpommern, das hochqualifizierte Frauen bei ihrer Karriere in der Wissenschaft oder in der Wirtschaft unterstützt. Dort ist ebenfalls eine Stipendiendatenbank hinterlegt. Weitere Adressen sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Begabtenförderung unter www.stipendiumplus.de, eine Liste für Stipendien-Angebote bietet das bereits erwähnte Projekt "Komm, mach MINT!".

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academics :: Januar 2014

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