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Karriereplanung
Tipps und Strategien für eine erfolgreiche Karriere

Ausblick Karriereplanung

Wo möchte ich hin? Wo möchte ich arbeiten? Wo werde ich glücklich? © Justin Luebke / unsplash.com

Wer Karriere machen oder sich im Job umorientieren möchte, tut gut daran, sich über die angestrebten Ziele klar zu werden und langfristig zu planen. Wie gute Karriereplanung funktioniert, lesen Sie hier.

Aktualisiert: 14.10.2024

Von: Jonathan Ederer
Karriereplanung Akademische Laufbahn Führung und Management

Artikelinhalt

Leitfragen Karrierephasen Vertikale und horizontale Karriere Stufenmodell und Mindmap Risiken von Karriereplänen Frauen und Karriereplanung

Leitfragen für die Karriereplanung

Akademiker:innen haben viele Möglichkeiten, in der modernen Arbeitswelt Karriere zu machen. Oft haben sie die Qual der Wahl. Promotion – ja oder nein? Akademische Laufbahn? Ein Wechsel in die Wirtschaft? Auch der öffentliche Dienst kann lukrativ und sinnvoll sein – je nachdem, welche Karriere- und Lebensziele individuell verfolgt werden.

Um diese Ziele zu identifizieren und zu erreichen, ist eine Karriereplanung sinnvoll. Auf diese Weise können Akademiker:innen die eigene berufliche Entwicklung strukturiert vorplanen. Oder auch umplanen, wenn der aktuelle Job oder Beruf auf Dauer zur Belastung wird und schlimmstenfalls im Burnout oder Boreout endet.

Bevor der Plan konkret wird, können sich Akademiker:innen folgende Fragen stellen, brainstormen und ihre Gedanken auf einen Zettel notieren:

  • Welche Stärken und Schwächen habe ich?
  • Was will ich im Beruf erreichen?
  • Was ist mir wichtiger – Sicherheit oder Unabhängigkeit?
  • Wie zählt für mich mehr: ein hohes Einkommen, Sinnhaftigkeit, eine gute Work-Life-Balance?
  • Wie sind meine Einstellungs- und Aufstiegschancen in den Berufsfeldern, die in Frage kommen?
  • In welchem Beruf glaube ich, glücklich werden zu können?
  • Möchte ich eine Familie gründen – und wie möchte ich mein (Berufs-)Leben dann gestalten?

Wichtig ist, dass man ehrlich mit sich selbst ist, die eigenen Ziele klar benennt und das Bauchgefühl nicht ignoriert – den eigenen beruflichen Weg mit dem anderer zu vergleichen, nützt dabei nur sehr bedingt.

Nur wer weiß, wie das eigene Berufs- und Lebensziel (auch im privaten Bereich!) aussehen soll, kann seine Karriere entsprechend planen.

Vier Karrierephasen: Wann und wie planen?

Zwar sind berufliche Laufbahnen verschieden. Grob lässt sich eine akademische Karriere aber in vier Phasen unterteilen. Die eigene Karriere zu überdenken und zu planen, ist in jeder Phase wichtig, richtig und möglich. Je früher man sich aber damit befasst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass gesetzte Ziele erreicht werden können.

  1. Eintrittsphase vor dem Studium: Was erwarte ich von meiner Karriere und wie kann ich das erreichen? Welcher Studiengang ist sinnvoll?
  2. Aufbauphase im Studium: Erfahrung sammeln, Kompetenzen entwickeln, Profil schärfen
  3. Orientierungsphase im Beruf: Prioritäten setzen, Work-Life-Balance ausloten
  4. Identitätsphase: Identifizierung mit den getroffenen Entscheidungen und deren Reflexion

Wichtig: Ein guter Karriereplan ist flexibel. Er gibt Orientierung, schränkt nicht ein. Im ersten Schritt kann es helfen, die oben genannten Fragen in Ziele umzuformulieren. Also zum Beispiel: „Ich will im Beruf in den nächsten zwei Jahren XY erreichen.“ Auf diese Weise ist es möglich, die Karriere an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Wer seine Karriere zudem nicht nur langfristig, sondern auch für den näheren Zeitraum und in kleinen Schritten plant, hat den Vorteil, relativ spontan auf sich verändernde Lebensumstände reagieren zu können. Soll heißen: Ziele, die in der Eintritts- oder Aufbauphase gesetzt werden, müssen nicht auf Biegen und Brechen verfolgt werden!

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Vertikale und horizontale Karriere: Fach- oder Führungskraft?

Ein 2011 erschienener Forschungsbericht des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation definiert zwei Arten von Karrieren: die vertikale und die horizontale Karriere.

Letztere sind vor allem in der Naturwissenschaft zu finden. Bedeutet: Hier sind Spezialist:innen am Werk, die ihre fachliche Kompetenz stets verbessern, aber nicht zwingend eine höhere Position anstreben. Bei der vertikalen Karriere geht es hingegen um den Aufstieg innerhalb eines Unternehmens. Führungspositionen und Eigenverantwortlichkeit sind hier die Ziele.

Vor der Karriereplanung ist es also sinnvoll, sich zu überlegen: 

  1. Auf welcher Stufe der Karriere befinde ich mich?
  2. Welche Art von Karriere (vertikal oder horizontal) möchte ich anstreben?


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Karriereplan erstellen: Stufenmodell und Mindmap

Doch wie sieht so ein Karriereplan den nun aus? Es gibt verschiedene Modelle, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Die gängigsten sind das Stufenmodell und die Mindmap. Egal, welches Modell: Der Plan sollte schriftlich festgehalten werden.

Das Stufenmodell

Das Stufenmodell ist eine etablierte Form der Karriereplanung. Die Karriere wird hier Schritt für Schritt geplant. Diese Art des Karriereplans ist gut für Berufseinsteiger:innen und Akademiker:innen geeignet, die eine vertikale Karriere anstreben. Die anvisierten Hierarchiestufen lassen sich anschaulich abbilden und „abarbeiten“.

Grafik einer Karriereplanung im Stufenmodell

Im Stufenmodell werden einzelnen Karriereziele Schritt für Schritt geplant. © academics

Das Mindmap-Modell

Das Mindmap-Modell ist eine kreativere Variante des Karriereplans. Es ist flexibler als das Stufenmodell, denn exakte berufliche Stationen müssen nicht aufgelistet werden. Auf der Mindmap können Akademiker:innen ihre Vorstellungen, Ideen, Wünsche und Interessen in Beziehung setzen und sie auf Karriere- oder Familienplanung anwenden. Die Ziele für einen Karriereplan werden stichpunktartig auf einen Zettel geschrieben und dann sinnvoll verbunden.

Mindmap Karriereplanung

Was ist mir wichtig – beruflich und privat? Die Mindmap zeigt es. © academics

Risiken von Karriereplänen

Hält sich ein:e Arbeitnehmer:in zu streng an seinen Karriereplan, besteht die Gefahr, dass er unflexibel ist. Deshalb ist es sinnvoll, offen für neue beruflichen Ziele oder Positionen im Unternehmen zu bleiben, die nicht auf dem Karriereplan stehen.

Für eine:n Berufseinsteiger:in etwa, der oder die sich für einen stufenweisen Karriereplan entschieden hat, kann es zunächst ernüchternd sein, sich auf der untersten Hierarchieebene verorten zu müssen. In dieser Situation kann es helfen, sich vor Augen zu führen, dass Karrieren in der Regel nicht exakt nach Plan verlaufen. Im beruflichen Alltag können sich Möglichkeiten ergeben, geplante Stufen zu überspringen und Karriereziele schneller zu erreichen. Die Voraussetzung dafür: Flexibilität.

Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein: Geplante Karriereschritte entpuppen sich als komplizierter als gedacht. Auch hier gilt: Flexibel bleiben und sich nicht auf das Geplante versteifen. Die Karriere bis ins letzte Detail durchzuplanen und von diesem Plan unter keinen Umständen abzuweichen, ist wenig sinnvoll.

Frauen und Karriereplanung

Sich Kinder zu wünschen oder später Familie und Beruf zu vereinen, ist selbstverständlich keine Herausforderung, die nur Frauen meistern müssen. Nichtsdestotrotz sind sie allein durch Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit in besonderem Maße betroffen und müssen diese Phasen in der Karriereplanung berücksichtigen. Machbar ist alles – je nach den persönlichen Umständen, etwa bei einem befristeten Vertrag oder in der Hochphase der Promotion, kann eine Schwanger- oder Mutterschaft aber sehr herausfordernd sein.

Extrem wichtig ist: Wenn eine Elternschaft geplant ist, sollten sich die Mutter und auch der Vater möglichst frühzeitig Gedanken machen, wie Schwangerschaft, Geburt und dann Kinderbetreuung organisiert werden können und mit den entsprechenden Vorgesetzten ins Gespräch gehen. Bei bestimmten Berufen, etwa bei Laborarbeit mit Chemikalien, kann es auch sein, dass eine Beschäftigung während der Schwangerschaft nicht erlaubt ist. Bei befristeten Verträgen gilt es zu klären, wie es hier mit einer Weiterbeschäftigung aussieht, wenn das Ende des Vertrags in den Mutterschutz oder die Elternzeit fällt. Kinder- und Elterngeld müssen beantragt werden, eventuell Kinderbetreuung organisiert und die Aufteilung der Care-Arbeit zwischen den Partnern abgesprochen werden.

Wie Sie bestmöglich vorgehen und was zu beachten ist, erfahren Sie in unseren Ratgeberartikeln „Vereinbarkeit Familie und Forschung“, „Promovieren mit Kind“ sowie „Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Fluch oder Chance?“.

Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

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    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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