Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Kann eine Einladung zum Essen Teil des Bewerbungsverfahrens sein?

Kann eine Einladung zum Essen Teil des Bewerbungsverfahrens sein?© boing - photocase.de

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Berufungsverfahren für Professuren zielen nicht nur darauf ab, den fachlich qualifiziertesten Bewerber auszumachen. Auf die Professur soll am Ende die Person berufen werden, die auch auf persönlicher Ebene von ihrer Eignung überzeugen kann. Besonders im englischsprachigen Ausland bedienen sich Berufungskommissionen häufig eines Mittag- oder Abendessens, um die Bewerber näher kennenzulernen. In der letzten Zeit ist zu beobachten, dass auch deutsche Berufungskommissionen verstärkt auf dieses Instrument zurückgreifen.

Kandidaten, die zum "Vorsingen" eingeladen werden, erhalten gleichzeitig eine Einladung zum Mittag- oder Abendessen, gemeinsam mit den anderen Bewerbern und den Mitgliedern der Berufungskommission. Das Essen findet in der Regel einen Tag vor dem "Vorsingen" statt. Genutzt wird dieser Austausch vonseiten der Berufungskommission, um die Bewerber in ungezwungenerer Atmosphäre kennenzulernen, als dies beim Vortrag und beim anschließenden Gespräch mit den Kommissionsmitgliedern der Fall ist.

Der Erhalt einer Einladung sollte von den Bewerbern daher durchaus als zum Bewerbungsverfahren zugehörig verstanden werden und grundsätzlich nicht ohne Not abgesagt werden. Neben den Mitgliedern der Berufungskommission lernen die Kandidaten auch ihre Mitbewerber kennen - eine Möglichkeit, die sich nicht in allen Verfahren gleichermaßen bietet.

Aus Forschung & Lehre :: November 2015
Freie Professuren
Ausgewählte Artikel