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Kurzinformation Bewerbungsunterlagen


Von Dr. Dirk Böhmann

Bewerbungsunterlagen Professur: Die korrekte Zusammenstellung

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Die Bewerbungsunterlagen in der Wissenschaft müssen sich immer an den spezifischen Fachkulturen ausrichten. So muss in eher konservativen Disziplinen beispielsweise stark auf die Form geachtet werden.

Mit der korrekten Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen auf eine Universitätsprofessur sind vielfältige Fragen verbunden. Für alle Fächer geltende allgemeingültige Aussagen können nur schwer getroffen werden. Die Bewerbungsunterlagen müssen sich folglich vorrangig an den spezifischen Fachkulturen ausrichten.

In eher konservativen Disziplinen sollte beispielsweise stark auf die Form geachtet werden. So ist darauf zu verzichten, die Unterlagen nach anglo-amerikanischen Gepflogenheiten - d. h. mit den aktuellen Daten beginnend - zu gestalten.

Unabhängig von den verschiedenen Fächerkulturen hat die Bewerberin oder der Bewerber das von der Berufungskommission geforderte Bewerbungsprofil zu erfassen. Hierzu ist ein genaues Studium des Ausschreibungstextes unerläßlich.

In der Praxis ist festzustellen, daß nicht selten über 50 Prozent der eingegangenen Bewerbungen bereits im Vorfeld aussortiert werden, da sie mit dem geforderten wissenschaftlichen Profil nicht in Einklang zu bringen sind. Weiterhin sollten sich potentielle Bewerber nicht scheuen im Dekanatssekretariat anzufragen, ob von der Fakultät beschlossene Richtlinien für Bewerbungen um Professuren existieren. Insbesondere in größeren Fachbereichen ist dies heutzutage regelmäßig der Fall.

Potentielle Bewerber müssen davon ausgehen, daß in den größeren Fächern die Berufungskommissionen häufig mit sogenannten Bewerbersynopsen, d. h. vergleichenden Zusammenstellungen relevanter Parameter der Bewerber, agieren. Hier sind natürlich prägnant zusammengestellte Bewerbungsunterlagen eindeutig im Vorteil. In den Anschreiben an den Kommissionsvorsitzenden sollten nicht nur die eigenen wissenschaftlichen Leistungen dargestellt, sondern auch deutlich werden, warum eine Bewerbung auf die ausgeschriebene Professur erfolgt.

Es hat sich zwischenzeitlich eingebürgert, daß Bewerber nur fünf ausgewählte Originalarbeiten einreichen dürfen. Auch in diesem Zusammenhang ist eine Auseinandersetzung mit dem von der Fakultät gewünschten wissenschaftlichen Profil der Professur zwingend erforderlich. Erfahrungsgemäß werden die eigentlichen Originalarbeiten nur von zum Probevortrag eingeladenen Kandidaten tatsächlich gesichtet.

Weitergehende Informationen über die korrekte Zusammenstellung von Bewerbungsunterlagen auf Universitätsprofessuren und zum Thema Bewerbung und Berufung, insbesondere zum Probevortrag, zu den Berufungsverhandlungen und möglichem Rechtsschutz bei Verfahrensfehlern erhalten Sie im Serviceseminar des Deutschen Hochschulverbandes "Karriere und Berufung".

Deutscher Hochschulverband :: Oktober 2007

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