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W-Besoldung 2014 - Eine Übersicht der Grundgehälter

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Trotz Reform der W-Besoldung, trotz der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, die W2 Grundbesoldung verfassungskonform zu gestalten, kann von vergleichbarer Besoldung für vergleichbare Arbeit auch in 2014 nicht die Rede sein. Die Grundgehälter 2014 im Überblick.

W-Besoldung 2014 - Eine Übersicht der Grundgehälter© erwo1 - iStockphoto.comDie W-Besoldung fällt auch 2014 je nach Bundesland unterschiedlich hoch aus
Wer am 1. Januar als W2-Professor in Baden-Württemberg seinen Dienst antritt, verdient gegenüber einem Kollegen in Berlin ca. 32 Prozent mehr Grundgehalt. Von vergleichbarer Besoldung für vergleichbare Arbeit kann mithin keine Rede sein. Das liegt zum Teil daran, dass einige Länder bis heute keine Notwendigkeit gesehen haben, der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, die W2 Grundbesoldung verfassungskonform auszugestalten (siehe "Höhere Grundbesoldung statt Leistungsbezüge?" Teil 1, Teil 2), durch Vorlage eines Gesetzentwurfs nachzukommen. Das ist ein sichtbarer Beleg für politische Indolenz und Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht, aber auch ein Signal mangelnder Wertschätzung der Landespolitik für wissenschaftliche Arbeit.

Die nachfolgende Tabelle zeigt aber auch, dass die föderale Struktur die Spreizung der Grundgehälter nach Maßgabe von unterschiedlicher Kassenlage und differierenden Umsetzungsmodellen (z.B. mittels Einführung von Erfahrungsstufen, die eine bundesweite Vergleichbarkeit erschweren) erheblich beflügelt. Besonders problematisch erscheinen dabei Modelle eines für jeden W-Professor garantierten Grundleistungsbezugs, die die Grundidee einer individuellen Belohnung von Leistung, unter der die W-Besoldung vor einer Dekade angetreten ist, ad absurdum führen.

Die Tabelle zeigt auch, dass in vielen Ländern die Grundbesoldung strukturell erheblich verbessert wurde. Die Befriedigung darüber wäre größer, wenn W1 (mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bund) nicht "vergessen" worden wäre und die Länder sich nicht den Rosstäuschertrick der (partiellen) Umwandlung von besonderen Leistungsbezügen in Grundgehalt hätten einfallen lassen.

Erläuterungen zur Tabelle

Die Ranking Reihenfolge bezieht sich absteigend auf W 2. In Bund und jenen Ländern, in denen Erfahrungsstufen vorgesehen sind, wird für das Ranking das Einstiegsgrundgehalt herangezogen; die Endstufe wird ebenfalls aufgeführt. Länder ohne weitere Anmerkung haben bereits novelliert. Die Erhöhung der Grundgehälter erfolgt dort, wo bereits novelliert wurde und nach den vorliegenden Gesetzentwürfen, rückwirkend zum 1.1.2013. Die Erhöhung der Grundgehälter wird - mit unterschiedlichen landesrechtlichen Spezifika - unter Anrechnung auf Leistungsbezüge, welche zum Zeitpunkt des Inkrafttretens zugestanden haben, vorgenommen (vgl. diesbezüglich "Peinliche Verrechnung"; "Negative Gewinngrenzen") sowie die jeweiligen DHV-Sonder-Newsletter).

Land Grundgehalt Jan. 2014 Grundgehalt Dez. 2012
1. Baden-Württemberg
(Ankündigung Staatsministerium
vom 28. Okt. 2013)
W 1: 4.393 EUR
W 2: 5.532 EUR
W 3: 6.280 EUR
W 1: 3.988 EUR
W 2: 4.650 EUR
W 3: 5.612 EUR
2. Hamburg (Gesetzentwurf) W 1: 4.072 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.633 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 623 EUR = 5.256 EUR
W 3 Grundgehalt: 5.597 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 623 EUR = 6.220 EUR
W 1: 3.869 EUR
W 2: 4.401 EUR
W 3: 5.317 EUR
3. Sachsen-Anhalt
(Ankündigung Staatsministerium
vom 28. Okt. 2013)
W 1: 3.939 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der W-Besoldung)
W 2: 5.183 EUR
W 3: 5.754 EUR
W 1: 3.837 EUR
W 2: 4.375 EUR
W 3: 5.300 EUR
4. Bayern
(Erfahrungsstufen)
W 1: 4.171 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 5.178 EUR -
Endstufe 3: 5.706 EUR
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 6.129 EUR -
Endstufe 3: 6.604 EUR
W 1: 3.947 EUR
W 2: 4.568 EUR
W 3: 5.447 EUR
5. Bund
(Erfahrungsstufen)
W 1: 4.154 EUR
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 5.161 EUR -
Endstufe 3: 5.768 EUR
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.768 EUR -
Endstufe 3: 6.578 EUR
W 1: 4.056 EUR
W 2: 4.625 EUR
W 3: 5.604 EUR
6. Schleswig-Holstein W 1: 3.924 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2: 5.145 EUR
W 3: 5.826 EUR
W 1: 3.830 EUR
W 2: 4.367 EUR
W 3: 5.289 EUR
7. Brandenburg W 1: 3.878 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.421 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 663 EUR = 5.084 EUR
W 3 Grundgehalt: 5.356 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 663 EUR = 6.019 EUR
W 1: 3.764 EUR
W 2: 4.295 EUR
W 3: 5.207 EUR
8. Nordrhein-Westfalen W 1: 3.816 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2: 5.044 EUR
W 3: 5.578 EUR
W 1: 3.816 EUR
W 2: 4.354 EUR
W 3: 5.278 EUR
9. Thüringen
(Gesetzentwurf)
W 1: 3.989 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2: 5.000 EUR
W 3: 5.475 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 1: 3.894 EUR
W 2: 4.423 EUR
W 3: 5.344 EUR
10. Bremen W 1: 3.816 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Grundgehalt: 4.354 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 600 EUR = 4.954 EUR
W 3 Grundgehalt: 5.278 EUR
zuzügl. Grundleistungsbezug: 600 EUR = 5.878 EUR
W 1: 3.816 EUR
W 2: 4.354 EUR
W 3: 5.278 EUR
11. Rheinland-Pfalz W 1: 4.058 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2: 4.941 EUR
W 3: 5.551 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 1: 3.978 EUR
W 2: 4.606 EUR
W 3: 5.496 EUR
12. Hessen
(Erfahrungsstufen)
W 1: 3.906 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 4.904 EUR -
Endstufe 5: 5.643 EUR
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.437 EUR -
Endstufe 5: 6.287 EUR
W 1: 3.807 EUR
W 2: 4.349 EUR
W 3: 5.281 EUR
13. Sachsen
(Gesetzentwurf - Erfahrungsstufen)
W 1: 3.837 EUR
(keine Erhöhung im Rahmen der Novellierung der
W-Besoldung)
W 2 Einstiegsgrundgehalt: 4.704 EUR -
Endstufe 4: 5.422 EUR
W 3 Einstiegsgrundgehalt: 5.300 EUR -
Endstufe 4: 6.243 EUR
W 1: 3.837 EUR
W 2: 4.375 EUR
W 3: 5.300 EUR
14. Niedersachsen
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.921 EUR
W 2: 4.473 EUR
W 3: 5.423 EUR
W 1: 3.819 EUR
W 2: 4.358 EUR
W 3: 5.283 EUR
15. Mecklenburg-Vorpommern
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.995 EUR
W 2: 4.555 EUR
W 3: 5.517 EUR
W 1: 3.816 EUR
W 2: 4.354 EUR
W 3: 5.278 EUR
16. Saarland
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.921 EUR
W 2: 4.463 EUR
W 3: 5.395 EUR
W 1: 3.833 EUR
W 2: 4.362 EUR
W 3: 5.273 EUR
17. Berlin
(Kein Gesetzentwurf)
W 1: 3.667 EUR
W 2: 4.190 EUR
W 3: 5.087 EUR
W 1: 3.596 EUR
W 2: 4.107 EUR
W 3: 4.988 EUR

Stand: 10. Dezember 2013
(Alle Angaben ohne Gewähr)

Aus Forschung & Lehre :: Januar 2014