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Karrierewege nach der Promotion
Nach der Promotion – welche Optionen gibt es?

© Janis Abolins / iStock.com

Der Doktortitel ist erreicht. Wie geht es weiter? Lesen Sie hier, welche Karriereoptionen Promovierte in der Wissenschaft, dem öffentlichen Dienst oder der Wirtschaft haben.

Aktualisiert: 21.05.2025

Von:
Maike Schade (mas) ,
Julia Becker
Öffentlicher Dienst Karriereplanung Akademische Laufbahn Postdoc-Phase

Artikelinhalt

Karrierewege: Was kommt nach der Promotion? Postdoc in der Wissenschaft Habilitation Juniorprofessur Nachwuchsgruppenleitung Öffentlicher Dienst Freie Wirtschaft

Karrierewege: Was kommt nach der Promotion?

Endlich geschafft: Die Promotion ist abgeschlossen und die Dissertation wurde veröffentlicht. Jahrelang hat diese Arbeit gedauert, Höhen und Tiefen wurden durchlebt, aufgeben kam nicht infrage. Nun steht mit Fug und Recht der Doktortitel vor dem Namen. Ein gutes Gefühl. Doch spätestens nach der ersten Erleichterung stellt sich oft die Frage: Was nun? Der „Bundesbericht Wissenschaftler und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen 2025“ (BuWiK) zeigt:

  • Die Arbeitslosigkeit von Promovierten liegt ab dem dritten Jahr bis zum siebten Jahr nach der Promotion kontinuierlich bei etwa ein bis zwei Prozent. Damit ist ein hohes Maß an Vollbeschäftigung erreicht.
  • 24 Prozent der Promovierten arbeiten langfristig im Wissenschaftssystem.
  • 48 Prozent arbeiten sieben Jahre nach der Promotion in der privaten Wirtschaft.
  • 24 Prozent arbeiten in Krankenhäusern und Arztpraxen.
  • 4 Prozent im sonstigen öffentlichen Dienst.

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Postdoc in der Wissenschaft

Die Professur ist die Krönung einer universitären Karriere. Wer diese Erfolgsstufe erreicht hat, genießt die größtmögliche Selbstständigkeit in Lehre und Forschung. Hinzu kommt meist ein unbefristeter Beamtenstatus mit gutem Gehalt: Ein:e W3-Professor:in verdient je nach Arbeitgeber zwischen ca. 7.300 bis 9.150 Euro brutto monatlich – plus Zulagen. Doch der Weg zur Professur ist lang: So sind Wissenschaftler:innen im Schnitt 41 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal zum Professor oder zur Professorin berufen werden.

Hinzu kommt die Unsicherheit, ob die Mühe sich lohnt, denn die Chancen auf einen Lehrstuhl sind nur gering: Laut Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) ist die Postdoc-Phase auf sechs Jahre befristet (geplante Änderung: vier Jahre, optional zwei weitere), und wer dann keine unbefristete Stelle erhält, findet als zwar hochqualifizierte, jedoch sehr theoretisch ausgebildete Fachkraft häufig nur schwer einen Job außerhalb der Wissenschaft.

Wer Hochschullehrer oder Hochschullehrerin werden will, muss sich zunächst die Frage stellen, an welcher Institution: an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) oder Universität? Ein späterer Wechsel ist nicht so einfach und durchaus die Ausnahme – denn für die Arbeit an einer HAW ist vor allem praktische Berufserfahrung gefragt, an einer Universität liegt der Fokus indes auf Theorie und Forschung.

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Ziel HAW-Professur – Zwischen Theorie und Praxis

Das zeigt sich auch an den jeweiligen Einstellungsvoraussetzungen: Für die Berufung zum Professor an einer HAW sind weder Habilitation noch ein spezielles Postdoc-Programm nötig. Hier zählen vielmehr praktische Erfahrungen. Der oder die Bewerber:in muss in der Regel mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, drei davon außerhalb der Hochschule – wer dieses Ziel anstrebt, sollte sich also (spätestens) nach der Promotion einen Job in der freien Wirtschaft suchen. Eine gute Alternative ist eine Industriepromotion, bei der berufliche Praxis und Forschung vereint werden.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die pädagogische Eignung, denn HAW-Professor:innen forschen deutlich weniger als die Kolleg:innen an Universitäten. Dadurch nimmt die Lehre an HAWs einen deutlich höheren Stellenwert ein. Für eine erfolgreiche Bewerbung an einer HAW ist es also von Vorteil, bereits als Dozent:in an einer Hochschule gearbeitet zu haben. Die Chancen auf eine Anstellung sind generell gut, denn HAW-Professor:innen werden vielerorts händeringend gesucht.

Ziel Universitätsprofessur – Schwerpunkt in Theorie und Forschung

Wer seinen Schwerpunkt nicht in der praktischen Arbeit, sondern in Forschung und Theorie sieht, ist an einer Universität besser aufgehoben. Der Weg zu einer Professur ist aber kein leichter. Oft gleicht er einer Ochsentour, geprägt von befristeten Anstellungen sowie harten Kämpfen um Publikationen und Forschungsgelder. Die Stellen sind rar, nur die Ehrgeizigsten kommen ans Ziel. Zunächst gilt es aber, die Voraussetzungen für eine Universitätsprofessur grundsätzlich zu erfüllen – dafür stehen in der Regel folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

  • die Habilitation im Rahmen einer Anstellung als Wissenschaftlich Mitarbeitende:r oder Akademischer Rat bzw. Akademische Rätin
  • die Juniorprofessur, ggf. mit Tenure Track
  • die Nachwuchsgruppenleitung

Die Habilitation

Der klassische und wohl am häufigsten gewählte Weg zur Universitätsprofessur ist die Habilitation. Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen arbeiten dabei vier bis sechs Jahre als Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen oder Akademische Rät:innen an Forschungsprojekten mit – befristet, verbeamtet oder angestellt – und verfassen eine Habilitationsschrift. Auch die forschende Industrie bietet Postdoc-Stellen, über die eine Habilitation erreichbar ist – falls die Möglichkeit der Publikation der dort erlangten Forschungsergebnisse besteht. 

Akademischer Rat / Rätin: Stellenangebote

Die Juniorprofessur

Neben der Habilitation hat sich seit 2002 die Juniorprofessur auf dem Weg zur „richtigen“ Professur bewährt. Juniorprofessoren und -professorinnen können für die Dauer von bis zu sechs Jahren unabhängig forschen und sind berechtigt, Prüfungen abzunehmen. Eine erfolgreich abgeschlossene Juniorprofessur ist eine wichtige (aber nicht zwingende) Voraussetzung für die Berufung auf eine Professur. Eine Habilitationsschrift ist damit nicht mehr notwendig. Somit haben sie mehr Zeit für Publikationen und das Einwerben von Drittmitteln. Hiermit können sich die Juniorprofessoren zugleich schon früh auf dem Wissenschaftsmarkt positionieren. 

Seit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 2002 bildet der Tenure Track einen möglichen Zusatz bei der Ausschreibung einer Juniorprofessur. Sie beinhaltet die generelle Zusage, nach erfolgreich absolvierter, befristeter Bewährungszeit eine Professur auf Lebenszeit zu erhalten, ganz ohne weitere Ausschreibung oder Berufungsverfahren. 

Juniorprofessur Stellenangebote

Die Nachwuchsgruppenleitung

Die Leitung einer eigenen (Nachwuchs-)Forschungsgruppe ist ein äußerst vielversprechender und lohnenswerter Weg zur Professur. Denn: Nachwuchsgruppenleiter:innen können in der Regel (und im Gegensatz zu Juniorprofessor:innen) mehrere Jahre eigenständig forschen, und das weitestgehend weisungsungebunden. Sie müssen sich nicht um Fördergelder bemühen, sondern erhalten ein meist sehr großzügiges Budget und eine sehr gute Ausstattung. So haben sie die besten Voraussetzungen, sich für eine Professur zu qualifizieren.

Mit Doktortitel in den öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst werden Fachkräfte fast aller Fachbereiche händeringend gesucht. Das Gehalt ist tariflich geregelt und liegt somit zwar häufig unter denen in der freien Wirtschaft, jedoch ist es sicher und planbar. In hohen Führungspositionen sind sogar bis zu sechsstellige Verdienste möglich – und gerade Promovierte haben im öffentlichen Dienst sehr gute Chancen, einen Job mit Leitungsfunktion, zu bekommen. Unterhalb bestimmter Altersgrenzen ist für Quereinsteiger:innen eventuell sogar noch eine Verbeamtung möglich.

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Nach der Promotion in die freie Wirtschaft

Promovierte haben auf dem freien Arbeitsmarkt hervorragende Aussichten. Jedoch bestehen Unterschiede zwischen den Fachbereichen: Eine Promotion in Ingenieurwissenschaften, in der Medizin oder in naturwissenschaftlichen Fächern geht in der freien Wirtschaft mit besseren Jobaussichten einher als beispielsweise eine Promotion in den Sprach- und Kulturwissenschaften. 

Ein weiterer Lichtblick: Promovierte haben auch in der Industrie im Durchschnitt höhere Einkommen als Nichtpromovierte, der Unterschied des Bruttoeinkommens bei Vollzeittätigkeit fünf Jahre nach Abschluss liegt bei etwa 10.000 Euro im Jahr. Zudem nehmen Promovierte mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Führungspositionen ein und sind eher adäquat beschäftigt als Beschäftigte ohne Doktortitel.

Während für Universitäten vor allem die akademische Laufbahn, die Publikationen und die fachliche Spezialisierung von Kandidat:innen im Vordergrund stehen, ist dies in der freien Wirtschaft häufig eher nachrangig. Hier sind praktische Erfahrungen gefragt; gerade große Unternehmen bieten aber entsprechende Trainee-Programme an, auch Tests in Assessment Centern sind üblich. Bewerber:innen sollten im Anschreiben bisherige Praxiserfahrungen aufführen und genau erläutern, wie er sich im Unternehmen einbringen könnte und welchen Nutzen das jeweilige Unternehmen durch die Einstellung hätte. Mehr hierzu im Bewerbungs-Ratgeber für Akademiker:innen. 

Aktuelle Veranstaltungen

  • Online Seminar

    Alternative Career Paths in Academia and Beyond

    Datum October 20, 2026
    Zeit 4.30 p.m.
    Ort online
    Redner Dr. Michaela Hergersberg (Karrierecoach München)

    It doesn’t always have to be a professorship: After completing your doctorate, many career paths connected to academia are open to you. These include roles in research management, patents or alumni relations, technology transfer, communications, and consulting. In our free online seminar, you will gain an overview of the available options, the qualifications required, and how to plan your next career move.

    This online seminar will be held in English.

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Falling Walls Science Summit)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für das Falling Walls Science Summit) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen und weiblich gelesene Personen

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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