Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

FH-Professur auch ohne langjährige Berufserfahrung?

FH-Professur auch ohne langjährige Berufserfahrung?© Marion Wear - Fotolia.com

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität. Im Rahmen meiner Tätigkeit gebe ich regelmäßig Lehrveranstaltungen und ich möchte promovieren. Vor meiner jetzigen Tätigkeit habe ich knapp zwei Jahre außeruniversitär bei einem Bildungsträger gearbeitet. Nach meiner Promotion strebe ich eine FH-Professur an.

Nun habe ich gelesen, dass eine mindestens dreijährige außeruniversitäre Berufserfahrung zu den Voraussetzungen für eine FH-Professur zählt. Ist dies in der Praxis eine zwingende Bedingung oder reichen meine knapp 2 Jahre außeruniversitäre Berufserfahrung sowie meine Lehrerfahrung in der jetzigen Zeit aus? Werden auch Honorartätigkeiten oder ehrenamtliche Tätigkeiten während des Studiums als Berufserfahrung angerechnet?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Bundesländer sind durch die Förderalismusreform in der Lage, die Einstellungsvoraussetzungen für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer autonom zu gestalten. Insoweit ist es auch durchaus denkbar, dass hier für Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen eine fünfjährige berufspraktische Tätigkeit gefordert wird, von denen mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt worden sein müssen. Diese berufspraktischen Tätigkeiten werden weiterhin regelmäßig auf einem Gebiet zu erbringen sein, das den Fächern der Professur entspricht. Diese Voraussetzungen sind - soweit sie denn nach Landesrecht determiniert sind - auch zwingend. Wenn es sich bei den von Ihnen angesprochenen Honorartätigkeiten oder ehrenamtlichen Tätigkeiten auch um eine Berufsausübung handelt, stünde nach unserem Dafürhalten einer Anrechnung nichts im Wege. Final hat dies aber immer die Berufungskommission der jeweiligen Fachhochschule festzustellen.
Freie Professuren
Ausgewählte Artikel